Dienstag, 14. Oktober 2014

Alles schwimmt

Unser Morgen begann heute mit einer größeren Waschaktion. Leider hat unser Waschbecken weder warmes Wasser noch einen Stopfen für den Abfluss. Deswegen nutzten wir einen Packsack als Waschbehältnis. Nachdem wir alle drei fertig waren, war das Bad überschwemmt. Unser Zimmer besteht seit dem eigentlich nur noch aus Wäscheleine.
Um neun Uhr ging es dann aber wirklich schwimmend weiter. Ein kleines Boot brachte uns zu den Uros Inseln. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit am Titikakasee. So konnten wir die schwimmenden Inseln aus Schilf bewundern und einen kleinen Einblick in das Leben dort gewinnen. Natürlich gehörte Geld für Souveniers ausgeben auch dazu. Wir sind uns noch nicht ganz sicher ob wir die erstandenen Mobiles lebend bis nach Deutschland bekommen.
Uros-Insel auf dem Titikakasee
Den Nachmittag verbrachten wir noch mit Planungen für die nächsten beiden Tage. Außerdem gingen wir einer unserer anderen Lieblingsbeschäftigung nach, das Testen unbekannter Früchte. Da wir die Namen nicht kennen, können wir wenig dazu sagen. Nach einigen Fehlversuchen war die heutige Frucht, auf der Straße erstanden, endlich ein Erfolg.
Nach einem super leckeren Abendessen mit Alpaka in Rotwein, Cognac bzw. Kräutersoße genießen wir jetzt den Abend bei peruanischem Sauvignon. Morgen geht es für einen Abstecher nach Bolivien!

Montag, 13. Oktober 2014

Von Arequipa nach Puno

Heute ging es um 8 Uhr mit dem Bus nach Puno. Die Nacht hatten wir zwar die nobelste Unterkunft bisher, leider war das Zimmer aber ohne Fenster. Dafür konnte man in der Tür ein Fenster öffnen.
Die Busfahrt war dann eher unspektakulär. Insgesamt ging es 7 1/2 Stunden durch karge, steppenartige Landschaft. Zwischendurch konnten wir einige Lama- und Alpakaherden beobachten. Vor allem gab es aber viele Vikunjas (die wild lebenden, ursprünglichen Lamas) in ihren typischen Familienverbänden (ein männliches Tier & 4-6 weibliche Tiere) zu bestaunen.
Um 15.30 erreichten wir schließlich Puno, zwei Stunden später als ursprünglich geplant.
Wir entschieden uns hier gegen ein Taxi und dachten wir würden das Hotel auch so finden. Eine echte Fehlentscheidung! Zunächst mal ist so ein 20 kg Rucksack hinten auf dem Rücken und noch mal ein kleiner Rucksack vorne ganz schön schwer, zum anderen kommt man auf 3800 m Höhe sowieso schnell ins schnaufen. Irgendwann landeten wir in etwas merkwürdigen Gegenden und wie immer verstanden wir niemanden und uns auch niemand. Irgendwann kam dann aber ein Taxifahrer vorbei, der uns rettete. Ab sofort vertrauen wir hier keinen bekannten Onlinekarten mehr.
Inzwischen sind wir nun aber wohlbehalten im Hotel angekommen und freuen uns auf drei spannende Tage in Puno.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Canon del Colca

