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Freitag, 12. September 2008

Rund um den Zürisee

Nun endgültig in Zürich angekommen, habe ich gerade noch ein paar Tage deren Zeit totschlagen werden muss. Und wenn man sich so in Zürich umschaut, dann fällt einem natürlich zunächst der See auf. Und was kann man mit so einem See machen? - Drin schwimmen, hab ich heute erledigt. – Aber vor allem lässt sich so ein See doch ganz wunderbar umradeln. Dass hatte ich mir dann auch für gestern vorgenommen. Immerhin klang der Wetterbericht noch ganz nett. Der Plan war, den Schweizer Velorouten jeweils ein Stück zu folgen.
Zunächst radelte ich also erstmal von Oerlikon zum Hauptbahnhof. Auf dem ersten Bergabstück bremste mich dann auch direkt ein Müllauto ziemlich bedingungslos aus. Das Gefühl, auf so einen Müllschlucker zuzusausen, ist doch eher merkwürdig, aber dank vernünftiger Bremsen schaffte ich es noch rechtzeitig zum stehen zu kommen.
Am Bahnhof angekommen galt es dann zunächst die Radroute Nr. 32 zu finden. Finden ging ja noch, ihr in den Straßengewühl durch Zürich zu folgen, stellte sich dabei durchaus als etwas komplizierter heraus. Aber da ich seit kurzem stolzer Besitzer einer Singletrailmap Zürich bin, konnte ich mich ein wenig orientieren und fand dann doch den Weg unter der A3. Jeder, der diese Autobahn schon mal gefahren ist, weiß ja, dass sie auf Stelzen steht. Hat sich schon mal jemand überlegt was da drunter ist? – Die haben einfach die Autobahn über den Flusslauf der Sihl gebaut!
Mir war ja schon klar das Route 32 nicht am See entlang geht, aber ich hatte gedacht, ich könnte den See, von den Hügeln über die ich biken durfte/musste, sehen. Aber nix da, bis auf ein weit entferntes Wasserfleckchen, dass man zwischenzeitlich sehen konnte, war da nicht viel. Immerhin war der Weg hier noch ganz nett und ging immer wieder über Felder. Irgendwann erreichte ich dann Kirchberg. (Nicht an der Jagst, aber auch sehr nett.)
Bald darauf hörte der Radelspaß dann echt auf, nicht nur, dass ich nichts vom See sah, zu allem Überfluss führte der Weg jetzt auch noch an der Autobahn entlang. Nachdem das so vielleicht ne halbe Stunde ging (gefühlt Stunden) beschloss ich, nicht länger der Radroute 32 zu folgen. Also radelte ich runter zum See und es ging erstmal überraschend viel bergab, war wohl doch schon einiges hochgeradelt. Gelandet bin ich dann in Horgan und es sah auch so aus, als wäre da am See ein wirklich ein nettes Wegchen, dafür musste ich aber erstmal über die Schienen. Da waren halt gerade die Schranken unten, aber der Zug kam dann auch ziemlich bald – nur die Schranken gingen nicht hoch. Ah ja in der Schweiz wartet man gleich auf den nächsten Zug. Nach dem Zweiten gingen sie dann auch tatsächlich direkt hoch.
Entlang ging es dann meist am Wasser, rechts von mir die Schienen, die haben hier echt den besten Platz, vorbei an der Halbinsel Au. Kurz drauf war mein wunderschöner Wanderweg leider wegen Bauarbeiten gesperrt. Also hieß es wieder über die Schienen, da war natürlich die Schranke gerade wieder unten. Zug eins kam, die Schranken gingen nicht hoch. Schon klar, das ist hier halt so, das kenn ich ja schon. Zug zwei kam, die Schranke ging nicht hoch. Ne ist klar, jetzt warten wir auf Zug Nummer drei, der aber nicht lange auf sich warten ließ. Zug drei kam, die Schranke ging nicht hoch. Wollen die mich eigentlich verarschen. Bis Zug vier kam dauerte es dann wirklich ein Weilchen. Aber… Zug vier kam, die Schranke ging nicht hoch. Auf der anderen Seite stand auch eine Frau mit Fahrrad, die in schallendes Gelächter ausbrach was doch irgendwie ein bisschen verzweifelt klang. Aber … hier braucht man eben ein bissel Geduld und die Schrank hebt sich somit nach Zug vier doch noch.
