Dienstag, 30. August 2016

Endlich Urlaub...

Fürs Wochenende war endlich tolles Wetter vorhergesagt. Leider ist es mittlerweile schwierig kurzfristig Hüttenübernachtungen in den Ostalpen am Wochenende zu bekommen. So entschieden wir (Martin und ich) uns, mit einer leichten Kletterei den Urlaub zu beginnen. Die Plattnitzer Jochspitze mit ihrem Ostgrat war dafür bestens geeignet.  Den Einstieg und Route findet man ziemlich gut, ich merkte, dass ich lange nicht mehr am Fels klettern war, trotzdem genossen wir die Sonne am Fels. Die Kletterei ist nicht schwer und so waren doch einige Seilschaften am Ostgrat unterwegs. Oben am Gipfel genossen wir das Panorama und stiegen dann gemütlich zum Spullersee ab. Unten am Lech machten wir uns noch kurz frisch - kalt war das Wasser aber nach so einem Schweißtag doch sehr angenehm.
Weiter zog es uns ins Pitztal, von Sonntag auf Montag hatten wir einen Platz auf der Rüsselsheimer Hütte. Einfach nur auf die Hütte aufsteigen um dann den Mainzer Höhenweg zu gehen, wäre Martin zu wenig gewesen. Also starteten wir bereits gegen 8 Uhr am Parkplatz in Plangeross um über die Hütte und den Westgrat zur Hohen Geige aufzusteigen. Mmmmh Blockkletterei. Doch eigentlich relativ fest und bis auf den Gipfelaufschwung gut zu begehen. Abgestiegen sind wir über den Normalweg - das ist ein reiner Schutthaufen, da war ich doch ziemlich froh, als ich wieder unten an der Hütte war.
Da für den kommenden Tag Gewitter ab Nachmittags angesagt waren und für den Mainzer Höhenweg 10h angegeben sind, hieß es für uns früh starten, um 6 Uhr. Der Himmel war bereits bewölkt, trotzdem konnte sich die Sonne immer wieder durchsetzen. Der Weg führt zuerst hinauf ins Weißmaurachjoch und dann über ein paar Eisentritte über ein Schneefeld über den Höhenzug des Geigenkamm entlang bis zum Biwak. Am Biwak machten wir Mittagspause, bis hierher hatten wir auch 4,5 h gebraucht. Im Norden hatten sich bereits viele Wolken zusammengezogen und es klang auch ganz dumpf nach Donnern doch bei uns schien noch die Sonne - also schnell weiter. Jetzt änderte sich der Charakter - der Weg führt nun meist über den Grat in stetem auf und ab. Der Weg sieht noch weit aus - doch bald sind wir am Abzweig zum Rettenbachferner. Hier rasten wir noch mal, allmählich macht sich nämlich die lange Tour und der Vortag mit seinen 1800 hm bemerkbar. Nun folgen wir dem Franz-Auer-Steig, der erst ordentlich an Höhe verliert und dann noch mal zum Gegenanstieg ansetzt, bevor wir dann final zur Hütte absteigen. 8h nach dem Aufbruch von der Rüsselsheimer Hütte genießen wir den Kaiserschmarrn auf der Braunschweiger Hütte. Das Gewitter kam - um 8 Uhr abends.

Montag, 18. Juli 2016

Viiiiel Schnee im Juli....

