Dienstag, 21. Oktober 2014

Salcantay-Trek Tag 3

Der heutige Tag begann eigentlich mit der Nacht und dem kleinen Hund der an Tag zuvor zwischen uns herum gerannt war. Dieser beschloss nämlich zwischen  Mitternacht und halb eins ein richtiges Trauergeheul anzustimmen von dem jeder am nächsten Morgen berichten konnte.
Um halb sechs kam heute unser Koka-Aufwach-Tee. Nach einem Frühstücksomlette ging es gegen 7 Uhr los. Wir folgten einem Bachverlauf auf einem netten Wanderweg durch den Dschungel. Neben Trompetenpflanzen gab es wilde Erdbeeren, die wir in uns hinein stopfen konnten, Kaffee-, Avocado- und Bananenpflazen zu bestaunen.
Um halb 12 erreichten wir Playa. Dort tischte unser Koch so richtig auf und wir konnten uns mit Kartoffeln, Reis und Nudeln voll stopfen. Anschließend ging es mit dem Bus an einer ganzen Reihe Bananenplantagen vorbei nach Santa Teresa. Inzwischen regnete es wieder. Wir verstauten unsre Sachen und verbrachten die nächsten zwei Stunden in Hot Springs.
Nach einem wieder einmal reichhaltigen Abendessen wurde hier auf dem Campingplatz der Partyabend eingeläutet. Wir hingegen entschieden uns lieber für die erste Runde Shithead dieses Urlaubs.
Ein netter Tag im Dschungel mit vielen Pflanzen und Blüten, bei dem der Regen erst wieder kam als unser Wanderteil beendet war.




Salcantay-Trek Tag 2


 Heute gab es den Hauptteil des Treks. Um 5 Uhr wurden wir mit Kokatee geweckt. Nachdem wir unser Zeug zusammen gepackt und einen Pfannnkuchen gegessen hatten starteten wir um 6 Uhr in Soraypampa. Es ging ziemlich direkt bergauf. Geschlafen haben wir auf 3900 m, unser heutiges Zwischenziel war der Pass auf 4600 m Höhe. Nach wunderschönem Wetter am gestrigen Tag, hatten wir auch die Hoffnung heute mit tollem Blick auf den Salcantay-Gipfel unterwegs zu sein. Leider hingen die Wolken ziemlich tief und wir sahen nur im Umkreis von 100 m. So hatte aber auch keiner Lust große Fotopausen einzulegen. Nachdem die Gruppe noch einmal zusammen gekommen war, durfte jeder in seinem eigenen Tempo nach oben laufen. Ungefähr auf halber Strecke fing es dann leicht an zu regnen. Wir passierten einen kleinen See an dem wir auf Regenjacke und Regenhüllen umsteigen. Anschließend war es nicht mehr weit bis zum Pass, den wir nach 2 Stunden 45 Minuten erreichten. Die Sicht war ... nicht vorhanden. Wir standen im dicken Nebel und sahen gerade mal gar nichts. Nachdem alle aus der Gruppe angekommen waren, gab es das obligatorische Gruppenfoto. Irgendwie hat unser Guide eine Schwäche für Grupenfotos und wir stehen ständig dumm in der Gegend rum. Inzwischen haben wir es aufgegeben unsere Kamara abzugeben.
Nach dem Foto ging es also an den Abstieg. Da es sich inzwischen eingeregnet hatte ging der Abstieg zur Mittagspause recht zügig. Dort angekommen, unter dem Küchenunterstand, fing es dann so richtig an zu regnen. Es war ein bissel frisch als wir aufs Essen warteten und der Regen herunter prasselte. Tatsächlich hörte es aber nach dem Mittagessen auf zu regnen. Nachdem wir wieder unterwegs waren fing es zwar wieder an zu Regen, aber nicht allzu stark. Es folgte ein langer Abstieg hinunter in den Regenwald. Hier war es dann auch deutlich wärmer. Bei unserem Camp angekommen konnten wir uns entscheiden ob wir draußen Zelten wollten oder wieder unter einem Unterstand. Der Zustand der Zelte brachte uns aber dazu die Variante unter dem Unterstand zu wählen. Landschaftlich wäre es heute wohl der beeindruckendste Tag der Tour gewesen, so können wir hauptsächlich etwas über Regen und Nebel sagen.