Jetzt war das mit den schönen Wegen am See leider rum und ich durfte wenig begeistert der Landstraße 3 folgen. Aber zunächst kam natürlich auch hier erstmal noch ne Bahnschranke. Schockierenderweise kam da aber nur eine Lock ohne Zuganhang und vor allem auch kein Zweiter. Mhh, sehr unberuhigend. Mit einer kleinen Snickerspause in Wädenswil radelte ich dann also auf der B3 weiter, meine Stimmung sank minütlich und das Wetter konnte mit dicken Wolken auch überhaupt nicht für bessere Stimmung sorgen.
Aber sehr krass, was sich die Leute hier so am Zürisee für Häuser hinsetzten. Also wenn sie nicht wissen wie sie ihr Geld ausgeben soll, ich kann da schon helfen. Teilweise aber wirklich sehr schön gemacht, vor allem moderne Anbauten an alte Häuser die ganz wunderbar zusammen passen.
In Pfäffikon traf ich dann wieder auf die 32, leider führte auch die erstmal weiter an der B3 entlang. In Lachen, sehr netter Hafen, hatte ich dann noch einmal Seekontakt, bevor es, endlich wieder auf Feldwegen Richtung Wangen weiterging, bis ich auf die Veloroute 76 stieß. Hier ließ sich auch die Sonne durch ein paar Wolkenfezen blicken. Man durfte sich eben nur nicht rumdrehen, da sah es weniger gut aus.
Weiter ging es mit Route 76 Richtung Tuggen und Uznach. Dabei ging es am Schloss Grynau vorbei. Hier gab es ein Mountainbikeschild für die Rundtour Solenberg. Leider kann ich dazu überhaupt nichts finden, würde mich also über Tipps freuen.
Nach dem ich in Schmerikon wieder an den See gelangte, blieb mir nichts mehr übrig als dem dunklen Himmel entgegenzusehen. Fünf Minuten später, auf Route Nr. 9, fing es dann auch an zu regnen. Nachdem Kamera und Handy im Rucksack verstaut waren, ging es weiter nach Rapperswil. Ein Ort den man durchaus mit ein bisschen mehr Zeit noch mal erkunden könnte. Eigentlich hatte ich hier eine Pause machen wollen und was trinken, aber die Läden am Ufer sahen alle so aus, dass ich mich verschwitzt nicht reingetraut habe. Also ging es weiter, so dass meine Pause ein wenig später, als der Regen gerade wieder mehr wurde, an einem Bahnhof, regengeschützt mit Seeblick stattfand. Nun konnte man in der Ferne auch schon die klare Wolkengrenze und die dahinter folgende Sonne sehen.
Seit Rapperswil war ich auf der Veloroute 66 unterwegs, die mich nun bis Zürich führte. Hier ging es durch nette Siedlungen, wieder mit Häusern deren Bewohner zu viel Geld haben, durch Weinberge hindurch. Mhh und da hingen so viele lecker Trauben dran. Aber das Beste, man hatte fast immer Seeblick. So hatte ich mir das vorgestellt. Die Sonne die nun strahlte, half noch zusätzlich meine Stimmung zu heben. Leider war ich nun schon echt lange unterwegs, ich hab keinen Tacho, aber insgesamt waren es bestimmt 120km, so dass meine Beine allmählich doch eher ziemlich matschig wurden. Irgendwann erreichte ich dann auch das Ortsschild Zürich, leider ist man mit dem Ortsschild Zürich ja noch so gar nicht zu Hause. Nach einem letzten Seeblick hieß es dann also den Berg hoch, zurück nach Oerlikon. Der Hügel wird mir noch jede menge Freude bereiten mit dem Unirad wie ich heute schon erfahren durfte.
Fazit: Veloroute 66 kann man gerne noch mal machen, in die Nähe der Route 32 komm ich nie wieder. Und sonst, ist abgehackt, muss aber nicht wiederholt werden.