Triangle - rechts: Goulotte Chéré
Endlich mal wieder Berge! Das erste Juli-Wochenende sind Erik, Ansgar, Jochem, Axel und ich auf die Cosmique-Hütte mit dem Ziel, steile Eisflanken zu begehen und das Handling im Hochalpinen zu üben. Das Wetter war überwiegend gut vorhergesagt und so entschieden wir uns trotz des vielen Schnees auf alle Fälle mal zu fahren und dann zu schauen, was denn so ginge. Nach gut 5h waren wir von Karlsruhe über den Abstecher Bern, um Ansgar einzupacken, in Chamonix. Die Sonne stand hoch am Himmel und es war sehr sommerlich. Also bloß nicht zu viel anziehen, auch wenn wir gleich 2500m höher sein werden. Mit vielen Touristen reihen wir uns in die Schlange zur Aiguille du Midi ein. Die Fahrt hinauf geht schnell und das Panorama war sehr beeindruckend. Oben angekommen ist es gar nicht so leicht, den richtigen Ausgang zu finden, ein Irrgarten aus vielen Wegen und Tunneln. Wir kommen schnell raus und stehen dann da, mitten unter Sommertouristen im Winter: Das Beäugtwerden ist noch intensiver als am Jungfraujoch, auch der Start der Tour spektakulärer, muss man doch gleich einen Firngrat absteigen, der steil nach Chamonix abfällt. Der Schnee ist butterweich, die Sonne knallt runter und wir sind froh, dass wir nicht zu viel angezogen haben. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir, direkt zum Pt Lachenal (3613m) weiterzugehen und die Hütte rechts liegen zu lassen (die knapp 100 hm zusätzlich sind unakklimatisiert in der Höhe doch unangenehm, außerdem werden wir diesen Weg noch das ein oder andere Mal gehen müssen....). Am Fuß des Pt Lachenal teilen wir uns in zwei Seilschaften aus, die Wand ist vollkommen mit Firn bedeckt, trotzdem packen wir das Seil zum Sichern aus - schließlich wollen wir üben. Ich stapfe mal los und merke schon, dass ich überhaupt nicht an die Höhe angepasst bin. Zwischendurch und oben bieten sich Felsblöcke zum Sichern an, oben hat man einen herrlichen Blick auf den Dent Geant und die Grandes Jorasses. Für mich, die zum ersten Mal in diesem Gebiet unterwegs ist, sehr beeindruckend. Nach einer gemütlichen Pause steigen wir über die flachste Stelle der Wand wieder ab und schlappen gemütlich zur Hütte.
Mont Blanc du Tacul
Für Samstag ist durchwachsenes Wetter mit Gewittern vorhergesagt. Wir starten um 6 Uhr bei teils bewölktem Himmel Richtung Goulotte Chéré - das scheint die einzige Route des Triangle zu sein, wo das Eis nicht von Trittfirn bedeckt ist. Die Wolkenstimmung am Himmel ist interessant, aber nicht so beängstigend, dass wir nicht einsteigen. Wir brauchen etwas, bis wir das Material auf die zwei Seilschaften verteilt haben und wir sichern an zwei unterschiedlichen Punkten die beiden Vorsteiger Erik und Ansgar. Als alle, außer mir, ich sicher Ansgar noch die 1. Seillänge nach oben, am zweiten Stand sind, sind wir plötzlich vollkommen in Wolken eingehüllt und es fängt an zu schneien, innerhalb weniger Minuten sind wir von passablen Wetter bei einem Schneesturm mit Gewitter angelangt und so ziehen wir uns schnell zurück - wenn man hier von schnell reden kann. Als wir alle wieder unten auf dem Gletscherplateau angekommen sind, scheint die Sonne.
Nach kurzer Diskussion entscheiden wir, uns erstmal auf der Hütte aufzuwärmen, der Spinndrift und der Schnee von oben haben und doch ziemlich durchnässt und ausgekühlt. Als wir auf der Hütte sind und uns mit Tee und zweitem Frühstück eingedeckt haben, geht das ganze Schauspiel von vorne los - ich muss sagen, ich bin froh jetzt ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Den restlichen Tag vergammeln wir und für die ursprünglich geplante Spaltenbergung kann sich niemand so richtig motivieren.
Neuer Tag, neues Glück: Die Goulotte hat uns doch in ihren Bann gezogen und so wiederholen wir Sonntag den Einstieg. Überraschenderweise ist eine Seilschaft vor uns (wann die gestartet sind, ist uns nicht ganz klar), doch Eisschlag lösen sie genug aus. Als sie dann auch noch über die Route wieder abseilen, müssen wir im Eisregen und Kälte (die Sonne scheint, aber es weht eine stürmische Brise) ziemlich lang ausharren. Die Kletterei macht aber Spaß. Die Tour ist eingepickelt und damit trotz ihrer 80 Grad nicht so schwer. Die drei kritischen Seillängen steigt Ansgar vor, den Rest gehen wir in Wechselführung. Es macht Spaß, sich immer höher zu pickeln auch wenn ich meine Füße und Finger überhaupt nicht spüre und auch sonst vor Kälte zittere. Wie schön, als wir kurz vor dem Ausstieg endlich auf die ersten Sonnenstrahlen treffen. Der Ausstieg zieht sich etwas, aber oben angekommen bleibt noch genügend Zeit auch auf den Mont Blanc du Tacul weiterzustapfen. Ich spüre die Anstrengung und die Höhe, doch stapfe ich gemählich gen Gipfel. Die letzten 50 hm sind noch mal einfache Felskletterei zum Gipfel (4248m). Oben belohnt uns eine herrliche Rundumsicht, doch der stürmische Wind lässt uns bald absteigen. Kaum sind wir im Windschatten der Taculflanke, stehen wir in unserem eigenen Saft. Zügig durchqueren wir diese - sie sieht zwar sehr beeindruckend aus, aber so recht geheuer ist sie mir mit ihren Spalten und Seracs nicht.
Noch ein Tag mit gutem Wetter soll uns vergönnt sein, aber die Höhe mit dem wenigen Schlaf und der Anstrengung machen sich bei mir doch bemerkbar und so ziehe ich eine kürzere Tour vor. Ansgar und ich wollen über den Cosmique-Grat zur Aiguille du Midi, Jochem, Axel und Erik über eine Firnroute noch mal auf den Triangle. Als wir uns gegen 8 Uhr zum Abmarsch fertig machen, treffen wir Jochem, der sich spontan umentschieden hat. Auf dem Grat ist schon einiges los, doch ist der erste Aufschwung kompletter Trittfirn und Ansgar drückt ordentlich aufs Tempo. So kommen wir als erste an die Abseilstelle und haben dann etwas Zeit, den Weiterweg gut abzusichern. Dabei steige ich das meiste vor - es macht Spaß, sich Sicherungen zu suchen, im Mont-Blanc-Granit findet man immer was.... Am letzten Aufschwung, dem 4b-Riss kommt es noch mal zu unangenehmen Überholmanövern, doch Jochem lässt sich als Vorsteiger nicht aus der Ruhe bringen. Eine schöne, wenn auch mit Steigeisen und Rucksack ungewohnte Kletterei führt uns letztlich über eine Leiter mitten auf die Besucherterasse. Damit endet unsere Tour wo sie begonnen hat - mitten im Tourisengewühl.
Alles in allem war es eine schöne Ausfahrt in ein beeindruckendes Gebiet, die definitiv Lust auf mehr gemacht hat - vielen Dank an Ansgar und Erik für die vielen Tipps und die Geduld :-)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Firn zum Abwinken

