Freitag, 10. Oktober 2014

Arequipa

Lima nach Arequipa: So viel Sand und keine Förmchen.
Gestern Morgen sind wir um halb acht mit dem Bus in Lima los gefahren. Es ging durch Wüste und ganz viel Sand. Und das ganze für 18 Stunden ohne Pause. Egal wie bequem der Bussitz am Anfang war, nach 18 Stunden ist er es nicht mehr. Zum Glück hatten wir die Sitzplätze ganz vorne im Doppeldeckerbus und so eine fantastische Aussicht auf den Sand und die gewagten Überholmanöver.
Heute hatten wir dann Zeit Arequipa zu erkunden. Wieder eine sehr große Stadt, voll und laut, aber längst nicht mehr so stinkend wie Lima. Die Besichtigung des Klosters hier war dann ein echtes Highlight. Wie eine kleine Stadt mit vielen Gässchen und seinen blauen und roten Wänden war es erholsam dort durch zu schlendern. Morgen geht es zum Canon del Colca. Was uns auf dieser Zwei-Tagestour wirklich erwartet wissen wir noch nicht. Wie immer wären etwas mehr Spanischkenntnis hilfreich.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ein Tag in Lima

Wie immer in so einem fernen Land waren wir heute damit beschäftigt all das Neue irgendwie auf die Reihe zu bekommen, vor allem all die Neuen Gerüche. Nicht unbedingt positiv.
Nach den ersten 30 min fragten wir uns was wir in der Stadt eigentlich wollen. Also entschieden wir uns erst einmal für einen Kaffee und den Reiseführer. Sven versuchte es mit einem 'Americano'. Die Menge an Kaffeesatz lässt dies wohl ein einmaliges Ereignis bleiben.


Im historischen Teil der Stadt stolperten wir anschließend von Kirche zu Kirche. Bis wir in irgendwelchen Stadteilen landeten wo der große Typ mit den blonden Mädels doch eher auffiel. Dort fanden wir aber tatsächlich eine englisch sprechende Frau die uns auf den richtigen Weg zurück schickte. Anschließend ging es mit dem Taxi nach Miraflores. So ein bisschen Spanisch hätte vielleicht nicht geschadet. Wir landeten auf alle Fälle nicht da wo wir hin wollten. Dafür lernten wir die netten Damen in der Apotheke kennen, die zwar auch kein Wort englisch konnten, aber trotzdem kapierten wo wir hin wollten. Sie haben uns dann netterweise in ein Taxi gesetzt und dem Taxifahrer auch gleich erklärt wo er uns hin bringen soll. So kamen wir, leicht überteuert ans Ziel. Auf dem Rückweg testen wir eine neue Methode. Einfach zum größten Hotel in der Nähe fahren. Nachdem wir gelernt hatten wie man die Namen einschlägiger Hotelketten peruanisch ausspricht, fanden wir auch ohne Problem an unser Ziel.
Morgen geht es mit dem Bus 1000 km Richtung Süden, bis nach Arequipa.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Lima: Ankunft

Nach 12 Stunden Flug sind wir ziemlich müde in Lima angekommen. Unser Abholservice am Flughafen hat super funktioniert. Unser Fahrer hat uns auf spanisch erklärt wo wir vorbei fahren. Auch wenn wir nicht antworten konnten haben wir doch das ein oder andere verstanden.
Jetzt werden weit erstmal Lima erkunden.

