Samstag, 23. August 2014

Der Logenplatz im Wallis

Lange war dieses Wochenende geplant gewesen und endlich hatten wir einmal eine positive Wetterprognose. Nach Leichtathletik im Letzigrund Freitag Abend starteten Teresa, Zachi und ich erst gegen 11:00 in Zürich. Aber wir wollten auch nur auf die Turtmannhütte aufsteigen. Nach einer interessanten Anreise mit Zug bis Visp, Bus nach Turtmann LTUO, Luftseilbahn nach Oberems und Lokalbus nach Gruben starteten wir etwas später als geplant und weiter vorne im Tal als erhofft unsere Tour (einer der Nachteile bei Anreise mit dem ÖV). So hieß es erst mal das Tal nach hinten zur Vorderen Säntum schlappen, zum Glück waren wenige Autos unterwegs. Wir entschieden uns dann für den Schluchtenaufstieg - eine schöne Alternative zum Fahrweg. Auf halben Weg zum Stausee kamen wir dann auf diesen und folgten nun dem Normalweg. Die Hütte ist früh einsehbar und trohnte auf einem Felsblock im Abendlicht. Nach 3h pünktlich zum Abendessen waren wir auf der sehr vollen Hütte - die Wetterprognose hat wohl noch andere überzeugt....
Bishorn Ostwand
Am Brunegghorn, 3833m

Um halb 6 starteten wir am Sonntag gemütlich Richtung "Gässi" im Schein unserer Stirnlampen. Diese steile Rinne wurde beim näheren Hinsehen ziemlich harmlos - nach dem ersten Anstieg führt eine Seilsicherung rechts hinaus - macht auch bei dem vielen Schutt Sinn. Nach diesem ersten Höhengewinn folgt der Weg einer alten Seitenmoräne bevor man bei einem Steinmann auf ca. 2880m Richtung Gletscher abbiegt. Auf dem Weg hierher genossen wir den wunderschönen Sonnenaufgang an der Bishorn-Ostwand. Bei ca. 2900 m kommt man auf den Gletscher, der fast bis ganz unten eingeschneit war, so haben wir direkt hier angeseilt. Mittlerweile haben 3 Italiener zu uns aufgeschlossen, die wir an diesem Tag immer wieder getroffen haben. Sonst waren wir alleine unterwegs und genossen die Ruhe. Nachdem uns die ersten Sonnenstrahlen unterhalb des Bruneggjochs getroffen haben, entledigten wir uns der warmen Klamotten.
Das majestätische Weisshorn mit dem Nordgrat
Nun steilt auch der Gletscher etwas auf bis in die Scharte rechts vom Gipfel. Durch den vielen Schnee in diesem Sommer war die Westflanke wunderschön im Trittfirn bis zum Gipfelkreuz zu gehen. Das sich hier zeigende Panorama ist einfach überwältigend: Von den Berner 4000er über die gesamte Mischabel- und Weissmieskette, weiter über die Monte Rosa bis zum Matterhorn und dann natürlich ganz besonders beeindruckend, das Weisshorn mit dem wunderschönen Nordgrat - hier wirkt das Bishorn nur wie ein kleines Vorgeplänkel des großen majestätischen Gipfels. Ich konnte mich kaum losreißen - doch war es trotz des genialen Wetters ziemlich windig und kalt, was uns schließlich den Abstieg leichter machte. Am Bruneggjoch in der Sonne und im Windschatten holten wir unsere Gipfelrast nach und setzten dann gemütlich unseren Weg aufs "Festland" und zur Hütte fort. Nach kurzer Pause starteten wir auch den Abstieg ins Tal bis Gruben, von wo aus wir den abteuerlichen Heimweg antraten. Das Brunegghorn ist mit Sicherheit einer der schönsten Aussichtsberge im Wallis und noch dazu eine schöne Gletschertour.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Nass bis auf die Haut....