Salcantay-Trek Tag 1


 Wir sind unterwegs. In unserer Vorbesprechung gestern hieß es, dass wir zwischen 3:30 und 4 Uhr abgeholt würden, weil die Straße nach Mollepata ab 6 Uhr gesperrt ist wegen Bauarbeiten. Also waren wir um 3:30 Uhr abmarschbereit. Um 4 Uhr fanden wir, sie könnten langsam auftauchen. Um 4:15 Uhr entschieden wir, dass wir um 4:30 Uhr mal nach einer Telefonnummer schauen würden. Um 4:20 Uhr klingelte es endlich. Statt dem Bus, der uns abholen sollte stand da aber nur der Guide der uns erklärte, wir müssten ein Stück zum Bus laufen. Am Fransisco Platz angekommen durften wir dann nochmal 15 min warten bevor wir in unseren Bus steigen konnten. Nachdem alles verstaut war ging es gegen  4:45 Uhr los. Im Bus zu schlafen war nicht so einfach, da unser Fahrer durchaus gerne die Hupe verwendete.
Um 6:06 Uhr kamen wir dann, an der Baustelle zu einem aprupten Halt. Nach 45 min rumstehen wurde uns erklärt, dass die Baustelle bis gestern noch bis 6:30 Uhr befahren werden durfte und ab heute nur noch bis 6 Uhr. Komisch nur, dass gestern bei der Vorbesprechung schon von 6 Uhr die Rede war. Nach einem Frühstück und viel Zeit totschlagen ging es dann um 9 Uhr endlich weiter. Die letzten 45 min bis Mollepata ging es über Schotterstraßen. In Mollepata wurde das Gepäck, das wir abgeben durften, 5 kg pro Person, auf einen Truck umgeladen. Da wir gestern erfahren hatten, dass dieses Gepäck für uns nur drei der fünf Tage transportiert wird, haben wir uns gegen Tagesrucksäcke entschieden. Stattdessen tragen wir unsere Trekkingrucksäcke und haben unser Zeug in stabile Plastiksäcke gesteckt.
Nachdem das Gepäck verladen war, durften wir uns entscheiden entweder den ganz Tag Schotterstraße hoch laufen oder für den Truck 10 Soles bezahlen, hoch fahren und statt dessen noch zu einem Gletschersee laufen. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Nach einer weitern Stunde auf der offenen Ladefläche des Trucks, auf staubiger (!) Schotterstraße begannen wir unseren Trek. 
Nach 30 min wandern kamen wir dann schon bei unserem Übernachtungsplatz an. Unsere Zweierzelte wurden dort gerade unter einem großen Zelt aufgebaut. Nachdem wir uns eingerichtet hatten gab es ein Mittagessen und anschließend stiegen wir noch zu einem kleinen Gletschersee auf 4250 m Höhe auf. Nach ein paar Fotos, bauten wir ein Steinmanderl um Pachamama, Mutter Erde, zu ehren. Jeder von uns opferte drei Kokablätter für Gesundheit, Arbeit und Liebe. Anschließend bekamen wir noch irgend einen Alkohol im die Hände gekippt. Dieser wurde in den Händen verrieben und nach dreimaligem Klatschen wurden die Hände vor das  Gesicht gehalten um die Dämpfe einzuatmen. Nach einem Abendessen krochen wir schnell in unseren Schlafsack. Hier auf 3900 m ist es doch recht frisch.
Insgesamt mit der Wanderung zum See ein schöner Tag auch wenn wenig so war wie gestern angekündigt.