Sonntag, 14. September 2014

Zinalrothorn

Gut akklimatisiert machten sich Elmar und ich bei Nieselregen mit wenig Eile auf den Weg nach Zermatt. Nach einem Kaffee am Bahnhof gab es wirklich keine Ausrede mehr, warum wir nicht loslaufen sollten. Immerhin war es mal trocken und so bogen wir kurz hinter dem Bahnhof rechts ab und begannen unseren steilen Aufstieg nach Alterhaupt. An der Trift wollten wir Mittagspause machen und damit wir von diesem Vorhaben auf keinen Fall Abstand nahmen, fing es ca. 15 min vorher an zu regnen. In dem Haus war es angenehm warm, das Feuer knisterte und so trockneten wir allmählich von außen und mit leckerer Suppe auch von innen. Glücklicherweise war es nur ein kurzer Schauer, so dass wir bald unseren Weg ganz alleine, getrocknet und im Trockenen fortsetzen konnten. Von der Umgebung gesehen haben wir leider nicht viel, denn die Wolken hingen tief und bald waren wir in ihnen und wir somit wieder durchfeuchtet. Was für ein schöner Anblick, als sich die Hütte zum ersten Mal in einem Wolkenfenster zeigte. Nach gut 3,5h waren wir oben und freuten uns, uns aufwärem zu können. Doch das wurde nichts: Die Hütte war ganz leer, neben uns war noch ein Alleingänger unterwegs und so war es drinnen ähnlich kalt wie draussen. Zum Essen gab es wenigstens einen kleinen Gasofen, vor dem unsere nassen Klamotten trockneten. Aber die Wahl, schnell ins Bett zu gehen, fiel nicht schwer.
winterliches Zinalrothorn
Unsere Hoffnung auf gutes Wetter hatte sich ausgezahlt: Wir starteten um 4 Uhr bei sternenklarem Himmel ganz alleine. Den Weg zum Gletscher fanden wir gut und auch den Einstieg zum kleinen Kamin fanden wir trotz der Dunkelheit sehr gut. Nur danach war die Orientierung durch die Bänder sehr schwer und wir mussten oft den besten Weg suchen. Als wir endlich den Gletscher erreichten ging gerade die Sonne auf - ein herrlicher Anblick!
Nach dem schönen kurzen Firngrat querten wir ins Couloir zur Gabel hinauf, dieses war reichlich mit Schnee bedeckt und so zogen wir die Firnrinne der Felskletterei vor. Ab der Gabel zog sich der Grat bis zum Gipfel gefühlt unendlich: Wir sicherten auf Grund der heiklen Verhältnisse alles und waren dadurch sehr langsam unterwegs. Doch gegen 11 Uhr waren wir endlich am leicht wolkenumhüllten Gipfel. Dieser lud nicht so richtig zum verweilen ein und so machten wir uns bald an den Abstieg, seilten über die Binerplatte zur Gabel ab und brauchten dann durch den völlig aufgeweichten Firn (der eher Sulz war) sehr lange, bis wir endlich wieder am Firngrat angelangt waren. Obwohl wir diesmal in den Felsbändern Tageslicht hatten, fanden wir trotzdem nicht die Ideallinie und suchten ziemlich lange Durchschlupfe. Glücklich, an einem solchen Berg komplett allein unterwegs zu sein, waren wir zu müde und zu faul noch abzusteigen und blieben noch mal eine Nacht auf der Hütte, die schließlich mehr als genug freie Plätze hatte....

Samstag, 23. August 2014

Der Logenplatz im Wallis

Lange war dieses Wochenende geplant gewesen und endlich hatten wir einmal eine positive Wetterprognose. Nach Leichtathletik im Letzigrund Freitag Abend starteten Teresa, Zachi und ich erst gegen 11:00 in Zürich. Aber wir wollten auch nur auf die Turtmannhütte aufsteigen. Nach einer interessanten Anreise mit Zug bis Visp, Bus nach Turtmann LTUO, Luftseilbahn nach Oberems und Lokalbus nach Gruben starteten wir etwas später als geplant und weiter vorne im Tal als erhofft unsere Tour (einer der Nachteile bei Anreise mit dem ÖV). So hieß es erst mal das Tal nach hinten zur Vorderen Säntum schlappen, zum Glück waren wenige Autos unterwegs. Wir entschieden uns dann für den Schluchtenaufstieg - eine schöne Alternative zum Fahrweg. Auf halben Weg zum Stausee kamen wir dann auf diesen und folgten nun dem Normalweg. Die Hütte ist früh einsehbar und trohnte auf einem Felsblock im Abendlicht. Nach 3h pünktlich zum Abendessen waren wir auf der sehr vollen Hütte - die Wetterprognose hat wohl noch andere überzeugt....
Bishorn Ostwand
Am Brunegghorn, 3833m