Wer kommt eigentlich auf die Idee bei so einem Wetter in die Berge zu gehen? Na gut, die Wettervorhersage hatte etwas Spielraum für gutes Wetter gelassen, doch als wir Samstagmorgen in Rosenlaui ankamen, regnete es. Die Motivation da jetzt raus zu müssen war bei allen ziemlich gering, so war die Entscheidung, erst noch mal einen Kaffee im Trockenen zu trinken, schnell getroffen. Aber alles rauszögern half nichts, es regnete und so machten wir uns möglichst regendicht fertig und zogen los. Das Ziel war die Dossenhütte. Kalt war es nicht und so schwitzten wir ziemlich unter den GoreTex-Klamotten, was zur Folge hatte, dass wir bald vollständig durchnässt waren. Wasser hatten wir jedenfalls genug, sowohl von oben als auch von unten. Der Fels war aber noch gut griffig, nur die Handschuhe konnten regelmäßig ausgewrungen werden. Wir waren froh, als wir am frühen Nachmittag oben waren und erstaunt, dass die Hütte trotz des schlechten Wetters relativ voll war. Aber die Hoffnung auf gutes Wetter für Sonntag war wohl nicht nur bei uns vorhanden.
Am Sonntag klingelte um 5:00 der Wecker, draußen war es neblig, wir mitten in den Wolken. Nach einem etwas längerem Frühstück starteten wir um 6.15, immer noch in den Wolken, in 3 Dreierseilschaften auf den Dossengrat. Wir kamen dadurch, dass wir alles sicherten, der Fels ziemlich nass war und wir keine eingespielten Seilschaften, nur sehr langsam voran und auch das Wetter wurde keinen Deut besser. Trotzdem war es eine schöne Kletterei. Kurz vor dem Dossensattel gibt es noch mal einen kleinen Minigipfel, über den wir kletterten. Gesehen haben wir von dort oben nichts Höheres – und da wir sehr lange hierher gebraucht hatten, definierten wir diesen als unseren Gipfel und stiegen zum Dossensattel ab und über den Gletscher zurück zur Hütte. Schließlich stand noch der lange Abstieg nach Rosenlaui bevor. Auch hier war der Fels sehr nass und so war aufpassen angesagt, es ging aber besser als erwartet und je weiter wir nach unten kamen, desto besser wurde das Wetter. Sogar die Sonne bekamen wir kurz zu Gesicht. Unten angekommen, hatten wir an diesem Wochenende so viel Wasser gesehen, dass wir beschlossen zum Abschluss trotz der nur mäßigen Temperaturen in den Brienzer See zu springen – schön war das :-)

Sonntag, 20. Juli 2014

Und gleich nochmal

Vorderer Tierberg
Weils so schön war, gings am Samstag auf die Tierberglihütte (2795m). Die größte Diskussion war der Wetterbericht, der leider alles andere als gut war, aber zumindest ließ er positiven Interpretationsspielraum. Deswegen hatten wir uns auch entschieden zu fahren. Durch den vielen Neuschnee haben wir uns für den normalen Hüttenzustieg entschieden, ohne Klettersteig. Aber auch auf dem Normalweg hat man viel Fels- und in unserem Fall auch Schneekontakt. Trotzdem waren wir in 2h oben und sind nicht nur trocken geblieben, sondern haben sogar kurz die Sonne gesehen. Das machte Hoffnung auf mehr. Den Nachmittag haben wir mit einer Spaltenbergungsübung am Windkolk vor der Hütte verbracht, und letztendlich sollte der Wetterbericht leider recht behalten: Patschnass kamen wir zurück zur Hütte.
Ja, das war der Gipfel!
Nach längerer Diskussion entschieden wir uns, den Normalweg aufs Gwächtenhorn (3420m) zu versuchen. Der eigentlich geplante Westgrat war voller Neuschnee. Mit extrem wenig Sicht zogen wir um halb 6 in 2 Vierer-Seilschaften los, jede suchte sich aber erstmal unabhängig ihren Weg. Mit uns war noch ein Schweizer Bergführer mit 3 Engländern unterwegs, der eine wunderschöne Spur legte. Auf ca. 3000m machte diese Seilschaft Pause und so spurte ich bis zum Punkt 3225 weiter. Bis hierhin war es kein Problem die Route trotz der wenigen Sicht zu finden, man hatte immer noch irgendwelche Geländekanten und Felsen als Anhaltspunkte. Jetzt übernahm zum Glück Elmar die Spurarbeit, denn bis zum Gipfel gab es keine natürlichen Orientierungspunkte mehr und so lief er nach GPS. Selbst die Gipfelfindung war auf diesem großen schneebeecktem Plateau nicht so einfach. Nach einer kurzen Gipfelrast inkl. Foto machten wir uns schnell wieder an den Abstieg, dieser war dank des Neuschnees sehr gemütlich und so waren wir fast pünktlich zum "z'Nünie" wieder zurück auf der Hütte. Nach einer gemütlichen Kaffepause stiegen wir noch in aller Ruhe bei Null Sicht ab ins Tal. Unten im Tal kam dann der versprochene Regen - aber wir saßen bereits im Trockenen :-)

Ab und zu kann auch so eine geschlappte Nebeltour sehr schön sein, trotzdem schade, dass der Westgrat, genauso wie der mit Anja im Anschluss geplante Galenstock dem Neuschnee zum Opfer fielen. Aber so gibt es natürlich mal wieder einen Grund zurückzukommen!