Die letzten beiden Tage haben wir auf einer geführten Trekkingtour im Canon del Colca verbracht. Angeblich ist das der viert tiefste Canyon der Welt. Allerdings sind wir noch etwas irritiert über die Art der Messung vom höchsten Gipfel zum Fluß sind es hier 4160 m. Genauso unklar ist uns zur Zeit, wie sich die Begriffe Tal, Canyon, Schlucht und Klamm genau abgrenzen. Vorschläge werden gerne entgegen genommen!
Tatsächlich hatten wir aber zwei super Tage bei ordentlicher Hitze. Los ging es um 3 Uhr nachts. Mit der Nacht davor in der wir erst um zwei Uhr aus Lima angekommen sind fragen wir uns wofür wir eigentlich zwei volle Nächte bezahlt haben.
Zunächst ging es mit dem Bus bis nach Chivay. Dabei überquerten wir schon einen Pass von 4910 m Höhe. Schlafend war das aber gar kein Problem. Nach einem Frühstück ging es weiter zum Aussichtspunkt für Kondore. Einfach riesengroße Vögel! Kurz darauf wurden wir unweit von Cabanaconde raus geschmissen und begannen unsere Wanderung. Unterwegs waren wir in einer Gruppe von 10 Leuten mit unserem Guide Rolando. Da wir nicht verstanden hatten, was wir da genau gebucht haben, wussten wir natürlich auch nicht was uns jetzt genau erwarten würde. Was folgte, waren 3 Stunden Abstieg in den Canyon bei brütender Hitze. Die wirkliche karge Vegetation hier bietet auch keine Möglichkeit Schatten aufzusuchen. Der ein oder andere aus der Gruppe spürte die Hitze und Anstrengung doch recht bald. Uns dreien ging es aber gut und wir genossen anschließend beim Mittagessen unser erstes Alpakafleisch. Eine etwas zähe Angelegenheit!

Anschließend beschloss die Gruppe die Abkürzung zur Oase, unsere Nachtunterkunft, zu nehmen. Dafür hatten wir so einen schönen Weg durch jede Menge Kakteen und Pflanzen, die wir von unseren Guide alle begeistert erklärt bekamen. So lernten wir verschiedene Kakteen und ihren Nutzen kennen, den Roter-Pfeffer-Baum und einen Parasiten auf den Kakteen der beim Zerquetschen zu roter Farbe wird. Diese wird normalerweise für Kosmetika verwendet. Wir hatten sie dann natürlich im Gesicht.
Nach einem ordentlichen Abstieg erreichten wir die Oase mit unserer Unterkunft und dem Swimmingpool. Vor dem Abendessen blieb genug Zeit sich dort ein wenig treiben zu lassen ... nur um anschließend wieder in die dreckig, staubig, verschwitzten Klamotten zu steigen.
Am nächsten Morgen ging es um 5 Uhr morgens wieder los. Auf uns warteten 1200 hm Aufstieg und das Frühstück, das es erst oben gab. Wie gut, dass es Schokoladenkeckse gibt! Der eigentliche Vorteil dieser Aktion war aber, dass wir im Schatten aufsteigen konnten. Somit war der Aufstieg gar nicht so schlimm. Trotzdem hatten sich am Abend vorher vier Leute aus unsere Gruppe entschieden, lieber ein Muli zu nehmen. So wurden wir kurz vor dem Ziel von der reitenden Gruppe überholt obwohl diese eine Stunde später gestartet waren.
Nach einem Frühstück in Cabanaconde ging es wieder mit dem Bus aus dem Tal herraus. Ein Zwischenstopp um Lamas und Alpakas zu bestaunen. Sven ließ sich mit Alpaka fotografieren, zwei Stunden später hatten wir das dann wieder auf dem Teller, diesmal deutlich zarter. Vorher hielten wir aber noch bei den Hot Pools, wo wir nach dem Aufstieg die Muskeln ein wenig entspannen konnten.
Gerade sitzen wir noch im Bus auf dem Weg zurück nach Arequipa. Morgen früh geht weiter nach Puno an den Titikakasee.