Samstag, 18. Oktober 2014

Alles Chaos

Heute haben wir einen Tag in Cusco verbracht. Hauptsächlich mussten wir uns ein wenig sortieren, damit wir morgen auf unseren Salcantay-Trek starten können.
Während unseres Frühstücks trafen erst einmal Teresa und Zachi bei uns ein. Die beiden sind mit dem Nachtbus aus Arequipa gekommen. Ein wichtiger Punkt heute war es endlich unsere Postkarten weg zu schicken. Eigentlich wollten wir das schon in Puno tun. Dort gab es aber seit einem Monat einen Streik der Post und im ganzen Ort waren keine Briefmarken aufzutreiben. Insgesamt haben wir für 70 € Briefmarken gekauft und die Post ist nun auf dem Weg. Ihr dürft euch also auf Post freuen.
Nach dem Mittagessen suchten wir die Agentur auf, mit der wir den Trek machen wollen. Dort trafen wir auf unseren Guide, der uns erklärte wie die nächsten Tage ablaufen. Wie immer war das eine sehr peruanische Erfahrung. Das, was wir aus der Beschreibung erwarteten und das, was uns nun erklärt wurde passte nicht immer wirklich zusammen. So werden wir uns ein wenig überraschen lassen wie die nächsten fünf Tage ablaufen. Am Mittwoch werden wir Machu Picchu besuchen und Abends nach Cusco zurück kehren und hier berichten was wir erlebt haben zwischen 4500 m Höhe und dem Dschungel.

Freitag, 17. Oktober 2014

Von Puno nach Cusco

Für heute hatten wir uns für so eine richtige Touribusfahrt entschieden. Von Puno nach Cusco gibt es als Alternative auch eine Zugstrecke. Auf dieser fährt ein Zug, auch extra für Touristen, bei dessen Preisen wir aber gerne auf dieses Transportmittel verzichtet haben. So ging es mit dem Bus, die ganze Zeit entlang der Zugstrecke und mit einigen Stopps nach Cusco. Dabei hatten wir den hochmotovierten Guide Hugo, Hugo, der wichtige Worte gerne wiederholte, wiederholte, damit wir es uns auch wirklich merken konnten.
Zunächst erfuhren wir als allererstes den Grund für die peruanische Architektur. Schon seit Beginn unserer Reise fragen wir uns warum kaum ein Haus mal fertig gebaut ist. Der Grund: Solange sich das Haus im Bau befindet zahlt man nur Steuern für den Grund, ist das Haus einmal fertig eben auch fürs Haus.
Nachdem wir Puno verlassen hatten gab es einen ersten Stopp in Pukara. Dort konnten wir Steinskulpturen der Präinkazeit bestaunen. Die wichtigsten Symbole Kondor, Puma und Schlange sind hier zu erkennen gewesen. Nach einem kurzen Blick in die sehr düstere und für hier enorm schlichte Kirche ging es weiter durch ein Hochtal nach La Raya. Hier lagen viele kleine noch sehr ursprüngliche Höfe verteilt auf den weiten, mit Ichu Gras bedeckten Flächen der Hochebene. Durch die Trockenheit in dieser Gegend leben die Menschen hier hauptsächlich von der Viehzucht. Dies änderte sich schlagartig als wir über den 4335 m hohen Pass La Raya kamen und ins Urumbamba Tal einfuhren, in dem die Menschen hauptsächlich Ackerbau betreiben. Statt Ichu Gras gab es nun vor allem Maisfelder. Zurzeit werden viele Felder, vor dem Beginn der Regenzeit aber erst noch bestellt. Hinab im Urumbamba Tal erreichten wir bald die Baumgrenze von 3800 m. Wir freuten uns alle nach 1 1/2 Wochen wieder Bäume zu sehen.
Zunächst gab es aber noch einen Stopp in Raqchi, einer bekannten Inka-Stadt. Hier konnten wir zum ersten mal die besondere Steinbauweise der Inka bewundern und ein paar Meter auf dem, ursprünglich 25 000 km langen, Inkawegen gehen. Noch ein wenig Zeit blieb durch diese Rekonstruierte Inka-Stadt zu streifen bevor es weiter Richtung Cusco ging.
Es folgten noch zwei Stopps um Kirchen zu besichtigen. Vorallem die Erste war komplett bedeckt mit Wand- und Deckenmalerein. Trotzdem haben wir, nach meinem Geschmack, allmählich wirklich genug Kirchen von innen gesehen. Um 17 Uhr erreichten wir Cusco und freuen uns jetzt morgen die Stadt zu erkunden.
Eine weitere wichtige Info die wir heute bekamen betraff den Kaffee. Obwohl bei uns peruanischer Hochlandkaffee verkauft wird, bekommen wir seit Anfang an Instantkaffee. Unserer, von einer Kaffeeplantage stammender Guide, erklärte uns, dass es den guten Kaffee gibt, die Peruaner den Instantkaffee aber für guten Kaffee halten. Wir werden uns morgen auf die Suche machen, ob wir hier nicht doch einen wirklichen Kaffee bekommen.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Böötchen fahren