Um halb 6 starteten wir am Sonntag gemütlich Richtung "Gässi" im Schein unserer Stirnlampen. Diese steile Rinne wurde beim näheren Hinsehen ziemlich harmlos - nach dem ersten Anstieg führt eine Seilsicherung rechts hinaus - macht auch bei dem vielen Schutt Sinn. Nach diesem ersten Höhengewinn folgt der Weg einer alten Seitenmoräne bevor man bei einem Steinmann auf ca. 2880m Richtung Gletscher abbiegt. Auf dem Weg hierher genossen wir den wunderschönen Sonnenaufgang an der Bishorn-Ostwand. Bei ca. 2900 m kommt man auf den Gletscher, der fast bis ganz unten eingeschneit war, so haben wir direkt hier angeseilt. Mittlerweile haben 3 Italiener zu uns aufgeschlossen, die wir an diesem Tag immer wieder getroffen haben. Sonst waren wir alleine unterwegs und genossen die Ruhe. Nachdem uns die ersten Sonnenstrahlen unterhalb des Bruneggjochs getroffen haben, entledigten wir uns der warmen Klamotten.
Das majestätische Weisshorn mit dem Nordgrat
Nun steilt auch der Gletscher etwas auf bis in die Scharte rechts vom Gipfel. Durch den vielen Schnee in diesem Sommer war die Westflanke wunderschön im Trittfirn bis zum Gipfelkreuz zu gehen. Das sich hier zeigende Panorama ist einfach überwältigend: Von den Berner 4000er über die gesamte Mischabel- und Weissmieskette, weiter über die Monte Rosa bis zum Matterhorn und dann natürlich ganz besonders beeindruckend, das Weisshorn mit dem wunderschönen Nordgrat - hier wirkt das Bishorn nur wie ein kleines Vorgeplänkel des großen majestätischen Gipfels. Ich konnte mich kaum losreißen - doch war es trotz des genialen Wetters ziemlich windig und kalt, was uns schließlich den Abstieg leichter machte. Am Bruneggjoch in der Sonne und im Windschatten holten wir unsere Gipfelrast nach und setzten dann gemütlich unseren Weg aufs "Festland" und zur Hütte fort. Nach kurzer Pause starteten wir auch den Abstieg ins Tal bis Gruben, von wo aus wir den abteuerlichen Heimweg antraten. Das Brunegghorn ist mit Sicherheit einer der schönsten Aussichtsberge im Wallis und noch dazu eine schöne Gletschertour.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Nass bis auf die Haut....

Wer kommt eigentlich auf die Idee bei so einem Wetter in die Berge zu gehen? Na gut, die Wettervorhersage hatte etwas Spielraum für gutes Wetter gelassen, doch als wir Samstagmorgen in Rosenlaui ankamen, regnete es. Die Motivation da jetzt raus zu müssen war bei allen ziemlich gering, so war die Entscheidung, erst noch mal einen Kaffee im Trockenen zu trinken, schnell getroffen. Aber alles rauszögern half nichts, es regnete und so machten wir uns möglichst regendicht fertig und zogen los. Das Ziel war die Dossenhütte. Kalt war es nicht und so schwitzten wir ziemlich unter den GoreTex-Klamotten, was zur Folge hatte, dass wir bald vollständig durchnässt waren. Wasser hatten wir jedenfalls genug, sowohl von oben als auch von unten. Der Fels war aber noch gut griffig, nur die Handschuhe konnten regelmäßig ausgewrungen werden. Wir waren froh, als wir am frühen Nachmittag oben waren und erstaunt, dass die Hütte trotz des schlechten Wetters relativ voll war. Aber die Hoffnung auf gutes Wetter für Sonntag war wohl nicht nur bei uns vorhanden.
Am Sonntag klingelte um 5:00 der Wecker, draußen war es neblig, wir mitten in den Wolken. Nach einem etwas längerem Frühstück starteten wir um 6.15, immer noch in den Wolken, in 3 Dreierseilschaften auf den Dossengrat. Wir kamen dadurch, dass wir alles sicherten, der Fels ziemlich nass war und wir keine eingespielten Seilschaften, nur sehr langsam voran und auch das Wetter wurde keinen Deut besser. Trotzdem war es eine schöne Kletterei. Kurz vor dem Dossensattel gibt es noch mal einen kleinen Minigipfel, über den wir kletterten. Gesehen haben wir von dort oben nichts Höheres – und da wir sehr lange hierher gebraucht hatten, definierten wir diesen als unseren Gipfel und stiegen zum Dossensattel ab und über den Gletscher zurück zur Hütte. Schließlich stand noch der lange Abstieg nach Rosenlaui bevor. Auch hier war der Fels sehr nass und so war aufpassen angesagt, es ging aber besser als erwartet und je weiter wir nach unten kamen, desto besser wurde das Wetter. Sogar die Sonne bekamen wir kurz zu Gesicht. Unten angekommen, hatten wir an diesem Wochenende so viel Wasser gesehen, dass wir beschlossen zum Abschluss trotz der nur mäßigen Temperaturen in den Brienzer See zu springen – schön war das :-)