Montag, 28. Juli 2008

Biken im Harz

Ein Kurzurlaub mit Mama, Papa und Laura stand an. Damit Laura es aus Magdeburg nicht so weit hatte, ging es für ein verlängertes Wochenende zum Biken in den Harz.
Als aller erstes wollte ich, wenn ich schon mal im Harz war, auf den Brocken. Deswegen suchte ich zuerst einmal Touren aus wie man von St. Andreasberg zum Brocken kommt. Zum Glück bietet der Tourenführer „Der Harz für Mountainbiker“ jede menge Auswahl. Angeboten haben sich dann die Berg- und Silber-Tour (B3) von St Andreasberg nach Braunlage und dann im Anschluss die Gipfelstürmer-Tour Brocken (B4).
Um von St Andreasberg nach Braunlage zu kommen, geht es erst einmal ins Odertal herunter, um dann am Silbersee vorbei wieder nach Braunlage hinauf zu radeln. Von Braunlage ging unsere Tour dann erst einmal auf den Wurmberg. Dort kann man mit der Seilbahn hochfahren und mit Monsterrollern heruntersausen. Beim hochbiken mussten wir nur darauf achten nicht von den Monsterrollern über den Haufen gefahren zu werden.
Von dort aus ging es dann über den Dreieckigen Pfahl Richtung Brocken. Die Mama war schon ziemlich am schnaufen und so wollten wir nicht noch mal 650m abfahren um dann auf den Brocken (1141m) zu radeln. Deswegen nahmen wir eine Abkürzung zur Brockenbahn. Leider war der Weg entlang der Brockenbahn nicht wirklich biketauglich, zumindest nicht wenn man nicht ein totaler Crack ist. Es ging ewig über Stege mit Stufen und wir mussten viel schieben.
Aber schließlich schafften wir es auf den Brocken und nach einer Mittagspause ging es an eine rasante Abfahrt Richtung Schierke. Zurück nach Braunlage ging es wieder über den Dreieckigen Pfahl. Mama und Laura blieben in Braunlage während Papa und ich uns auf den Weg nach St Andreasberg machten, um das Auto zu holen. Leider erwischten wir auf dem Weg aus Braunlage die falsche Bundesstraße und mussten so einen unfreiwilligen Umweg in Kauf nehmen. Zum Schluss ging es dann noch an den Anstieg nach St Andreasberg, der sich ewig in die Länge zog.
Da nun jeder ziemliche Hinternschmerzen hatte, stand für Samstag eine kürzere Tour an. Von St Andreasberg ging es zunächst zum Oderteich und dann weiter nach Torfhaus. Bis zum Oderteich geht es über einen breiten Schotterweg auf der Höhe, eher langweilig. Ab dem Oderteich wurde es dann aber endlich interessanter. Der Rückweg ging wieder am Brocken vorbei zum Dreieckigen Pfahl und dann weiter nach Königskrug. Nach einem kurzen, knackigen Anstieg Richtung Achtermannshöhe ging es an einem wunderschönen Bachbett entlang. Danach folgte eine laaange Abfahrt hinunter ins Odertal. Das man im Harz überhaupt so viel am Stück abfahren kann ist doch sehr überraschend!
Nun hieß es zum Schluss noch die 250hm nach St Andreasberg wieder hinaufradeln. Aber da die Tour ja nicht so lang gewesen war, radelte sich dieses letzte Stück ganz locker.
Am Sonntag mussten wir noch nach Hamminkeln zurück fahren. Also suchten wir eine kurze, aber knackige Tour von St Andreasberg Richtung Süden zum Odersee (Tour A4). Nachdem wir eine Stunde bergab geradelt waren, mit teilweise sehr netter Aussicht, kamen wir in der Nähe des Sees vorbei.
Da man bei einer Rundtour bekanntlich all das was man runter fährt auch wieder hochfahren muss, folgte nun der anstrengendere Teil. Aber trotzdem war es eine nette Tour, für die Länge (28km) mit ordentlich viele Höhenmetern (1100hm).