Montag, 23. Juni 2014

Endlich mal wieder richtig auf Hochtour

Mittlerer Seelenkogel
Lange ist es her, als ich das letzte Mal im Sommer auf Hochtour unterwegs war. Früh in der Saison mit viel Schnee und guter Wettervorhersage sind wir über das lange Wochenende auf die Langtalereckhütte gestartet. Am Freitag wollten wir eine „Eingehtour“ machen, damit sich die Gruppe besser kennen lernen kann. Der Mittlere Seelenkogel (3426m) war unser Ziel. Dazu findet man in der Führerliteratur herzlich wenig Information als Sommertour. Also war klar, dass es spannend wird, wie der Grat so genau aussehen wird.
Hochwildehaus
Um 6.30 starteten wir an der Langtalereckhütte (2430m) bei durchwachsenem Wetter – es hatte gerade erst zu regnen aufgehört und der Himmel klarte leicht auf. Wir folgen dem Weg Richtung Seelenferner, gleich zu Beginn im Langtal queren wir die ersten Schneefelder. Statt links zum Eiskögele abzubiegen steigen wir leicht rechts zur Seitenmoräne des Seelenferners auf und folgen dieser bis zu einer geschlossenen Schneedecke. Hier legen wir Gurt, Steigeisen und Seil an – wir wissen nicht genau wie weit der Gletscher noch nach unten reicht. Wir  gehen in zwei 3-er Seilschaften in logischer Routenführung ins Seelenkogeljoch (ca. 3300m). Von hier aus sieht der Gipfel schon sehr nahe aus, vor uns liegt aber noch der Grat.  Da wir den gesamten Grat absichern (es sind Sicherungsstangen vorhanden) brauchen wir ziemlich lange bis auf den Gipfel, es macht aber unglaublich viel Spaß durch die Firn-/Fels-Kombi zu klettern. Das Wetter wird unterdessen immer schlechter, wir sind immer wieder im Nebel verschwunden und es fängt an zu schneien. So entfällt auch die Gipfelrast und wir machen uns direkt auf zum Abstieg. Von oben sieht der Abstieg über den SO-Grat machbar aus und so versuchen wir unser Glück – müssen aber auf halben Wege feststellen, dass in unserer großen Gruppe kein Durchkommen möglich ist. Also wieder hoch und ein Stück über den Nordgrat runter. Mittlerweile waren wir alle komplett durchgefroren, denn der Wind hatte kontinuierlich zugenommen. Zum Glück kann man nach der zweiten Seillänge über die Nord-West-Flanke abseilen, was wir auch taten. Das letzte Hindernis war noch der Bergschrund, aber auch diesen haben wir alle sicher überwunden. Der weitere Abstieg war zuerst ein gemütliches Geschlappe über den Gletscher und die anschließenden Schneefelder und führte dann über den Wanderweg zurück zur Hütte. Für eine Eingehtour hatten wir eine sehr spannende Tour bei sehr guten Bedingungen erwischt.
Hochwilde Nordgipfel
Für Samstag hatten wir die Hochwilde geplant. Nach der anstrengenden Tour vom Freitag sind wir nur zu viert gestartet. Die erste Schwierigkeit wartete direkt nach dem Überqueren des Langtalbaches auf dem Weg zu Hochwildehaus: Hier war der direkte Übergang durch ein Schneefeld versperrt und so umgingen wir es durch einen Abstieg in die Schlucht. In der Fidelitashütte machten wir die erste Pause, was am Vortag eindeutig zu kurz gekommen war. Hinter dem Hochwildehaus folgten wir den Wegmarkierungen bevor wir anseilten und auf den Gletscher wechselten. Von hier aus zog sich der Anstieg zum Annajoch (P3150m) – es wollte einfach nicht näher kommen. Richtung Hochwilde steilte der Gletscher dann auf bevor er in die Flanke auf den Grat übergeht. Dieser ist wie ein Klettersteig versichert. Das Fixseil war teilweise noch eingeschneit und es war gut im Firn zu gehen. Da wir den gesamten Grat gesichert haben, brauchten wir noch etwas länger als eine Stunde auf den Nordgipfel (3461m), der wirklich imposant aussieht. Da wir heute sehr sonniges Wetter hatten, genossen wir unsere Gipfelrast bei Windstille fast eine Stunde lang. Für den Abstieg entschieden wir uns für den Weg über den Langtalferner - das war die richtige Entscheidung: Durch den sulzigen Schnee waren wir schnell abgestiegen, lediglich der Gegenanstieg zur Hütte machte sich bei uns allen noch mal bemerkbar.