Stormheimfjellet
Was wünscht man sich mehr als kurze Anfahrt, Sonne, breite Hänge und tollen Schnee zum Abfahren? - Das ganze mit Blick aufs Meer :-) Alles kein Problem....
Martin und ich sind für eine Woche in den hohen Norden aufgebrochen, da wo Anja nun heimisch ist. Eigentlich sollte Anfang Mai rund um Tromsø und in den Lyngsalpan noch genügend Schnee liegen um schöne Skitouren gehen zu können. Dieses Jahr war es seit Mitte April sehr sonnig und eine stabile Hochdrucklage sorgte für hohe Temperaturen. Aber bekanntlich geht immer mehr als man denkt und so war es auch diesmal.
Am Sonntag war erstmal mit dem Gebiet anfreunden angesagt. Anja hatte eine Tour im Hinterland ausgesucht, Starthöhe: 130m - da sollte auf alle Fälle noch genügend Schnee liegen. Und genauso war es. Der obligate Birkenwald war hier leicht zu durchqueren und danach warteten breite, flach geneigete Hänge bis zum Gipfel des Stormheimfjellet (1181m). An die Abfahrt hatten wir alle keine großen Erwartungen, der Schnee sah hart und zerpflügt aus. Er ließ sich aber trotzdem ziemlich gut fahren und die kleine Variante (etwas früher als im Aufstieg Richtung Osten abbiegen) bescherte uns einen unverspurten Pulverhang im idealen Skigelände - und das mit Blick auf den Fjord. Nun war ein fettes Grinsen auf unseren Gesichtern zu erkennen, das auch die nächsten Tage anhalten sollte.
Abfahrt direkt ins Meer
Montag musste Anja leider arbeiten und so sind Martin und ich in die Lyngsalpan aufgebrochen.
Durch die Anfahrt mit Fähre und Kartenkauf in Lyngseidet war klar, dass wir nicht sonderlich früh auf Skitour kommen werden. Also suchten wir eine kurze Tour. Der Rønestinden (1041m, Start in Lyngseidet) war unser Ziel. Doch da der Schnee doch schon ziemlich abgenommen hatte ging nur noch die linke Aufstiegsvariante Richtung  Kavringstinden, die deutlich länger war und so waren wir trotz der nur 1000hm lange unterwegs. Vor allem hatten wir uns hier im Birkenwald, der deutlich dichter war als gestern, ziemlich verfranst.... Immerhin konnten wir ohne einmal die Ski abzuschnallen aufsteigen - das war aber sicher einer der letzten Tage an dem dies möglich wäre.... Auf halben Weg stand eine wunderbare Hütte am fast perfekten Ort mit Blick auf den Fjord. Hier weiterzulaufen waren wir kurzfristig beide unmotiviert, zum Glück wollte das keiner so richtig zugeben. Die restlichen 400 hm den Hang hinauf waren wir schnell und wie wurden wir belohnt! Eine geniale Rundumsicht und der Genießer-Firnhang hinab zu Hütte (ich schwärme heute noch von dieser Abfahrt). Die restliche Abfahrt war sehr lustig, da sich immer die Frage stellte, wie und wo kommen wir genau durch ohne Abzuschnallen - aber wir haben den perfekten Weg gefunden :-)
Rønestinden
Am Dienstag planten wir auf den Rissavarri (1251m) auf der anderen Fjordseite zu steigen. Als wir das erste Mal einen Blick auf den Hang werfen konnten, war klar, hier geht nicht mehr viel, also entschieden wir noch etwas weiter nach Norden zu fahren und den Storhaugen (1142m) in Angriff zu nehmen. Hier hatten wir auch Glück und fanden ab dem Friedhof von Bjørkli Schnee. Die Route durch den Birkenwald war teilweise so eng, dass wir uns schon fragten, ob man wohl auch anderswo abfahren könne. Heiß war es und so machten wir einen auf norwegisch und zogen sowohl Hose als auch T-Shirt aus. Hier waren noch ein paar mehr Leute unterwegs - dieser Berg scheint auch ein beliebtes Ziel kommerzieller Anbieter zu sein, da wir aber nicht vor Mittag starteten, waren wir alleine am Gipfel und genossen sowohl die Aussicht, wieder mal in alle Richtungen wie auch die Firnabfahrt....
Das war es dann leider mit dem schönen Wetter und einige heftige Regenschauer zogen durchs Land. Man konnte dem Schnee quasi beim Schmelzen zu schauen. Trotzdem wollten wir es Ende der Woche noch mal versuchen. Diesmal mit einem Ziel auf Kvaløya.
Auf den Storstolpan (974m) wollten wir. Dieser Berg liegt ziemlich nahe am offenen Meer und der Startpunkt ist mit ca 200m etwas höher als die anderen Ziele. Das Wetter war nun durchwachsen und Sonnenschein, Wolken und Regen wechselten sich schnell ab. Die Tour führt über eine Moräne zu einem Karsee und von dort über einen steilen Hang (~35°) Richtung Gipfel. Leider war der Schnee durch den starken Regen des Vortags ziemlich durchweicht. Lange diskutierten wir, ob wir den steilen Hang begehen können ohne ins Eiswasser zu fallen oder ob wir lieber die Finger davon lassen sollten. Letztendlich hat die Vernunft und Faulheit gesiegt und wir haben eine schöne Pause mit offenem Meerblick gemacht bevor wir die letzten Schwünge der Saison genossen.
Kvaløya
Was ist mein Fazit? Ein schönes Tourengebiet mit vielen Angeboten - von leichten und schönen Hängen bin hin zu alpinen Abenteuern lässt sich dort alles finden und das ganze ziemlich stressfrei - der Schwede würde sagen "Tar det lungt"