Freitag, 10. Oktober 2014

Arequipa

Lima nach Arequipa: So viel Sand und keine Förmchen.
Gestern Morgen sind wir um halb acht mit dem Bus in Lima los gefahren. Es ging durch Wüste und ganz viel Sand. Und das ganze für 18 Stunden ohne Pause. Egal wie bequem der Bussitz am Anfang war, nach 18 Stunden ist er es nicht mehr. Zum Glück hatten wir die Sitzplätze ganz vorne im Doppeldeckerbus und so eine fantastische Aussicht auf den Sand und die gewagten Überholmanöver.
Heute hatten wir dann Zeit Arequipa zu erkunden. Wieder eine sehr große Stadt, voll und laut, aber längst nicht mehr so stinkend wie Lima. Die Besichtigung des Klosters hier war dann ein echtes Highlight. Wie eine kleine Stadt mit vielen Gässchen und seinen blauen und roten Wänden war es erholsam dort durch zu schlendern. Morgen geht es zum Canon del Colca. Was uns auf dieser Zwei-Tagestour wirklich erwartet wissen wir noch nicht. Wie immer wären etwas mehr Spanischkenntnis hilfreich.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ein Tag in Lima

Wie immer in so einem fernen Land waren wir heute damit beschäftigt all das Neue irgendwie auf die Reihe zu bekommen, vor allem all die Neuen Gerüche. Nicht unbedingt positiv.
Nach den ersten 30 min fragten wir uns was wir in der Stadt eigentlich wollen. Also entschieden wir uns erst einmal für einen Kaffee und den Reiseführer. Sven versuchte es mit einem 'Americano'. Die Menge an Kaffeesatz lässt dies wohl ein einmaliges Ereignis bleiben.


Im historischen Teil der Stadt stolperten wir anschließend von Kirche zu Kirche. Bis wir in irgendwelchen Stadteilen landeten wo der große Typ mit den blonden Mädels doch eher auffiel. Dort fanden wir aber tatsächlich eine englisch sprechende Frau die uns auf den richtigen Weg zurück schickte. Anschließend ging es mit dem Taxi nach Miraflores. So ein bisschen Spanisch hätte vielleicht nicht geschadet. Wir landeten auf alle Fälle nicht da wo wir hin wollten. Dafür lernten wir die netten Damen in der Apotheke kennen, die zwar auch kein Wort englisch konnten, aber trotzdem kapierten wo wir hin wollten. Sie haben uns dann netterweise in ein Taxi gesetzt und dem Taxifahrer auch gleich erklärt wo er uns hin bringen soll. So kamen wir, leicht überteuert ans Ziel. Auf dem Rückweg testen wir eine neue Methode. Einfach zum größten Hotel in der Nähe fahren. Nachdem wir gelernt hatten wie man die Namen einschlägiger Hotelketten peruanisch ausspricht, fanden wir auch ohne Problem an unser Ziel.
Morgen geht es mit dem Bus 1000 km Richtung Süden, bis nach Arequipa.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Lima: Ankunft

Nach 12 Stunden Flug sind wir ziemlich müde in Lima angekommen. Unser Abholservice am Flughafen hat super funktioniert. Unser Fahrer hat uns auf spanisch erklärt wo wir vorbei fahren. Auch wenn wir nicht antworten konnten haben wir doch das ein oder andere verstanden.
Jetzt werden weit erstmal Lima erkunden.