Insgesamt verfügt der Harz aber über ein gut ausgeschildertes Mountainbikenetz. Leider gehen die meisten Wege über Schotter bzw. sind Waldwege und weniger über Single Trails.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Quer durch Baden-Württemberg

Ich wollte es immer schon mal ausprobieren, von Karlsruhe nach Kirchberg an der Jagst zu radeln. Erst bis Heilbronn und dann weiter nach Osten.
Ein verlängertes Wochenende ohne Pläne stand vor der Tür, hier sah das Wetter gar nicht so schlecht aus, in den Bergen leider weniger prickelnd. Deswegen waren wir auch nicht auf Skitour unterwegs. Also kam ich kurzerhand auf die Idee, man könnte ja endlich mal diese Radtour machen. Viel Zeit zum Überlegen blieb nicht und so schauten wir nur was Map 24 sagte, natürlich ohne Autobahnbenutzung – 140km!
Wahrscheinlich würden es ein paar mehr werden, aber das klang doch eigentlich ganz machbar. Also wollten wir am Donnerstag um 8 Uhr starten. Los kamen wir dann natürlich erst um halb neun, aber was soll’s.
Wir waren guten Mutes und nach Durlach konnte man sich ja auch erstmal gemütlich einrollen. In Grötzingen fanden wir dann auch direkt den Radweg nach Bretten. Der wurde dann aber leider schon mal irgendwie länger als gedacht. Non Stopp hoch und runter und wenn es auch nie viel hoch ist, es kommt halt doch einiges zusammen.
Nach 30 km in Bretten angekommen, bezweifelte ich schon ernsthaft, dass wir jemals nach Kirchberg gelangen würden.
Ab Bretten wollten wir dem Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee Radweg folgen. Der machte auf dem Weg bis Eppingen aber so viel Schleifen, dass wir uns entschieden, lieber ein wenig größere Straßen, anstelle von Feld- und Waldwegen, in Kauf zu nehmen und abzukürzen.
Eine durchaus kluge Entscheidung. Es ging endlich ein bisschen flotter voran. Um Eppingen anzuschauen hatten wir natürlich keine Zeit, aber dass, was wir beim durchrollen sahen, war ein wirklich nettes Städtchen mit schöner Altstadt.
Wir folgten noch ein Stück der Elsenz Richtung Norden, bis wir auf den Kraichgau-Burgen Radweg stießen der uns bis nach Kirchberg bringen sollte.
Ich war in diesem Jahr noch nicht einmal auf dem Rad gesessen und inzwischen fingen Rücken und Hintern an zu schmerzen.
Wir radelten tapfer weiter, ohne noch richtig an unser Ziel zu glauben, Ansa zumindest mit mehr Ehrgeiz als ich und erreichten zum Mittagessen um halb zwei Heilbronn. Zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits 85km hinter uns.
Eine gute Stunde später ging es wieder weiter. Nach so einer Pause fühlt man sich doch gleich um einiges frischer und wir glaubten tatsächlich noch einmal, dass es machbar war.
Aber es wurde später, die Beine schnell wieder müder und vor Bretzfeld standen wir vor der Wahl: Jetzt noch gemütlich bis Öhringen fahren und von dort ohne Probleme einen Zug nach Karlsruhe bekommen oder weiterradeln. Es waren als wir Entscheidungspause machten noch ca. 13km bis Öhringen, wir waren bei 107 km und von Öhringen bis Kirchberg würden noch einmal 62km auf und ab auf uns zukommen. Inzwischen war es dann auch nach 4 Uhr, also um 5 in Öhringen und dann noch einmal mindestens 3 Stunden? - Und man wird ja auch immer müder…
Der Zug war einfach zu verlockend und so stiegen wir um kurz nach fünf in die Bahn nach Karlsruhe. Trotz des nicht erreichten Ziels war es eine sehr nette Radtour und mit dem Mountainbike sind auch 120km ein gutes Ergebnis.