Sonntag, 20. Juli 2014

Und gleich nochmal

Vorderer Tierberg
Weils so schön war, gings am Samstag auf die Tierberglihütte (2795m). Die größte Diskussion war der Wetterbericht, der leider alles andere als gut war, aber zumindest ließ er positiven Interpretationsspielraum. Deswegen hatten wir uns auch entschieden zu fahren. Durch den vielen Neuschnee haben wir uns für den normalen Hüttenzustieg entschieden, ohne Klettersteig. Aber auch auf dem Normalweg hat man viel Fels- und in unserem Fall auch Schneekontakt. Trotzdem waren wir in 2h oben und sind nicht nur trocken geblieben, sondern haben sogar kurz die Sonne gesehen. Das machte Hoffnung auf mehr. Den Nachmittag haben wir mit einer Spaltenbergungsübung am Windkolk vor der Hütte verbracht, und letztendlich sollte der Wetterbericht leider recht behalten: Patschnass kamen wir zurück zur Hütte.
Ja, das war der Gipfel!
Nach längerer Diskussion entschieden wir uns, den Normalweg aufs Gwächtenhorn (3420m) zu versuchen. Der eigentlich geplante Westgrat war voller Neuschnee. Mit extrem wenig Sicht zogen wir um halb 6 in 2 Vierer-Seilschaften los, jede suchte sich aber erstmal unabhängig ihren Weg. Mit uns war noch ein Schweizer Bergführer mit 3 Engländern unterwegs, der eine wunderschöne Spur legte. Auf ca. 3000m machte diese Seilschaft Pause und so spurte ich bis zum Punkt 3225 weiter. Bis hierhin war es kein Problem die Route trotz der wenigen Sicht zu finden, man hatte immer noch irgendwelche Geländekanten und Felsen als Anhaltspunkte. Jetzt übernahm zum Glück Elmar die Spurarbeit, denn bis zum Gipfel gab es keine natürlichen Orientierungspunkte mehr und so lief er nach GPS. Selbst die Gipfelfindung war auf diesem großen schneebeecktem Plateau nicht so einfach. Nach einer kurzen Gipfelrast inkl. Foto machten wir uns schnell wieder an den Abstieg, dieser war dank des Neuschnees sehr gemütlich und so waren wir fast pünktlich zum "z'Nünie" wieder zurück auf der Hütte. Nach einer gemütlichen Kaffepause stiegen wir noch in aller Ruhe bei Null Sicht ab ins Tal. Unten im Tal kam dann der versprochene Regen - aber wir saßen bereits im Trockenen :-)

Ab und zu kann auch so eine geschlappte Nebeltour sehr schön sein, trotzdem schade, dass der Westgrat, genauso wie der mit Anja im Anschluss geplante Galenstock dem Neuschnee zum Opfer fielen. Aber so gibt es natürlich mal wieder einen Grund zurückzukommen!