Donnerstag, 7. April 2016

Hänge abgrasen im Winter

Martin im Anstieg zur Eiskögelescharte
Wir wollten Ostern mal wieder eine Chance geben, schließlich sind da vier Tage am Stück frei und es kann nicht jedes Jahr schlechtes Wetter haben. Erik hat eine Ausfahrt auf die Langtalereckhütte organisiert und da schlossen sich Martin und ich an. In der Karwoche war ein stabiles Hoch über dem Alpenraum - die Aussichten für Ostern waren durchwachsen. Die ZAMG schrieb: „Für das Osterwochenende kann man davon ausgehen, dass es nicht strahlend sonnig sein wird. Sonst lässt sich nichts seriöses sagen.“ Aha - aber die Hoffnung stirbt zu letzt. Am Gründonnerstag schien die Sonne über dem See, wenn auch nur morgen noch halbwegs passables Wetter wäre…. So starteten wir mit dem starken Reiseverkehr gen Ötztal. Nach dem Arlberg war das Wetter gut und die Nacht klar. Dies ließ uns zumindest für Freitag hoffen.
Die Abfahrt vom Rotegg
In Zwieselstein hatten wir noch ein Notlager bekommen, so dass wir zum Glück nicht mehr nachts auf die Hütte aufsteigen mussten. Am Freitag war das Wetter morgens deutlich besser als erwartet - ein ganz hohe dünne Schleierbewölkung trübte etwas den Blick, doch während des Aufstiegs durch das Skigebiet wurde uns sehr heiß, eine Bekleidungsschicht nach der anderen fiel. In Skiunterhemd, Weste und Stirnband ließ es sich aushalten. Am Eingang zum Rotmoostal entschieden wir uns, den Weg übers Eiskögele zu versuchen, das Wetter schien stabiler zu sein, als angekündigt. Nach dem steilen Aufstieg über die Nordostflanke wurde es etwas flacher und wir waren ganz alleine unterwegs. Immer wieder zogen ein paar Wolkenfetzen durch, doch die Sicht wurde nie richtig schlecht, nur der Anstieg zog sich und die Wärme staute sich. Endlich erreichten wir den Beginn des letzten Aufschwungs vor der Scharte und schnallten die Ski auf den Rucksack (Höhe und Wärme hatten mich fertig gemacht). Über ein paar Trittstufen und ein Drahtseil ging es nun sehr steil in die Scharte hinein. Von dort leuchtete das schöne Steinmandl vom Eiskögele herüber. Da die Zeit jedoch schon fortgeschritten war und die  Sicht sich nun endgültig zu verschlechtern schien, entschieden wir, den Gipfel sein zu lassen und direkt die Abfahrt in Angriff zu nehmen. Die ersten Schwünge im Windharsch waren unangenehm, dann genossen wir die Abfahrt, bis wir mitten in den Wolken standen. Jetzt hieß es nur noch alte Spuren suchen und anhand dieser Richtung Hütte navigieren. Ziemlich gut haben wir es getroffen - irgendwann haben wir Stimmen gehört und wussten, jetzt ist die Hütte gleich um die Ecke :-)
die Schlucht der Gurgler Ache
Samstag morgen haben wir es ruhig angehen lassen, schließlich sollte es erst im Laufe des Vormittags aufklaren. Geschneit hat es über Nacht, ca 20 cm. Zu acht sind wir dann ins Langtal aufgebrochen - wir legten die ersten Spuren von der Hütte hinab  durch lockeren Pulver. Von dort schlappten wir uns gemütlich ins Langtal ein, bevor wir sehr steil Richtung Rotegg aufstiegen. Die Sicht war nach wie vor schlecht, und so ganz sicher waren wir uns nicht mit der Aufstiegsroute gewesen. Nachdem wir die Steilstufe überwunden hatten, machten wir erstmal Pause, da wir unbedingt eine Positionsbestimmung durchführen wollten. Wie gerufen lichtete sich der Nebel kurz, bevor er dann ganz verschwand und es ein strahlend schöner Tag wurde. Den letzten Hang zum Rotegg ließen wir lieber unberührt, da hatte es in der Nacht doch ziemlich geblasen und genossen es, die ersten Schwünge in den Schnee zu setzen. Wir wanderten im T-Shirt noch etwas weiter Richtung Langtaljoch um einen ideal geneigten Durchschlupf auf den Langtalferner fahren zu können. Selbst auf dem Langtalferner hatten wir Spaß und genossen den unverspurten Schnee. Zur Hütte zurück mussten wir zwar noch mal auffellen, kamen aber ziemlich problemlos dort an. Eine einsame Tour mit herrlichem Pulver.