Montag, 21. April 2014

Finally....

...der wie vielte Versuch war das? Nummer 1 (zumindest haben wir geschnuppert), Nummer 2 & 3 (das waren ziemlich ernsthafte Versuche), Nummer 4 (war auch eher ein Versüchchen) und diesmal war Ansgars Kommentar in der Flanke zum Fieschersattel: "Diesmal schaffen wir den Gipfel!"
Am Grat
Am Großfiescherhorn, 4049m
Aber jetzt erst mal der Reihe nach: Spontan sind wir bereits Donnerstag Morgen in Bern gestartet, da dies der letzte schöne stabile Tag sein sollte, Anja hatte kurzfristig abgesagt, ihr waren die Wetteraussichten zu schlecht - schade! Bei schönstem Wetter saßen also Ansgar und ich um 6 Uhr im Zug Richtung Jungfraujoch. Etwas überrascht war ich schon, dass es selbst an der Kleinen Scheidegg so gut wie keinen Schnee mehr hatte. Aber wir wollten ja noch höher hinaus. Diesmal war es richtig angenehm, die Nase auf 3454m aus dem Stollen am Jungfraujoch zu stecken: Schönster Sonnenschein und nahezu windstill. Gemütlich schlappten wir zum Mönchsjoch und fuhren über das Ewigschneefeld bis auf ca. 3220m ab und stiegen dann Richtung Fieschersattel auf. Kurz oberhalb des Bergschrundes (ca 3700m) haben wir auf Steigeisen umgebaut und allmählich machte sich die Höhe auf unsere Kondition bemerkbar. Die Flanke in den Fieschersattel war zu Beginn Wühlschnee und wurde dann zum Glück besser (Trittfirn). Trotzdem war ich ziemlich fertig als wir endlich im Fieschersattel waren. Nun waren es noch 130 hm zum Gipfel, es lag bereits eine Spur drinnen, deswegen war der Weg leicht zu finden. Nach einer kleinen Blankeisstelle und einer etwas unangenehmen Kletterstelle zu Beginn war der Grat herrlich zu klettern. Wir hatten nahezu ideale Bedingungen erwischt. Und dann endlich: Wir waren oben!!! Leider ohne Anja, dafür mit einem perfektem Panorama und angenehmen Temperaturen. Da es bereits relativ spät war als wir wieder im Fieschersattel waren, verzichteten wir auf eine erneute Besteigung des Hinteren Fiescherhorns und machten uns direkt an die Abfahrt. Den Weg durch den Bruch fanden wir ziemlich gut und von dort hieß es nur noch laufen lassen auf windverpresstem Schnee. Die letzten ca. 80 hm zur Finsteraarhornhütte waren dann der Killer, aber oben wartete ein leckeres Essen :-)
Die folgenden Tage waren nur noch halb so spektakulär: Die Kaltfront am Freitag kam früher als erhofft und so haben wir auf dem Weg zum Finsteraarhorn auf dem Weg zum Frühstücksplatz umgedreht. Den Rest des Tages schneite es und wir holten uns erst mal noch eine Mütze Schlaf und genossen den Nachmittag in der gemütlichen Finsteraarhornhütte. Am Samstag liefen wir mal wieder bei null Sicht und Schneefall zur Konkordiahütte. Windveränderungen und Änderungen des Bodens lassen einen ganz gut navigieren, wenn man weiß wo man hin will :) In der Abfahrt hatten wir Traumpulver doch leider keine Sicht um ihn genießen zu können.
Sonntag schlappten wir bei schönstem Wetter über den Aletschfirn zur Lötschenlücke und fuhren mal wieder über den Langgletscher bei Windharsch ab (vom dem schönen Gletschertor vom letzten Jahr war nichts mehr übrig....). Trotz des wenigen Schnees konnten wir Dank des Neuschnees von Samstag fast bis zur Fafleralp fahren.
Auch wenn die Gipfel im Winter im Berner Oberland sehr hartnäckig Besteigungen zu verhindern versuchen, war es mal wieder ein schöner Ausflug in ein beeindruckendes Gebiet!