Montag, 23. Juni 2014

Endlich mal wieder richtig auf Hochtour

Mittlerer Seelenkogel
Lange ist es her, als ich das letzte Mal im Sommer auf Hochtour unterwegs war. Früh in der Saison mit viel Schnee und guter Wettervorhersage sind wir über das lange Wochenende auf die Langtalereckhütte gestartet. Am Freitag wollten wir eine „Eingehtour“ machen, damit sich die Gruppe besser kennen lernen kann. Der Mittlere Seelenkogel (3426m) war unser Ziel. Dazu findet man in der Führerliteratur herzlich wenig Information als Sommertour. Also war klar, dass es spannend wird, wie der Grat so genau aussehen wird.
Hochwildehaus
Um 6.30 starteten wir an der Langtalereckhütte (2430m) bei durchwachsenem Wetter – es hatte gerade erst zu regnen aufgehört und der Himmel klarte leicht auf. Wir folgen dem Weg Richtung Seelenferner, gleich zu Beginn im Langtal queren wir die ersten Schneefelder. Statt links zum Eiskögele abzubiegen steigen wir leicht rechts zur Seitenmoräne des Seelenferners auf und folgen dieser bis zu einer geschlossenen Schneedecke. Hier legen wir Gurt, Steigeisen und Seil an – wir wissen nicht genau wie weit der Gletscher noch nach unten reicht. Wir  gehen in zwei 3-er Seilschaften in logischer Routenführung ins Seelenkogeljoch (ca. 3300m). Von hier aus sieht der Gipfel schon sehr nahe aus, vor uns liegt aber noch der Grat.  Da wir den gesamten Grat absichern (es sind Sicherungsstangen vorhanden) brauchen wir ziemlich lange bis auf den Gipfel, es macht aber unglaublich viel Spaß durch die Firn-/Fels-Kombi zu klettern. Das Wetter wird unterdessen immer schlechter, wir sind immer wieder im Nebel verschwunden und es fängt an zu schneien. So entfällt auch die Gipfelrast und wir machen uns direkt auf zum Abstieg. Von oben sieht der Abstieg über den SO-Grat machbar aus und so versuchen wir unser Glück – müssen aber auf halben Wege feststellen, dass in unserer großen Gruppe kein Durchkommen möglich ist. Also wieder hoch und ein Stück über den Nordgrat runter. Mittlerweile waren wir alle komplett durchgefroren, denn der Wind hatte kontinuierlich zugenommen. Zum Glück kann man nach der zweiten Seillänge über die Nord-West-Flanke abseilen, was wir auch taten. Das letzte Hindernis war noch der Bergschrund, aber auch diesen haben wir alle sicher überwunden. Der weitere Abstieg war zuerst ein gemütliches Geschlappe über den Gletscher und die anschließenden Schneefelder und führte dann über den Wanderweg zurück zur Hütte. Für eine Eingehtour hatten wir eine sehr spannende Tour bei sehr guten Bedingungen erwischt.
Hochwilde Nordgipfel
Für Samstag hatten wir die Hochwilde geplant. Nach der anstrengenden Tour vom Freitag sind wir nur zu viert gestartet. Die erste Schwierigkeit wartete direkt nach dem Überqueren des Langtalbaches auf dem Weg zu Hochwildehaus: Hier war der direkte Übergang durch ein Schneefeld versperrt und so umgingen wir es durch einen Abstieg in die Schlucht. In der Fidelitashütte machten wir die erste Pause, was am Vortag eindeutig zu kurz gekommen war. Hinter dem Hochwildehaus folgten wir den Wegmarkierungen bevor wir anseilten und auf den Gletscher wechselten. Von hier aus zog sich der Anstieg zum Annajoch (P3150m) – es wollte einfach nicht näher kommen. Richtung Hochwilde steilte der Gletscher dann auf bevor er in die Flanke auf den Grat übergeht. Dieser ist wie ein Klettersteig versichert. Das Fixseil war teilweise noch eingeschneit und es war gut im Firn zu gehen. Da wir den gesamten Grat gesichert haben, brauchten wir noch etwas länger als eine Stunde auf den Nordgipfel (3461m), der wirklich imposant aussieht. Da wir heute sehr sonniges Wetter hatten, genossen wir unsere Gipfelrast bei Windstille fast eine Stunde lang. Für den Abstieg entschieden wir uns für den Weg über den Langtalferner - das war die richtige Entscheidung: Durch den sulzigen Schnee waren wir schnell abgestiegen, lediglich der Gegenanstieg zur Hütte machte sich bei uns allen noch mal bemerkbar.