Heute ging es nochmal auf den Titikakasee. Wir wollten zur Insel Taquile. Völlig unerwartet erschien unser Taxifahrer 15 min zu früh und stand schon um 6.35 Uhr vor uns. Wir beschlossen das Ganze mal südamerkanisch zu nehmen und trotzdem noch den Tee weiter zu trinken. Natürlich waren wir trotzdem viel zu früh dort. Unser Boot fand sich aber sofort und wir konnten die Plätze ganz vorne nehmen. Nachdem alle anderen eingestiegen waren wurde uns dann aber mittgeteilt, dass wir doch auf ein anderes Boot sollten. Wir folgten und setzten uns ins nächste Boot. Aber auch hier wurden wir nach 5 min wieder weggeschickt. Dafür durften wir uns dann ein zweites Mal den Panflötenspieler anhören.
Schließlich ging es aber tatsächlich los, peruanisch pünktlich eben. Da wir keinen Anbieter gefunden hatten der uns direkt nach Taquile bringt besichtigten wir noch einmal eine der Uros Inseln. Diesmal aber deutlich weiter außerhalb und wohl auch etwas ursprünglicher. Außerdem entschieden wir uns diesmal eine Runde mit den traditionellen Schilfbooten zu drehen. Dabei wird das Boot mit einemein langen Stab angeschoben, der in das 2-3 m tiefe Wasser eingestochen wird. Anschließend gab es nochmal die uns schon bekannten Erklärungen zum Bau dieser schwimmenden Schilfinseln. Nach einer peruanischen Stunde ging es weiter zur Insel Taquile. Taquile liegt, im Gegensatz zu den Uros Inseln außerhalb der Bucht von Puno. So konnten wir, ähnlich wie gestern, einen besseren Eindruck von der Größe des Sees bekommen. Was wir bei dieser Tour etwas schade fanden war, dass wir nur so wenig Zeit auf der Insel hatten und durch die geführte Tour keine Zeit blieb die Insel selber zu erkunden. Um spätestens 14 Uhr sollten wir mit dem Boot wieder Richtung Puno starten (laut unserem Guide), um 15 Uhr ging es dann wieder los! Auf dem Rückweg funktioniert leider die Lenkung des Motorbootes nicht mehr richtig. Überraschenderweise schafften wir es trotzdem bis 17.30 Uhr zurück nach Puno.
Morgen geht es weiter nach Cusco, wo wir dann auch Teresa und Zachi treffen. 



Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ein Tag in Copacabana

Heute Morgen um 7 Uhr sind wir nach Copacabana in Bolivien gestartet um uns den Titikakasee für einen Tag von der anderen Seite anzuschauen. Ansa ist leider in Puno geblieben um eine Erkältung zu bekämpfen.
Die Busfahrt startete pünktlich und ging ziemlich schnell auf Schotterstraßen weiter. Hier folgten wir zunächst einem Tanker, der die Straße mit Wasser besprühte. Für die eine Fahrbahn tropfte es direkt aus dem Tank, für die Gegenfahrbahn stand einer mit einem Schlauch auf dem Dach. Nachdem wir den Tanker überholt hatten, war der Nutzen dieser Aktion durchaus erkennbar. Bei der Sonnenstrahlung hier fragen wir uns nur wie oft am Tag die das machen.

Nach etwas über zwei Stunden erreichten wir die bolivianische Grenze. Hier mussten wir uns zunächst in eine längere Schlange stellen um einen Stempel zu bekommen, anschließend konnten wir aus Peru ausreisen. Danach ging es 200 m zu Fuß nur damit wir uns in die viel längere Schlange stellen konnten um nach Bolivien einzureisen. Als wir die Bustickets gekauft haben hieß es, dass dauert ungefähr 15 min an der Grenze, gebraucht haben wir 1 Stunde 45 min.
 