Für Sonntag war dann gutes Wetter vorhergesagt, mit am Nachmittag aufziehender Bewölkung. Diesen Tag wollten wir zu sechst nutzen, um auf die Hochwilde zu kommen. Der spektakulärste Teil der Tour war der Beginn. Die 200 hm Abfahrt zur Gurgler Ache waren verglichen mit dem Vortag kein Vergnügen. Doch der Durchschlupf durch die Schlucht war schon spannend – teilweise ist diese nicht breiter als 2m und man kommt nur mit Ski auf dem Rücken durch. Ein Seil erleichtert dort die kurze Kletterei. Am Ausgang der Schlucht steht leider das schöne Gletschertor nicht mehr, auch sonst sieht man trotz Winter den starken Gletscherrückgang. Eine ganz schön lange Wegstrecke ist bis zum Fuß der Hochwilde zurückzulegen. Durch das leicht kupierte Gelände kam mir die Strecke bis zum Anakogel nicht so lang vor, der Weg bis zum Fuß der Hochwilde zog sich dann aber doch. Am Skidepot war einiges los. Doch die Kletterei am Klettersteig bis auf den Nordgipfel habe ich trotzdem sehr genossen. Sie ist imposant, ausgesetzt und nicht zu lange. Mit etwas Glück waren wir dann alleine am Gipfel und konnten noch die Rundumsicht genießen. Im Süden häuften sich schon dickere Wolken auch war bei uns schon eine Schleierbewölkung da, was aber eher angenehm war, so war es nicht wieder so wahnsinnig heiß wie die vergangenen Tage.
Am Grat des Vorderen Seelenkogel
Für die Abfahrt wollten wir durchs Langtal zurück. Die steile Flanke auf den Ferner war bereits eingefahren doch unten boten sich auch durch die Spaltenzone noch schöne Schwünge. Die Spur hinaus war etwas schneller als am Vortag, so blieb uns das Schieben erspart. Nur das Zurücklaufen lässt sich hier nicht verhindern.
Für den Montag wollten Martin und ich eine Tour gehen, die uns auf interessantem Wege nach Obergurgl zurückführt. Da stach uns der Vordere Seelenkogel (3290m) ins Auge (der Hintere wäre einfach zu lange gewesen). Gemeinsam mit Erik und Christoph, die uns begleiteten und der Truppe die über das Eiskögele nach Karlsruhe zurück wollte, starteten wir bei herrlichem Wetter an der Langtalereckhütte. Auf ca 2700 m trennten sich dann unsere Wege. Wir bogen nach rechts ab immer unterhalb des Felsrückens Richtung Seelenferner querend. Hoch sah der Mittlere Seelenkogel aus und die Flanke durch die wir auf den Grat zum Vorderen Seelenkogel gehen wollten war von der Ferne nicht klar auszumachen. Doch je weiter wir uns dem Grat näherten, desto klarer wurde die Aufstiegsspur. Die kurze Flanke (ca 80 hm) sowie den ersten Teil des Grats gingen wir mit Steigeisen bevor wir bis zum Skidepot wieder auf Ski umstiegen. Die Flanke rechts fiel steil ab, wir folgten also dem Grat. Mittlerweile waren die Wolken vom Alpenhauptkamm rüber geschwappt und kurzzeitig standen wir im Nebel. Am Gipfel war wieder alles frei und überall sonst schien schlechteres Wetter zu sein - die richtige Tour gewählt :-) die Nordflanke sah gut aus und nach kurzer Diskussion entschieden wir uns dort rein zu fahren. Herrliche Schwünge boten sich uns...
Wo sind wir da durch?
Anstatt der eigentlichen Abfahrtsroute zu folgen, entschieden wir uns den Spuren des lokalen Bergführers vor uns zu folgen - irgendwie wird man schon auf den Gletscher kommen. Und so war es auch, durch steile Rinnen gelangten wir letztendlich ganz komod ins Rotmoostal. Von unten sah die Abfahrt sehr wild aus, wieder finden würde ich sie wohl kaum, aber manchmal braucht man glückliche Zufälle! Unten angekommen, haben wir auf Sommer umgestellt und das Tal rausgeschoben. Dort trennten sich unsere Wege, Erik und Christoph stiegen wieder auf zur Langtalereckhütte, Martin und ich schoben ins Skigebiet und waren ganz unvorbereitet in einer anderen Welt: viele Menschen, weicher Schnee, Lärm... Auf der weichen Piste zogen wir unsere letzten Schwünge, damit ging ein wunderschönes Osterwochenende zu Ende, denn viel besser was Schnee, LLB und Wetter angeht, kann man es kaum treffen!