Und jetzt - so nach 5 Tagen erholen und drüber nachdenken – eigentlich müsste es ja schon gehen – fürs Wochenende ist in den Bergen wieder schlechtes Wetter angesagt – Und ein Wochenende ohne Herausforderungen, dass geht einfach nicht!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Mein Rad und ich

Da bin ich wieder. Viel früher als erwartet. Das Wetter hatte kein Einsehen mit mir und die Aussicht auf vier Tage Regen lockten nicht. So entschied ich, als es noch halbwegs einfach war, den Zug zurückzunehmen. Aber alles nach der Reihe:
Freitag machte ich mich auf. Die Wettervorhersage war nicht die beste, die lange Schönwetterperiode schien zu Ende zu sein. Immerhin kam manchmal die Sonne zum Vorschein. Ich startete in Bad Dürrheim. Von dort ging es erst einmal bergauf nach Hochemmingen und weiter nach Öfingen. Bereits bei der ersten Steigung fiel mir auf, dass doch etwas Gepäck am Rad hängt. Wann bin ich schon mal mit Packtaschen gefahren? Obwohl ich mal wieder minimalistisch gepackt hatte, für eine Woche braucht man einfach ein paar Dinge mehr.
Von Öfingen aus, das ich über die alte Straße, den direkten Weg, erreichte, fuhr ich weiter über Ippingen nach Immendingen. Ich hatte mir vorher die Strecke gut eingeprägt, da ich für diesen Teil noch keine Karte besaß. In Immendingen allerdings begann zwar eine Beschilderung für Radfahrer, doch gab es die nur für den Donauradweg. Nach einem kurzen Umweg musste ich schließlich doch der Straße nach Hattingen und weiter zum Witthoh folgen. Von Liptingen aus ging es über einen Waldweg hinunter nach Heudorf im Hegau. Diesen Weg zu finden war doch mehr Intuition, die Karte ist für spezielle Unternehmungen doch etwas ungenau. Schließlich folgte ich den Radwegschildern zum Bodensee. Hier angekommen suchte ich nach einem netten Plätzchen am See, ich hatte Hunger. In Sipplingen wurde ich endlich fündig und ich genoss es, alle viere in der Sonne von mir zu strecken. Mittlerweile war ich schon 70 km gefahren und ich wollte noch den ganzen Bodensee entlang. Doch hier ist alles flach, der Weg gut ausgeschildert, das einzige Hindernis sind zu viele Urlauber. Ich kann mir nicht vorstellen, den Bodenseeradweg im Sommer zu fahren, da schleicht man dann wohl mehr, selbst jetzt im Mai war schon so viel los, dass ich teilweise Slalom gefahren bin. Nur ein paar Radler mit Gepäck kamen mir entgegen, die meisten waren Spazierfahrer oder Fußgänger. Von Fischbach bis Friedrichshafen folgt der Radweg der B31, dieses Stück ist wirklich hässlich. Hinter Friedrichshafen fährt man selten direkt am See, das Ufer scheint moorig zu sein. Auch hatte ich mittlerweile wenig Lust, aber es war ja noch früh am Tag. So fuhr ich bis kurz vor Lindau und fand auf dem Weg eine Unterkunft.
Am Samstag hingen die Wolken tief und ganz dicht, der Himmel war ziemlich dunkel und versprach nichts Gutes. Nach dem Frühstück, ich war der einzige Gast und hatte das Buffet direkt am Tisch, folgte ich dem Bodenseeradweg weiter bis Bregenz. Kühler war es als am Vortag. In Bregenz bog ich dann Richtung Bregenzer Wald ab, ich wollte ins Allgäu. Somit musste ich erst einmal bergauf, nach Langen. Dazu musste ich auf der Straße fahren. Hinter Langen ging es noch mal ein wenig bergab, bevor der lange Anstieg nach Sulzberg folgte. Hier blieb ich ein paar mal stehen, einerseits, um was zu essen, andererseits um den Ausblick zu genießen. In Sulzberg angekommen, packte ich mich ein, hier auf 1000m war es doch sehr frisch. Doch der Ausblick von hier oben ist gigantisch. Vis-a-vis vom Pfänder auf selber Höhe hat man bei guter Sicht in die eine Richtung einen herrlichen Blick zum Alpstein, in die andere