 
Somit kamen wir erst um 13 Uhr bolivianischer Zeit dort an. Nach einem Mittagessen mit Seeblick ging es auf den Cerro Calvario. Hier hatten wir einen super Ausblick auf Copacabane und die Isle del Sol. Anschließend ging es noch zu einem Besuch der Basilika bevor wir uns im Tretbootfahren versuchten. Es war ein etwas merkwürdiges Unternehmen, so dass wir es schnell wieder aufgaben.
Dann war es auch schon bald Zeit zu unserem Bus zurück zu kehren. Der Grenzübertritt ging diesmal etwas schneller, nachdem der Busfahrer bolivianische Ausreisestempel verteilte. Insgesamt war es ein entspannter Tag am anderen Ende des Titikakasees.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Alles schwimmt

Unser Morgen begann heute mit einer größeren Waschaktion. Leider hat unser Waschbecken weder warmes Wasser noch einen Stopfen für den Abfluss. Deswegen nutzten wir einen Packsack als Waschbehältnis. Nachdem wir alle drei fertig waren, war das Bad überschwemmt. Unser Zimmer besteht seit dem eigentlich nur noch aus Wäscheleine.
Um neun Uhr ging es dann aber wirklich schwimmend weiter. Ein kleines Boot brachte uns zu den Uros Inseln. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit am Titikakasee. So konnten wir die schwimmenden Inseln aus Schilf bewundern und einen kleinen Einblick in das Leben dort gewinnen. Natürlich gehörte Geld für Souveniers ausgeben auch dazu. Wir sind uns noch nicht ganz sicher ob wir die erstandenen Mobiles lebend bis nach Deutschland bekommen.
Uros-Insel auf dem Titikakasee
Den Nachmittag verbrachten wir noch mit Planungen für die nächsten beiden Tage. Außerdem gingen wir einer unserer anderen Lieblingsbeschäftigung nach, das Testen unbekannter Früchte. Da wir die Namen nicht kennen, können wir wenig dazu sagen. Nach einigen Fehlversuchen war die heutige Frucht, auf der Straße erstanden, endlich ein Erfolg.
Nach einem super leckeren Abendessen mit Alpaka in Rotwein, Cognac bzw. Kräutersoße genießen wir jetzt den Abend bei peruanischem Sauvignon. Morgen geht es für einen Abstecher nach Bolivien!

Montag, 13. Oktober 2014

Von Arequipa nach Puno

Heute ging es um 8 Uhr mit dem Bus nach Puno. Die Nacht hatten wir zwar die nobelste Unterkunft bisher, leider war das Zimmer aber ohne Fenster. Dafür konnte man in der Tür ein Fenster öffnen.
Die Busfahrt war dann eher unspektakulär. Insgesamt ging es 7 1/2 Stunden durch karge, steppenartige Landschaft. Zwischendurch konnten wir einige Lama- und Alpakaherden beobachten. Vor allem gab es aber viele Vikunjas (die wild lebenden, ursprünglichen Lamas) in ihren typischen Familienverbänden (ein männliches Tier & 4-6 weibliche Tiere) zu bestaunen.
Um 15.30 erreichten wir schließlich Puno, zwei Stunden später als ursprünglich geplant.
Wir entschieden uns hier gegen ein Taxi und dachten wir würden das Hotel auch so finden. Eine echte Fehlentscheidung! Zunächst mal ist so ein 20 kg Rucksack hinten auf dem Rücken und noch mal ein kleiner Rucksack vorne ganz schön schwer, zum anderen kommt man auf 3800 m Höhe sowieso schnell ins schnaufen. Irgendwann landeten wir in etwas merkwürdigen Gegenden und wie immer verstanden wir niemanden und uns auch niemand. Irgendwann kam dann aber ein Taxifahrer vorbei, der uns rettete. Ab sofort vertrauen wir hier keinen bekannten Onlinekarten mehr.
Inzwischen sind wir nun aber wohlbehalten im Hotel angekommen und freuen uns auf drei spannende Tage in Puno.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Canon del Colca