Dienstag, 8. März 2016

Pulverschnee und Windharsch

Selten bot ein Wochenende so viel und eigentlich war alles anders geplant. Nachdem uns Mori und Zachi zumindest teilweise fürs Wochenende abgesagt haben, sind Martin und ich kurzerhand am Samstag zum Powdern nach Laterns gefahren. Es schneite den ganzen Tag und so konnten wir uns ein paar Stunden ziemlich allein austoben.
Tiefblick
Sonntag starteten wir dann gemeinsam mit Zachi von Zürich aus Richtung Churfirsten - eine lange Diskussion über ein passendes Ziel angepasst an Lawinenlage und Wetter war vorausgegangen und der Selun war die beste Kompromisstour. Im Aufstieg durch den Wald sahen wir die ersten Wolkenlücken und nach und nach gaben die Wolken mehr und mehr von der Umgebung frei, bis schließlich sogar der Säntis zu sehen war und wir in der Sonne standen. Der Schnee fühlte sich super an - leichter Pulverschnee und trotz der engen Kurven durch den Wald freuten wir uns auf die Abfahrt. Wie waren wir dann doch überrascht als wir über die Kante kamen und einen freien Blick auf den Gipfel hatten: Da hatte der Wind doch ganze Arbeit verrichtet....
Selun 2205m
Immer wieden zogen Wolkenfelder durch und wir hofften bis zum Schluss auf den Tiefblick zum Walensee - warum sonst soll man auf einen windverblasenen Churfirsten steigen? Doch zum Glück war uns das Wetter hold.
Nach einer kurzen Gipfelrast - es blies doch ordentlich, machten wir uns auf zur Abfahrt. Die ersten Schwünge waren gewöhnungsbedürftig, doch irgendwann lässt man sich einfach nur noch überraschen - breche ich ein oder hält mich der Ski oben? Anstrengend war die Abfahrt des Selunrücken.
Immerhin gab es unterhalb des Rückens bis zum Wald ein paar nette Schwünge im Pulverschnee. Die ersten Kehren im Wald konnten wir abkürzen, danach ging es über die Bobbahn runter um dann den letzten freien Hang noch mal im unverspurten, doch hier schon deutlich schwereren Schnee, zu genießen.
So kamen wir letztendlich doch unerwartet zu einer schönen Skitour trotz mieser Wettervorhersage und ansgespannter Lawinenlage.

Mittwoch, 2. März 2016

Wilder Haufen

Namloser Wetterspitz
Sa, 5 Uhr klingelt der Wecker. 5:20 stehe ich mit Rucksack, Ski und Schuh vor der Tür und werde von Arno aufgesammelt. Wir kommen gut durch, die Umfahrung des Füssener Tunnels kostet uns gerade mal l0 min, so dass wir gemeinsam mit Uta, Bernhard, Sandra, Tobias und Hansi um 9 Uhr zur Namloser Wetterspitze aufbrechen können. Das Wetter ist leicht bedeckt und bis zur Fallerscheinalpe (1302m) ist es ein gemütliches Einschlurfen. Wenig Schnee links und rechts, dabei hat es doch gestern noch geschneit....
An der Alpe wird aus dem Fahrweg ein Wanderweg, dieser führt kurz durch den Wald, ein wenig auf und ab, bevor wir wieder freie Hänge erreichen. Das Tal zieht sich nach hinten, wir gewinnen nur wenig Höhe und queren einige Bachläufe, die aus den steilen Hängen sich den Weg nach unten suchen. An einer eingeschneiten Hütte im Tal auf ca 1750m machen wir eine Vesperpause in der Sonne, die die Schlierenbewölkung aufgelöst hat, das Ziel fest im Blick: Die Wegstrecke liegt hinter uns - jetzt kommen die Höhenmeter. Und die ziehen sich.... Skidepot in einem riesigen, windgeschützten Windkolk eines Felsens, von hier aus steigen wir zu Fuß bis zum Gipfel (2553m). Im Süden zeigt sich die Föhnmauer, auch bei uns bläst es hier oben ordentlich, so dass ein schneller Rundumblick aufs Panorama reicht.
ideales Skigelände
Für die Abfahrt entscheiden wir uns für die steile Südwestflanke immer auf der Suche nach gutem Schnee. Im Schatten finden wir noch ein paar schöne Schwünge und natürlich darf in der Fallerscheinalpe der Einkehrschwung nicht fehlen. Der Weg zum Auto ist kurz. Zufrieden und erfüllt von der schönen Tour fahren wir nach Namlos ins Gasthof Kreuz, hier treffen wir auf die Gruppe Erik, Ralf, Flo und Bernie, die von der Mittelbergumfahrung zurück kommt.
Hintere Steinkarspitze

So, 7 Uhr Frühstück, wir warten auf den LLB. Die Verhältnisse sind durch den starken Wind doch heikler als gewünscht. Planänderung - alle 11 fokussieren die Steinkarspitze. Aufbruch nach Kelmen (1350m), von dort über Wirtschaftswege und Lichtungen durch den Wald hinauf. Statt der Querung nehmen wir den Hang ins Rotbachtal mit, sind zwar nur knapp 100hm, doch diese mit schönem, unberührtem Schnee. Aus dem Tal zieht sich der Aufstieg auf die hintere Steinkarspitze (2215m). Diesmal zwar keine Sonne am Gipfel, aber auch kein Wind. Nach einer ausführlichen Rast, Abfahrt Richtung Steinkar und noch mal hinab ins Rotbachtal (hier ist einfach der Schnee am Besten). Nach dem kurzen Gegenabstieg geht's wild zu: Es firnt leicht auf, jeder dreht noch mal auf, man könnte meinen, es sei die erste Abfahrt in der Saison....
Den Sonntagnachmittag verbringen wir dann auf der Autobahn, in Gedanken ein schönes Wochenende mit zwei schönen Touren und ein paar herrlichen Schwüngen.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Packliste für Skitouren

Wenn man oft unterwegs ist, weiß man, was in den Rucksack kommt, doch zu Beginn jeder Saison vergisst man gerne etwas. Deswegen hier die Packliste für Skitouren, natürlich hat jeder seine eigenen Vorlieben, dass muss jeder selbst herausfinden.