Sonntag, 14. September 2014

Zinalrothorn

Gut akklimatisiert machten sich Elmar und ich bei Nieselregen mit wenig Eile auf den Weg nach Zermatt. Nach einem Kaffee am Bahnhof gab es wirklich keine Ausrede mehr, warum wir nicht loslaufen sollten. Immerhin war es mal trocken und so bogen wir kurz hinter dem Bahnhof rechts ab und begannen unseren steilen Aufstieg nach Alterhaupt. An der Trift wollten wir Mittagspause machen und damit wir von diesem Vorhaben auf keinen Fall Abstand nahmen, fing es ca. 15 min vorher an zu regnen. In dem Haus war es angenehm warm, das Feuer knisterte und so trockneten wir allmählich von außen und mit leckerer Suppe auch von innen. Glücklicherweise war es nur ein kurzer Schauer, so dass wir bald unseren Weg ganz alleine, getrocknet und im Trockenen fortsetzen konnten. Von der Umgebung gesehen haben wir leider nicht viel, denn die Wolken hingen tief und bald waren wir in ihnen und wir somit wieder durchfeuchtet. Was für ein schöner Anblick, als sich die Hütte zum ersten Mal in einem Wolkenfenster zeigte. Nach gut 3,5h waren wir oben und freuten uns, uns aufwärem zu können. Doch das wurde nichts: Die Hütte war ganz leer, neben uns war noch ein Alleingänger unterwegs und so war es drinnen ähnlich kalt wie draussen. Zum Essen gab es wenigstens einen kleinen Gasofen, vor dem unsere nassen Klamotten trockneten. Aber die Wahl, schnell ins Bett zu gehen, fiel nicht schwer.
winterliches Zinalrothorn
Unsere Hoffnung auf gutes Wetter hatte sich ausgezahlt: Wir starteten um 4 Uhr bei sternenklarem Himmel ganz alleine. Den Weg zum Gletscher fanden wir gut und auch den Einstieg zum kleinen Kamin fanden wir trotz der Dunkelheit sehr gut. Nur danach war die Orientierung durch die Bänder sehr schwer und wir mussten oft den besten Weg suchen. Als wir endlich den Gletscher erreichten ging gerade die Sonne auf - ein herrlicher Anblick!
Nach dem schönen kurzen Firngrat querten wir ins Couloir zur Gabel hinauf, dieses war reichlich mit Schnee bedeckt und so zogen wir die Firnrinne der Felskletterei vor. Ab der Gabel zog sich der Grat bis zum Gipfel gefühlt unendlich: Wir sicherten auf Grund der heiklen Verhältnisse alles und waren dadurch sehr langsam unterwegs. Doch gegen 11 Uhr waren wir endlich am leicht wolkenumhüllten Gipfel. Dieser lud nicht so richtig zum verweilen ein und so machten wir uns bald an den Abstieg, seilten über die Binerplatte zur Gabel ab und brauchten dann durch den völlig aufgeweichten Firn (der eher Sulz war) sehr lange, bis wir endlich wieder am Firngrat angelangt waren. Obwohl wir diesmal in den Felsbändern Tageslicht hatten, fanden wir trotzdem nicht die Ideallinie und suchten ziemlich lange Durchschlupfe. Glücklich, an einem solchen Berg komplett allein unterwegs zu sein, waren wir zu müde und zu faul noch abzusteigen und blieben noch mal eine Nacht auf der Hütte, die schließlich mehr als genug freie Plätze hatte....

Samstag, 23. August 2014

Der Logenplatz im Wallis

Lange war dieses Wochenende geplant gewesen und endlich hatten wir einmal eine positive Wetterprognose. Nach Leichtathletik im Letzigrund Freitag Abend starteten Teresa, Zachi und ich erst gegen 11:00 in Zürich. Aber wir wollten auch nur auf die Turtmannhütte aufsteigen. Nach einer interessanten Anreise mit Zug bis Visp, Bus nach Turtmann LTUO, Luftseilbahn nach Oberems und Lokalbus nach Gruben starteten wir etwas später als geplant und weiter vorne im Tal als erhofft unsere Tour (einer der Nachteile bei Anreise mit dem ÖV). So hieß es erst mal das Tal nach hinten zur Vorderen Säntum schlappen, zum Glück waren wenige Autos unterwegs. Wir entschieden uns dann für den Schluchtenaufstieg - eine schöne Alternative zum Fahrweg. Auf halben Weg zum Stausee kamen wir dann auf diesen und folgten nun dem Normalweg. Die Hütte ist früh einsehbar und trohnte auf einem Felsblock im Abendlicht. Nach 3h pünktlich zum Abendessen waren wir auf der sehr vollen Hütte - die Wetterprognose hat wohl noch andere überzeugt....
Bishorn Ostwand
Am Brunegghorn, 3833m