Richtung in den Bregenzer Wald und Arlberg. Wahrscheinlich sieht man noch mehr, aber das kann ich leider nicht beurteilen. Die Abfahrt von Sulzberg war steil und kühl, unten angekommen war ich quasi schon wieder in Deutschland. Ich wollte weiter nach Oberstaufen. Etwa auf halber Strecke fing es dann endgültig an zu regnen. So machte ich in einer dieser schön hergerichteten Bushaltestellen, an denen am Wochenende eh kein Bus verkehrt, gezwungenermaßen Mittag. Es sah so aus, als ob es sich einregnen würde. Nach einer dreiviertel Stunde, beschloss ich, mich regenfest zu machen und weiterzufahren. Besonders angenehm war das zwar nicht, vor allem da meine Jacke nicht wie erwartet regenfest ist, aber vom Sitzen wurde mir nur kalt. In Oberstaufen angekommen hörte es auch schon wieder auf und ich war froh, diese Plastiksauna ausziehen zu können. Leider hingen die Wolken so tief, dass ich nichts von der Umgebung sah. Hinter Oberstaufen traf ich dann auf den Bodensee-Königsee-Radweg, den ich bereits in Lindau gesehen hatte, der aber die Berge umgeht und immer am nördlichen Bergrand vorbeiführt. Diesem folgte ich nun bis Immenstadt. Am Alpsee machte ich noch mal eine Pause, die Grüntenspitze war sogar frei. In Immenstadt wechselte ich die Radwege: Ich folgte nun dem Illerradweg bis Sonthofen. Dieser führt am Illerdamm entlang und ist ein Schotterweg. Dank der Nässe war ich schnell total dreckig. Zum Fahren war dieses Stück trotzdem sehr angenehm, zumindest für die 10 km. In Sonthofen ging es dann nur noch an der Straße entlang nach Hindelang, oder wie es heute heißt Bad Hindelang. Hier suchte ich mir eine Unterkunft, das Oberjoch wollte ich am nächsten Tag in Angriff nehmen. Dabei kam ich im Café Sonja unter, eine wirklich nette Unterkunft mit sehr leckerem Kuchen. Abends fing es dann wieder an zu regnen und schüttete die Nacht fröhlich weiter. Die Aussichten für die nächsten vier Tage versprachen keine Besserung, so dass ich am Sonntagmorgen kurzerhand entschied, nach Immenstadt zurückzufahren, um dort den Zug nach Hause zu nehmen. Schade um das schöne Oberjoch, aber vielleicht gibt es ja später im Jahr eine Fortsetzung.

Samstag, 1. September 2007

Mal mit dem Rad unterwegs

Die Zeit zu Hause bei schönem Wetter wollte sinnvoll genutzt werden. So freundete ich mich mit meinem Rad an, das eigentlich ganz nett und geduldig ist. Von Bad Dürrheim fuhr ich über Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen zum Kirnbergsee. Es war für die Jahreszeit schon ziemlich kühl, nur die Sonne und die Berge wärmten mich. Vom Kirnbergsee ging es weiter über die Lange Allee, einen Forstweg im Wald, der ganz allmählich ansteigt und schnurgerade nach Schwärzenbach führt.am Kirnbergsee am Hinterwaldkopf Aber mit den Gedanken auf den „richtigen“ Schwarzwald konnte man diese Durststrecke durchaus überstehen. Von Schwärzenbach ging es über eine rasante Abfahrt auf einer kleinen Straße nach Neustadt und dann weiter über Titisee nach Hinterzarten. Von dort wollten wir weiter zum Rinken, allerdings nicht über den normalen Weg sondern mit einem Abstecher zum Hinterwaldkopf. Die paar Meter auf den Gipfel fühlten sich zu Fuß ganz komisch an. Von dort oben hatte man eine schöne Aussicht auf Freiburg, den Kaiserstuhl und sogar auf die Vogesen. Nach einer kurzen Pause am Rinken ging es fast nur noch bergab: Ein vom Wasser total zerfurchter Weg machte uns MTB-Anfängern kleine Schwierigkeiten, aber auch Spaß. Über den Reimartihof fuhren wir Richtung Bruderhalde und Titisee, das letzte Stück leider wieder auf der Straße. Die 60 km nach Hause legten wir schneller zurück, nämlich mit dem Zug.
  • Streckenlänge: 101 km