Mittwoch, 9. April 2014

Ein Traum in Weiß

Auf der Lampsenspitze
Der Wetterbericht war ausnahmsweise für das Wochenende mal gut und das bei LLB1 - und ich war mit den Nepal-Mädels im Sellrain für Skitouren verabredet. Das könnte gut werden....
Ausblick aufs Inntal
Nach der Wiedersehensfreude haben wir es uns gut gehen lassen in unserer hübschen Ferienwohnung. Auch wenn man bei unseren Vorräten auf andere Gedanken kommen konnte, wir waren nicht ausschließlich zum Essen hier. Am Samstag starteten wir 7:50, um auf die Lampsenspitze (2875m) zu steigen. Schnell waren wir in der Sonne und so entledigten wir uns Schicht für Schicht bis außer dem Skiunterhemd nichts mehr auszuziehen war. Gemütlich mit vielen anderen stiegen wir ins Sattelloch und von dort zu Fuß zum Gipfel wo wir eine ausführliche und gemütliche Gipfelrast einlegten. Erwartungen an die Abfahrt hatte ich keine, schließlich waren viele andere bereits vor uns abgefahren. Aber wie es der Zufall (oder meine Nase) wollte, fanden wir uns in einem Seitentälchen wieder, das noch vollkommen unverspurt war und der Schnee gerade leicht auffirnte. Besser kann man es kaum treffen :-) Ab ca. 2100m, wo der Schnee schon ziemlich schwer wurde, wechselten wir auf den Fahrweg und ließen die Abfahrt gemütlich ausklingen. Den Rest des Tages verbrachten wir auf der Sonnenterasse bzw. unserem gemütlichen Balkon bei Kaffee und Kuchen.
Abfahrt vom Zischgeles
Am Sonntag starteten wir wieder um 7:50, diesmal war es aber wegen der Zeitumstellung noch deutlich kühler. Der Zischgeles (3004m) war unser Ziel. Wieder waren einige Gruppen unterwegs, da es aber mehrere Aufstiegsspuren gab, verteilte sich die Masse. Der Aufstieg führt über schöne weite Hänge, die bei ungünstigen Bedinungen durchaus Gefahrenpotential bergen, wir aber genossen es in der Sonne bei angenehmen Temperaturen aufzusteigen. Am Skidepot angekommen zogen es Nicol und Doris vor, an dem windgeschützten Sonnenplätzchen zu pausieren, während Martina und ich noch den Gipfel erklommen. Nach einer gemütlichen gemeinsamen Rast am Skidepot wurde es uns irgendwann zu warm und wir suchten wieder unser Glück in der Abfahrt. Der unverspurte Hang blieb uns diesmal zwar verwehrt, dafür hatten wir nordseitig noch schönen Pulver. Der Mittelteil der Abfahrt war bereits wieder von der Sonne bearbeitet, ging aber noch gut zu fahren und im unteren Teil haben die vielen Spuren das ihre gemacht und eine Buckelpiste hinterlassen. So hatten wir ein sehr abwechslungsreiches Wochenende, was fast nicht hätte besser verlaufen können: Scheee wars!

  • Touren: Lampsenspitze (1200hm), Zischgeles (1300hm)
  • Tourenbeschreibung: Rother-Führer Sellrain bzw. lokaler Flyer
  • Karte: AV-Karte 31/2 Stubaier Alpen Sellrain (Winterkarte) 1:25.000