Um halb 6 starteten wir am Sonntag gemütlich Richtung "Gässi" im Schein unserer Stirnlampen. Diese steile Rinne wurde beim näheren Hinsehen ziemlich harmlos - nach dem ersten Anstieg führt eine Seilsicherung rechts hinaus - macht auch bei dem vielen Schutt Sinn. Nach diesem ersten Höhengewinn folgt der Weg einer alten Seitenmoräne bevor man bei einem Steinmann auf ca. 2880m Richtung Gletscher abbiegt. Auf dem Weg hierher genossen wir den wunderschönen Sonnenaufgang an der Bishorn-Ostwand. Bei ca. 2900 m kommt man auf den Gletscher, der fast bis ganz unten eingeschneit war, so haben wir direkt hier angeseilt. Mittlerweile haben 3 Italiener zu uns aufgeschlossen, die wir an diesem Tag immer wieder getroffen haben. Sonst waren wir alleine unterwegs und genossen die Ruhe. Nachdem uns die ersten Sonnenstrahlen unterhalb des Bruneggjochs getroffen haben, entledigten wir uns der warmen Klamotten.
Das majestätische Weisshorn mit dem Nordgrat
Nun steilt auch der Gletscher etwas auf bis in die Scharte rechts vom Gipfel. Durch den vielen Schnee in diesem Sommer war die Westflanke wunderschön im Trittfirn bis zum Gipfelkreuz zu gehen. Das sich hier zeigende Panorama ist einfach überwältigend: Von den Berner 4000er über die gesamte Mischabel- und Weissmieskette, weiter über die Monte Rosa bis zum Matterhorn und dann natürlich ganz besonders beeindruckend, das Weisshorn mit dem wunderschönen Nordgrat - hier wirkt das Bishorn nur wie ein kleines Vorgeplänkel des großen majestätischen Gipfels. Ich konnte mich kaum losreißen - doch war es trotz des genialen Wetters ziemlich windig und kalt, was uns schließlich den Abstieg leichter machte. Am Bruneggjoch in der Sonne und im Windschatten holten wir unsere Gipfelrast nach und setzten dann gemütlich unseren Weg aufs "Festland" und zur Hütte fort. Nach kurzer Pause starteten wir auch den Abstieg ins Tal bis Gruben, von wo aus wir den abteuerlichen Heimweg antraten. Das Brunegghorn ist mit Sicherheit einer der schönsten Aussichtsberge im Wallis und noch dazu eine schöne Gletschertour.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Nass bis auf die Haut....

Wer kommt eigentlich auf die Idee bei so einem Wetter in die Berge zu gehen? Na gut, die Wettervorhersage hatte etwas Spielraum für gutes Wetter gelassen, doch als wir Samstagmorgen in Rosenlaui ankamen, regnete es. Die Motivation da jetzt raus zu müssen war bei allen ziemlich gering, so war die Entscheidung, erst noch mal einen Kaffee im Trockenen zu trinken, schnell getroffen. Aber alles rauszögern half nichts, es regnete und so machten wir uns möglichst regendicht fertig und zogen los. Das Ziel war die Dossenhütte. Kalt war es nicht und so schwitzten wir ziemlich unter den GoreTex-Klamotten, was zur Folge hatte, dass wir bald vollständig durchnässt waren. Wasser hatten wir jedenfalls genug, sowohl von oben als auch von unten. Der Fels war aber noch gut griffig, nur die Handschuhe konnten regelmäßig ausgewrungen werden. Wir waren froh, als wir am frühen Nachmittag oben waren und erstaunt, dass die Hütte trotz des schlechten Wetters relativ voll war. Aber die Hoffnung auf gutes Wetter für Sonntag war wohl nicht nur bei uns vorhanden.
Am Sonntag klingelte um 5:00 der Wecker, draußen war es neblig, wir mitten in den Wolken. Nach einem etwas längerem Frühstück starteten wir um 6.15, immer noch in den Wolken, in 3 Dreierseilschaften auf den Dossengrat. Wir kamen dadurch, dass wir alles sicherten, der Fels ziemlich nass war und wir keine eingespielten Seilschaften, nur sehr langsam voran und auch das Wetter wurde keinen Deut besser. Trotzdem war es eine schöne Kletterei. Kurz vor dem Dossensattel gibt es noch mal einen kleinen Minigipfel, über den wir kletterten. Gesehen haben wir von dort oben nichts Höheres – und da wir sehr lange hierher gebraucht hatten, definierten wir diesen als unseren Gipfel und stiegen zum Dossensattel ab und über den Gletscher zurück zur Hütte. Schließlich stand noch der lange Abstieg nach Rosenlaui bevor. Auch hier war der Fels sehr nass und so war aufpassen angesagt, es ging aber besser als erwartet und je weiter wir nach unten kamen, desto besser wurde das Wetter. Sogar die Sonne bekamen wir kurz zu Gesicht. Unten angekommen, hatten wir an diesem Wochenende so viel Wasser gesehen, dass wir beschlossen zum Abschluss trotz der nur mäßigen Temperaturen in den Brienzer See zu springen – schön war das :-)