Hardwear:
- Ski
- Schuhe (inkl. Innenschuhe :-))
- Felle
- Stöcke (inkl. Winterteller)
- Harscheisen (lieber einmal zu viel dabei...)
- Rucksack (evtl. Lawinenrucksack)
- Helm

Notfall-Ausrüstung:
- LVS (inkl. Batterien!)
- Schaufel
- Sonde
- Erste-Hilfe-Paket (inkl. Rettungsdecke, Blasenpflaster, Tape)
- Biwaksack
- Stirnlampe

Bekleidung:
- dicke Handschuhe
- Mütze
- Jacke für die Abfahrt
- dünne Handschuhe für den Aufstieg
- Funktionsunterwäsche
- dünner Fleece
- Weste
- Skisocken
- Tourenhose
- Schneebrille
- Buff

Sonnenschutz:
- Sonnenbrille
- Labello
- Sonnencreme

Sonstiges:
- Karte & Tourenbeschreibung
- Packsack
- Ausweis
- Höhenmesser
- Kompass
- Vesper
- Thermoskanne
- Wachs (bei Eis am Ski & Stollen)
- Basislagergurt / Reepschnur (kann man immer brauchen)
- Kamera (damit es hier hinterher auch ein paar Bilder gibt)
- Ersatzbatterien (für LVS & Stirnlampe)
- Kniebandage
- Einlegesohle
- Tape

Samstag, 2. Januar 2016

Auf der Suche nach Schnee...

Es ist mal wieder Weihnachten. Hochdruckeinfluss über den Alpen, bis zu 15 Grad warm und alles grün. Lawinenlagebericht klingt jeden Tag gleich: "...Die Mitreiss- und Absturzgefahr sollte beachtet werden..." Also statt Loipeln Mountainbiken....
...aber irgendwie muss man die Zeit zwischen den Jahren bei dem herrlichen Wetter nutzen... Hat es nicht vielleicht doch irgendwo Schnee, wo man wenigstens mal schnuppern könnte? In der Zentralschweiz hat es angeblich etwas mehr, die Lidernenhütte schreibt was von Firnbedingungen...
Blick von der Seilban Spilau
Das müssen wir testen... So sind Martin und ich am 29.12. früh morgens aufgebrochen und haben uns auf den Weg nach Riemenstalden gemacht. Die Dämmerung am Wittoh erzeugte eine wunderbare Stimmung - die Alpen lagen in einem roten Licht, das Rheintal und der See in dichtem Nebel. Schön war es auch, in Riemenstalden wieder aus dem Nebel rauszufahren und herrlichen Sonnenschein zu sehen. Aber alle Südhänge waren ganz braun - kein Schnee. Die Fahrt mit der kleinen Seilbahn ist immer wieder ein Vergnügen. Der Aufstieg auf den Rossstock (2461m) war schön, bei der ersten Tour der Saison musste ich mich erst wieder an die ungewohnten Bedingungen gewöhnen.
Blick vom Gipfel
Der Gipfelhang war total abgeblasen, so haben wir ca. 100 hm unterhalb des Gipfels bereits Skidepot gemacht. Vom Gipfel hatte man eine herrliche Fernsicht - nach Norden war alles braun, nach Süden oberflächlich weiß. Die Abfahrt auf dem unangenehm hart gefrorenen verspurten Schnee gewöhnungsbedürftig....
Alles in allem trotzdem ein schöner Ausflug, auch wenn der Schnee etwas fehlte....

Samstag, 14. November 2015

Klettern im Donautal

Diesen Herbst habe ich ein naheliegendes Klettergebiet kennen und schätzen gelernt: das Donautal. Eigentlich direkt um die Ecke, war ich doch noch nie zum Klettern dort gewesen. Dafür habe ich es nun gleich ein paar mal genossen, begonnen im September bei einem herrlichen Herbsttag am Schreyfels (Opakante) und den Hausener Wänden. Die Opakante ist eine schöne Kletterei im oberen dritten Grad, kurz vor der letzten Seillänge bekommt man zum ersten Mal die Burg Werenwag durch eine Felslücke zu sehen. Die letzte Seillänge ist führt dann durch einen Kamin hinauf zum Ausstieg und einem Aussichtspunkt. Dort oben haben wir die herrliche Sonne genossen und den Ausblick ins Donautal bevor wir abgeseilt haben (man muss hier abseilen!).
T-Shirt-Wetter im November....
Im Oktober war ich mit Martin im Hochnebel am Stuhlfels. Die herbstliche Färbung war wunderschön anzusehen, doch leider wollte die Sonne nicht so recht durchspitzen... Wir sind den Südostpfeiler (4,5,4) geklettert, der vor allem im Mittelteil zwar sehr leicht aber auch entsprechend unübersichtlich ist. Danach wollten wir eigentlich den Irisweg (4,4) klettern, doch hier wäre anstehen angesagt, so sind wir spontan in den letzten Mohikaner (5+,6-) eingestiegen. Die Route sieht von unten leichter als angegeben aus und ist es auch - sie war eine wunderschöne Kletterei!
Die schönen und warmen Novembertage haben wir auch noch mal genutzt und sind an den Blicklefels. Die meisten scheinen schon die Saison abgeschlossen zu haben, denn wir waren beinahe alleine unterwegs und haben uns in der Blicklekante und im Dreierweg ausgetobt. Vor allem der Dreierweg hat mir durch seine direkte Linie sehr gut gefallen.
Alles in allem auf jeden Fall ein sehr schönes Klettergebiet direkt um die Ecke und im Herbst ist's dort einfach am schönsten...