Freitag, 28. Februar 2014

Überredungskünste

Abfahrt vom Piz Surgonda
Schon wieder den weiten Weg in den Süden für ein Wochenende nehmen? Die Wettervorhersage ist für Sonntag gut, aber für Samstag noch durchwachsen. Mmmmmmh. Aber Zachi ließ nicht locker und schließlich hatten wir ein Ziel gefunden, das zwar eine weite Anreise bedeutete aber auch gutes Wetter versprach: Das Err-Gebirge am Julierpass. Die Anfahrt Samstag früh von Zürich aus ging relativ flott und je näher wir Bivio kamen, desto besser wurde das Wetter, außerdem verrieten uns die entgegenkommenden Autos, es hatte geschneit. Nachdem wir im Schneckentempo an unserem Ausgangspunkt La Veduta (2238m) angekommen waren, genossen wir die ersten Sonnenstrahlen, aber es war überraschend kalt. Um kurz vor 10 (etwas früher als geplant) machten wir uns auf den Weg Richtung Piz Surgonda (3196m). Eine Spur war bereits angelegt Richtung Fuorcla Alva, weiter oben wurde es windiger, aber die Wetterprognose schien komplett aufzugehen: Richtung Norden und Westen hingen alle Berge in den Wolken, wir selber stiegen im schönsten Sonnenschein Richtung Gipfel. Die letzten Meter waren steil und führten über einen kleinen Grat, zum Ski ausziehen waren wir zu faul, aber wir kamen auch mit Ski gut über den Gipfel zum Westgrat. Hier fellten wir ab und über eine Wechte ging es in den fast unverspurten Hang nach unten und weiter über jungfräuliche Hänge bis ins Val Bever. Der Schnee war so schön pulvrig, dass wir die extra Abfahrt hierunter mit genommen haben und zurück zur Jenatschhütte (2652m) wieder aufstiegen. Der Kuchen auf der Hütte war zu verlockend und schmeckte super, überhaupt sind die Hüttenwirte sehr symphatisch.
Tschima da Flix
Am Sonntag starteten wir kurz vor 8 Richtung Piz Calderas (3397m), wir spurten über den Vadret Calderas Richtung Gipfel. Der Gipfelhang wird immer steiler und die kritische Stelle querten wir ganz rechts, allerdings änderte sich schlagartig die Schneekonsistenz - hier war es durch die Sonneneinstrahlung extrem warm. Daher beschlossen wir umzudrehen, auch hatte uns das Spuren mehr Zeit gekostest als geplant. Die Abfahrt zum Vadret Calderas war schön, aber der Schnee war schon deutlich schwerer als am Vortag - die Sonne hatte eindeutig ihre Arbeit getan. Auf der Hochebene angekommen fellten wir wieder an und stiegen zur Tschima da Flix (3301m) auf. Vom Gipfel hatte man einen herrlichen Blick bis ins Wallis. Die Abfahrt bis ins Fuorcla da Flix bot viel Steinkontakt aber weiter unten bis auf den Vadret d'Agnel erwischten wir noch mal schönen Pulverschnee. Unten hieß es zum dritten Mal anfellen, ca 100 hm bis in die Fuorcla d'Agnel mssten wir noch mal hoch, bevor die lange Abfahrt nach La Veduta auf uns wartete.
Es war ein nahezu perfektes Wochenende mit schönstem Wetter, gutem Schnee und vielen einsamen Hängen - die lange Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Mittwoch, 8. Januar 2014

Schnee, wo bist Du? Silvester im Weißen

Auf dem Rossstock
Am Chaiserstocksatz
Pünktlich zu Weihnachten wurde es mal wieder warm. Und der Schnee floss dahin... Selbst in den höheren Lagen waren die Ski schnell zerkratzt. So haben wir uns über den weißen Jahreswechsel auf der Lidernenhütte sehr gefreut. Wir, das waren Anja, Pia, Jan, Sven, Tanja, Zachi, Teresa, Martin, Andre und ich. Gemütlich ließen wir es angehen und nahmen die Bahn hoch zur Hütte, entleerten dort erst mal unsere reichlich vollgepackten Rucksäcke bevor wir direkt in einer schönen sonnenbeschienen Mulde unweit der Hütte unsere Mittagspause genossen. Ein Teil der Gruppe nutzte das schöne Wetter aus um in der dünnen Schneeauflage eine Piepssuche zu machen, die anderen wanderten durch das kupierte Gelände auf den Chaiserstocksatz (2366m). Trotz des wenigen Schnees fanden wir ein paar herrliche Schwünge in überraschend gutem Schnee - dies ließ für die nächsten Tage hoffen.
An Silvester war unser Ziel der Rossstock (2461m). Die nördliche Westflanke war bereits stark abgeblasen, aber nach mehreren Diskussionen entschieden sich doch alle bis auf den Gipfel mitzukommen, wo wir eine windstille, sonnenwarme Gipfelrast einlegten. Die Abfahrt war schon sehr verspurt und der Schnee teilweise windverpresst. Unten angekommen entschlossen sich Martin, Sven, Zachi, Anja und ich noch auf den Hagelstock zu gehen (2160m), die Hänge leuchteten in perfektem Skigelände... und der Aufstieg wurde belohnt: Trotz der späten Abfahrt zogen wir unsere Spuren in den pulvrigen Schnee - eine schöne Silvestertour.
Das neue Jahr begannen wir standesgemäß mit einer Skitour :-) Noch einmal war uns gutes Wetter vergönnt und so gingen wir noch mal alle Richtung Hagelstock, unterwegs trennten sich dann unsere Wege: Ein Teil fuhr mit der Bahn zurück ins Tal, der andere (Zachi, Teresa, Martin, Anja und ich) wollten die Abfahrt vom Hagelstock ins Tal testen. Die ersten Hänge waren schön und steil und anschließend wurde es spannend: Skitragend zwischen Felsen durch und bergaufstapfend suchten wir uns den Weg durch Schluchten und Wäldchen bis wir endlich den Fahrweg fanden, der uns zurück zur Liftstation führte. Ein gelungener Abschluss eines schönen Jahreswechsels!