Montag, 21. April 2014

Finally....

...der wie vielte Versuch war das? Nummer 1 (zumindest haben wir geschnuppert), Nummer 2 & 3 (das waren ziemlich ernsthafte Versuche), Nummer 4 (war auch eher ein Versüchchen) und diesmal war Ansgars Kommentar in der Flanke zum Fieschersattel: "Diesmal schaffen wir den Gipfel!"
Am Grat
Am Großfiescherhorn, 4049m
Aber jetzt erst mal der Reihe nach: Spontan sind wir bereits Donnerstag Morgen in Bern gestartet, da dies der letzte schöne stabile Tag sein sollte, Anja hatte kurzfristig abgesagt, ihr waren die Wetteraussichten zu schlecht - schade! Bei schönstem Wetter saßen also Ansgar und ich um 6 Uhr im Zug Richtung Jungfraujoch. Etwas überrascht war ich schon, dass es selbst an der Kleinen Scheidegg so gut wie keinen Schnee mehr hatte. Aber wir wollten ja noch höher hinaus. Diesmal war es richtig angenehm, die Nase auf 3454m aus dem Stollen am Jungfraujoch zu stecken: Schönster Sonnenschein und nahezu windstill. Gemütlich schlappten wir zum Mönchsjoch und fuhren über das Ewigschneefeld bis auf ca. 3220m ab und stiegen dann Richtung Fieschersattel auf. Kurz oberhalb des Bergschrundes (ca 3700m) haben wir auf Steigeisen umgebaut und allmählich machte sich die Höhe auf unsere Kondition bemerkbar. Die Flanke in den Fieschersattel war zu Beginn Wühlschnee und wurde dann zum Glück besser (Trittfirn). Trotzdem war ich ziemlich fertig als wir endlich im Fieschersattel waren. Nun waren es noch 130 hm zum Gipfel, es lag bereits eine Spur drinnen, deswegen war der Weg leicht zu finden. Nach einer kleinen Blankeisstelle und einer etwas unangenehmen Kletterstelle zu Beginn war der Grat herrlich zu klettern. Wir hatten nahezu ideale Bedingungen erwischt. Und dann endlich: Wir waren oben!!! Leider ohne Anja, dafür mit einem perfektem Panorama und angenehmen Temperaturen. Da es bereits relativ spät war als wir wieder im Fieschersattel waren, verzichteten wir auf eine erneute Besteigung des Hinteren Fiescherhorns und machten uns direkt an die Abfahrt. Den Weg durch den Bruch fanden wir ziemlich gut und von dort hieß es nur noch laufen lassen auf windverpresstem Schnee. Die letzten ca. 80 hm zur Finsteraarhornhütte waren dann der Killer, aber oben wartete ein leckeres Essen :-)
Die folgenden Tage waren nur noch halb so spektakulär: Die Kaltfront am Freitag kam früher als erhofft und so haben wir auf dem Weg zum Finsteraarhorn auf dem Weg zum Frühstücksplatz umgedreht. Den Rest des Tages schneite es und wir holten uns erst mal noch eine Mütze Schlaf und genossen den Nachmittag in der gemütlichen Finsteraarhornhütte. Am Samstag liefen wir mal wieder bei null Sicht und Schneefall zur Konkordiahütte. Windveränderungen und Änderungen des Bodens lassen einen ganz gut navigieren, wenn man weiß wo man hin will :) In der Abfahrt hatten wir Traumpulver doch leider keine Sicht um ihn genießen zu können.
Sonntag schlappten wir bei schönstem Wetter über den Aletschfirn zur Lötschenlücke und fuhren mal wieder über den Langgletscher bei Windharsch ab (vom dem schönen Gletschertor vom letzten Jahr war nichts mehr übrig....). Trotz des wenigen Schnees konnten wir Dank des Neuschnees von Samstag fast bis zur Fafleralp fahren.
Auch wenn die Gipfel im Winter im Berner Oberland sehr hartnäckig Besteigungen zu verhindern versuchen, war es mal wieder ein schöner Ausflug in ein beeindruckendes Gebiet!