Die letzten beiden Tage haben wir auf einer geführten Trekkingtour im Canon del Colca verbracht. Angeblich ist das der viert tiefste Canyon der Welt. Allerdings sind wir noch etwas irritiert über die Art der Messung vom höchsten Gipfel zum Fluß sind es hier 4160 m. Genauso unklar ist uns zur Zeit, wie sich die Begriffe Tal, Canyon, Schlucht und Klamm genau abgrenzen. Vorschläge werden gerne entgegen genommen!
Tatsächlich hatten wir aber zwei super Tage bei ordentlicher Hitze. Los ging es um 3 Uhr nachts. Mit der Nacht davor in der wir erst um zwei Uhr aus Lima angekommen sind fragen wir uns wofür wir eigentlich zwei volle Nächte bezahlt haben.
Zunächst ging es mit dem Bus bis nach Chivay. Dabei überquerten wir schon einen Pass von 4910 m Höhe. Schlafend war das aber gar kein Problem. Nach einem Frühstück ging es weiter zum Aussichtspunkt für Kondore. Einfach riesengroße Vögel! Kurz darauf wurden wir unweit von Cabanaconde raus geschmissen und begannen unsere Wanderung. Unterwegs waren wir in einer Gruppe von 10 Leuten mit unserem Guide Rolando. Da wir nicht verstanden hatten, was wir da genau gebucht haben, wussten wir natürlich auch nicht was uns jetzt genau erwarten würde. Was folgte, waren 3 Stunden Abstieg in den Canyon bei brütender Hitze. Die wirkliche karge Vegetation hier bietet auch keine Möglichkeit Schatten aufzusuchen. Der ein oder andere aus der Gruppe spürte die Hitze und Anstrengung doch recht bald. Uns dreien ging es aber gut und wir genossen anschließend beim Mittagessen unser erstes Alpakafleisch. Eine etwas zähe Angelegenheit!

Anschließend beschloss die Gruppe die Abkürzung zur Oase, unsere Nachtunterkunft, zu nehmen. Dafür hatten wir so einen schönen Weg durch jede Menge Kakteen und Pflanzen, die wir von unseren Guide alle begeistert erklärt bekamen. So lernten wir verschiedene Kakteen und ihren Nutzen kennen, den Roter-Pfeffer-Baum und einen Parasiten auf den Kakteen der beim Zerquetschen zu roter Farbe wird. Diese wird normalerweise für Kosmetika verwendet. Wir hatten sie dann natürlich im Gesicht.
Nach einem ordentlichen Abstieg erreichten wir die Oase mit unserer Unterkunft und dem Swimmingpool. Vor dem Abendessen blieb genug Zeit sich dort ein wenig treiben zu lassen ... nur um anschließend wieder in die dreckig, staubig, verschwitzten Klamotten zu steigen.
Am nächsten Morgen ging es um 5 Uhr morgens wieder los. Auf uns warteten 1200 hm Aufstieg und das Frühstück, das es erst oben gab. Wie gut, dass es Schokoladenkeckse gibt! Der eigentliche Vorteil dieser Aktion war aber, dass wir im Schatten aufsteigen konnten. Somit war der Aufstieg gar nicht so schlimm. Trotzdem hatten sich am Abend vorher vier Leute aus unsere Gruppe entschieden, lieber ein Muli zu nehmen. So wurden wir kurz vor dem Ziel von der reitenden Gruppe überholt obwohl diese eine Stunde später gestartet waren.
Nach einem Frühstück in Cabanaconde ging es wieder mit dem Bus aus dem Tal herraus. Ein Zwischenstopp um Lamas und Alpakas zu bestaunen. Sven ließ sich mit Alpaka fotografieren, zwei Stunden später hatten wir das dann wieder auf dem Teller, diesmal deutlich zarter. Vorher hielten wir aber noch bei den Hot Pools, wo wir nach dem Aufstieg die Muskeln ein wenig entspannen konnten.
Gerade sitzen wir noch im Bus auf dem Weg zurück nach Arequipa. Morgen früh geht weiter nach Puno an den Titikakasee.