Sonntag, 13. September 2015

Heilbronner Weg

der erste Schneemann :-)
Eine lange Alpenpause hatten wir beide. Umso schöner, dass Anja und ich endlich mal wieder gemeinsam in den Alpen unterwegs waren. Anja ist gerade auf Heimaturlaub in Deutschland und so wollten wir ein paar Tage den Allgäuer Hauptkamm entlang wandern. Doch leider kam der erste Wintereinbruch und das unbeständige Wetter genau als Anja endlich den genialen Europasommer genießen wollte. Somit haben wir unsere Tour verkürzt und die zwei guten und stabilen Tagen genutzt, wenigstens den Heilbronner Weg zu gehen. Aufgestiegen sind wir gemeinsam mit Franzi von der Fellhornbahn aus. Die Luft war kühl und klar und die Berge leuchteten weiß. Viel Matsch und Bauarbeiten haben uns im Aufstieg begleitet. Franzi musste leider abends wieder zurück und so trat sie auf der Enzianhütte den Rückweg an, während Anja und ich dem Weg zur Rappenseehütte folgten. Einige Wanderer überholten wir, die meisten wollten am nächsten Tag den Heilbronner Weg gehen. Ab ca 1900m grüßte der Schnee, wenn auch schon sehr aufgeweicht, aber rausgezogen hat es ihn heute nicht....
Sonnenaufgang an der Rappenseehütte
Auf der Hütte gab es viele Diskussionen, ob der Weg denn nun begehbar sei oder nicht. Zumindest heute war niemand rüber gekommen. Wir entschieden uns für einen gemütlichen Aufbruch und wollten und die Lage genau ansehen und uns nicht auf die ungenauen Aussagen verlassen. Trotz unseres späten Aufbruchs gegen 8 Uhr hatten wir ab der Steinscharte niemanden mehr vor uns. Die Orientierung war kein Problem, immer wieder schauten genügend Markierungen aus dem Schnee heraus, außerdem war am Vortag schon jemand am Hohen Licht gewesen. Ab 2300m war es dann aber doch zum Aufpassen: Die Spuren vom Vortag waren gefroren und so musste man genau hinsehen wo man zwischen den Felsen hintritt. Doch der Weg ist an allen entscheidenden Stellen mit Drahtseilen gesichert. Spontan entschieden wir uns, das Hohe Licht rechts liegen zu lassen und direkt den Weiterweg anzutreten, was dazu führte, dass wir ab dem Heilbronner Törl spuren durften.
Im Aufstieg zum Heilbronner Tor
Doch der nette Nebeneffekt davon war, dass wir ganz alleine unterwegs waren und die herrliche Landschaft erst im Schatten und anschließend in der Sonne genießen konnten. Der Weg gestaltete sich für uns problemlos. Am Schwarzmilzferner kamen uns dann zwei entgegen, somit hatte sich ab hier die Spurarbeit erledigt. Nachdem wir schon das Hohe Licht ausgelassen hatten, wollten wir zumindest auf die Mädelegabel. Diese war bereits schneefrei, die Steine waren teils noch vom Schmelzwasser nass. Der Ausblick war nicht ganz so grandios, denn es hatte im Laufe des Tages immer mehr zugezogen und so war es zwar noch sonnig, aber nicht mehr klar. Ab der Mädelegabel zog sich der Weg bis zur Kemptener Hütte dann doch noch hin, auch wenn wir ein paar Abstiege durch Abfahren im Schnee verkürzen konnten. Gegen 15 Uhr kamen wir auf der Hütte an und freuten uns auf Apfelstrudel und Schorli. Doch leider gab es keinen Apfelstrudel :-( so musste ein Kuchen herhalten.
Freche Bergdohlen bei unserem Vesper
Rückblick auf die Mädelegabel
Nach der Stärkung nahmen wir im Sturmschritt den letzten Teil des Weges in Angriff: Der Abstieg nach Spielmannsau. Unterwegs trafen wir noch zwei, die uns über die Abfahrtszeit des Busses informierten und so saßen wir um 17.10 Uhr glücklich und zufrieden im Bus zurrück nach Oberstorf zum Auto.
Es war eine sehr schöne Tour, v.a. auch weil sie durch den Schnee interessanter wurde und deutlich weniger Leute unterwegs waren.