Mittwoch, 9. April 2014

Ein Traum in Weiß

Auf der Lampsenspitze
Der Wetterbericht war ausnahmsweise für das Wochenende mal gut und das bei LLB1 - und ich war mit den Nepal-Mädels im Sellrain für Skitouren verabredet. Das könnte gut werden....
Ausblick aufs Inntal
Nach der Wiedersehensfreude haben wir es uns gut gehen lassen in unserer hübschen Ferienwohnung. Auch wenn man bei unseren Vorräten auf andere Gedanken kommen konnte, wir waren nicht ausschließlich zum Essen hier. Am Samstag starteten wir 7:50, um auf die Lampsenspitze (2875m) zu steigen. Schnell waren wir in der Sonne und so entledigten wir uns Schicht für Schicht bis außer dem Skiunterhemd nichts mehr auszuziehen war. Gemütlich mit vielen anderen stiegen wir ins Sattelloch und von dort zu Fuß zum Gipfel wo wir eine ausführliche und gemütliche Gipfelrast einlegten. Erwartungen an die Abfahrt hatte ich keine, schließlich waren viele andere bereits vor uns abgefahren. Aber wie es der Zufall (oder meine Nase) wollte, fanden wir uns in einem Seitentälchen wieder, das noch vollkommen unverspurt war und der Schnee gerade leicht auffirnte. Besser kann man es kaum treffen :-) Ab ca. 2100m, wo der Schnee schon ziemlich schwer wurde, wechselten wir auf den Fahrweg und ließen die Abfahrt gemütlich ausklingen. Den Rest des Tages verbrachten wir auf der Sonnenterasse bzw. unserem gemütlichen Balkon bei Kaffee und Kuchen.
Abfahrt vom Zischgeles
Am Sonntag starteten wir wieder um 7:50, diesmal war es aber wegen der Zeitumstellung noch deutlich kühler. Der Zischgeles (3004m) war unser Ziel. Wieder waren einige Gruppen unterwegs, da es aber mehrere Aufstiegsspuren gab, verteilte sich die Masse. Der Aufstieg führt über schöne weite Hänge, die bei ungünstigen Bedinungen durchaus Gefahrenpotential bergen, wir aber genossen es in der Sonne bei angenehmen Temperaturen aufzusteigen. Am Skidepot angekommen zogen es Nicol und Doris vor, an dem windgeschützten Sonnenplätzchen zu pausieren, während Martina und ich noch den Gipfel erklommen. Nach einer gemütlichen gemeinsamen Rast am Skidepot wurde es uns irgendwann zu warm und wir suchten wieder unser Glück in der Abfahrt. Der unverspurte Hang blieb uns diesmal zwar verwehrt, dafür hatten wir nordseitig noch schönen Pulver. Der Mittelteil der Abfahrt war bereits wieder von der Sonne bearbeitet, ging aber noch gut zu fahren und im unteren Teil haben die vielen Spuren das ihre gemacht und eine Buckelpiste hinterlassen. So hatten wir ein sehr abwechslungsreiches Wochenende, was fast nicht hätte besser verlaufen können: Scheee wars!

  • Touren: Lampsenspitze (1200hm), Zischgeles (1300hm)
  • Tourenbeschreibung: Rother-Führer Sellrain bzw. lokaler Flyer
  • Karte: AV-Karte 31/2 Stubaier Alpen Sellrain (Winterkarte) 1:25.000