Sonntag, 20. Juli 2014

Und gleich nochmal

Vorderer Tierberg
Weils so schön war, gings am Samstag auf die Tierberglihütte (2795m). Die größte Diskussion war der Wetterbericht, der leider alles andere als gut war, aber zumindest ließ er positiven Interpretationsspielraum. Deswegen hatten wir uns auch entschieden zu fahren. Durch den vielen Neuschnee haben wir uns für den normalen Hüttenzustieg entschieden, ohne Klettersteig. Aber auch auf dem Normalweg hat man viel Fels- und in unserem Fall auch Schneekontakt. Trotzdem waren wir in 2h oben und sind nicht nur trocken geblieben, sondern haben sogar kurz die Sonne gesehen. Das machte Hoffnung auf mehr. Den Nachmittag haben wir mit einer Spaltenbergungsübung am Windkolk vor der Hütte verbracht, und letztendlich sollte der Wetterbericht leider recht behalten: Patschnass kamen wir zurück zur Hütte.
Ja, das war der Gipfel!
Nach längerer Diskussion entschieden wir uns, den Normalweg aufs Gwächtenhorn (3420m) zu versuchen. Der eigentlich geplante Westgrat war voller Neuschnee. Mit extrem wenig Sicht zogen wir um halb 6 in 2 Vierer-Seilschaften los, jede suchte sich aber erstmal unabhängig ihren Weg. Mit uns war noch ein Schweizer Bergführer mit 3 Engländern unterwegs, der eine wunderschöne Spur legte. Auf ca. 3000m machte diese Seilschaft Pause und so spurte ich bis zum Punkt 3225 weiter. Bis hierhin war es kein Problem die Route trotz der wenigen Sicht zu finden, man hatte immer noch irgendwelche Geländekanten und Felsen als Anhaltspunkte. Jetzt übernahm zum Glück Elmar die Spurarbeit, denn bis zum Gipfel gab es keine natürlichen Orientierungspunkte mehr und so lief er nach GPS. Selbst die Gipfelfindung war auf diesem großen schneebeecktem Plateau nicht so einfach. Nach einer kurzen Gipfelrast inkl. Foto machten wir uns schnell wieder an den Abstieg, dieser war dank des Neuschnees sehr gemütlich und so waren wir fast pünktlich zum "z'Nünie" wieder zurück auf der Hütte. Nach einer gemütlichen Kaffepause stiegen wir noch in aller Ruhe bei Null Sicht ab ins Tal. Unten im Tal kam dann der versprochene Regen - aber wir saßen bereits im Trockenen :-)

Ab und zu kann auch so eine geschlappte Nebeltour sehr schön sein, trotzdem schade, dass der Westgrat, genauso wie der mit Anja im Anschluss geplante Galenstock dem Neuschnee zum Opfer fielen. Aber so gibt es natürlich mal wieder einen Grund zurückzukommen!