Donnerstag, 23. August 2007

Der siebte Tag: Glungezer Hütte – Lizumer Hütte

Wir hatten extra einen Tag in Hall verbracht, um für diese Gratüberschreitung perfektes Wetter zu haben. Und unsere Wetterfrösche hatten uns richtig informiert. Als wir aufwachten galt das Motto: Über den Wolken… und über uns nur strahlend blauer Himmel. Der Hüttenwirt war wieder oben und so ging es mit dem Frühstück recht flott und wir konnten um halb acht starten. Ziemlich kalt war es und so packten wir uns richtig dick ein. Als wir fünf Minuten später auf dem Glungezer standen, war das allerdings schon wieder viel zu warm. Dort hatten wir unser erstes Zusammentreffen mit zweien von der Bergwacht, die waren morgens von Tulfes aufgestiegen und wollten auch über den Grat. Wir konnten sie zum fotografieren überreden, verabschiedeten uns und auf ging es über große Felsblöcke. Die Wolken im Tal begannen sich langsam zu verziehen und so hatten wir fantastisches Wetter, egal wohin man schaute. Schnell stellte sich heraus, dass Ansa und Niko sich nicht so ganz mit dem „boulder-hopping“ anfreunden konnten und so hatten uns die zwei von der Bergwacht auch bald wieder eingeholt. Wir machten noch eine gemeinsame Ausziehpause bevor wir uns wieder verabschiedeten und die beiden los spurteten. Bei uns ging es etwas gemütlicher weiter, aber auch wir hatten den nächsten von unseren „Seven summites“ fest im Blick. Und bei dem Wetter war das Laufen, vor allem mit der Aussicht, eh ein Vergnügen. Auf dem Gipfel, der Kreuzspitze, angekommen trafen wir – nein nicht die beiden von der Bergwacht – sondern zwei Sachsen. Es war ganz lustig, die zwei wollten nicht über den Gletscher, hatten aber einen Pickel und Seil dabei, der eine trug auch nur Halbschuhe, waren aber auf dem Weg nach Italien. Tja das eigentlich tolle war aber das GPS-Gerät, welches der eine auspackte. Kommentare wie: „am nächsten Kreisverkehr bitte links abbiegen!“ konnten wir uns einfach nicht verkneifen. Aber flott ging es weiter, den nächsten Gipfel, das Rosenjoch mit 2796m der höchste Gipfel des heutigen Tages, schon im Blickfeld, da trafen wir sie dann auch wieder, die zwei von der Bergwacht. Aber einen Gipfelschnaps wollte ich trotzdem nicht. Wir gingen weiter, sie machten noch ein bissel Pause. Der nächste Gipfel wartete – auch wenn es jetzt so wirkt, es artete nicht in Gipfelstress aus. Die Grünbergspitze sollte dann auch für uns Rastpunkt werden. Morgens hatten wir uns kein Brot gemacht (wer weiß wie lange das gedauert hatte), aber so ein Vesper mit runzeligen, kleinen Würstle und Schokolade ist doch auch ganz nett. Während unserer Pause kamen da natürlich wieder die zwei von der Bergwacht vorbei, das Verabschieden haben wir da dann mal besser aufgegeben. Noch ein Stück ging es über Steine bis zum Naviser Jöchle, wo wir gegen Mittag ankamen. Um nicht allzu früh auf der Hütte zu sein, legten wir hier im Gras noch einmal eine ausgiebige Pause ein und genossen den Blick auf den Tuxer Gletscher, unser Tagesziel für morgen.
Als wir aufbrachen mussten wir uns dann endgültig von den zwei von der Bergwacht verabschieden, sie stiegen ins Tal ab, für uns ging es oben weiter. Leider änderte sich bald der Weg und wir mussten auf den altbekannten Forstwegen weiterlaufen. Naja, so kamen wir schnell voran und waren auch bald am Lizumer Haus. Die Hütte ist ganz neu renoviert und alles roch noch nach frischem Holz das ganz wunderbar knarrte. Eine wirklich sehr gemütliche Hütte mit super leckerem Essen, mit dem wir uns den Rest des Nachmittags voll stopften, wenn wir nicht gerade in der Sonne lagen oder auf Murmeltierjagd waren. Für mich eindeutig der Top Tag unserer Tour.

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