Samstag, 23. November 2013

Mera Peak - back in Nepal

Schneller als gedacht aber nicht zu früh war ich wieder dort... das Chaos in Kathmandu, die Gerüche und das Gehupe in Thamel, die Feilschereien, es war wieder faszinierend.
Diesmal ging es von Kathmandu nach Osten: Mit dem Flieger nach Lukla und dann zu Fuß weiter Richtung Mera Peak.
Tag 1: Der Flug war genial, tolle Sicht auf die Berge, der Anflug spannend. Wenn hier geflogen wird, dann läuft alles am Fließband: Flieger rein, Leute raus, gleichzeitig Gepäck raus und wieder rein, Passagiere rein, Klappe zu und weg ist die Maschine. Geschätzte Umschlagzeit: 5 min. Nach dem Ausstieg der erste Schock: Ist das hier kalt.... Also Mütze und Primaloftjacke aus dem Rucksack suchen und erst mal viiiiiel Tee trinken. Nicht alles Gepäck ist mit uns nach Lukla mitgekommen, so starten wir gegen Mittag nur zu einer sehr kurzen Etappe.
Von Lukla (2800m) gehen wir Richtung Süden - der direkte Weg über den Zatrwa La (4600m) unakklimatitisert ist doch zu ungemütlich - mit einem Abstieg. Schnell sind wir in Surke (2300m), doch da immer noch nicht alles Gepäck in Lukla ist, wird aus dem Lunchplace auch unser Nachtlager. Erste Nacht im Zelt: warm, sauber und trocken.
Tag 2: 6 Uhr wecken, zum ersten Mal gibt es Morning Tea und Washing Water und das bei Sonnenschein - was für ein Start in den Tag. Nachdem wir gestern nur abgestiegen sind, starten wir heute endlich mal bergauf. Über den Chutok La (2945m) erreichen wir unseren Lunchplace in Paiya, mittlerweile ist alles neblig und durch die fehlende Sonne ist es doch merklich frisch. Allmählich wird die Vegetation dichter - die Vorboten vom Dschungel. Viel sehen können wir leider eh nicht mehr. Der Weg nach Bupsa (2360m) im Nebel zieht sich. Heute schlafen wir alle in der Lodge, da diese Pemba, unserem Sirdar gehört. Auch ist es das letzte Mal fließend Wasser für lange Zeit (aber das weiß ich da noch nicht....)
Nebel - davon hatten wir genug
Tag 3: Trotz Lodge werden wir mit Morning Tea und Washing Water geweckt. Nach einem Besuch der örtlichen Gompa bei Sonnenschein machen wir uns gemütlich auf den Weg. Schnell hat uns der Nebel wieder. Lunch gibt es ziemlich früh unterwegs auf einer Wiese, wo der Koch einen Unterstand zum Kochen hat, das wird auf Dauer ganz schön kalt (wie soll das erst oben werden?). Unser Lager steht heute in Panggom (2900m). Nachts fallen Regentropfen.
Tag 4: Nebel bereits morgens. Und immer wieder geht es hoch und runter, mal durch den Dschungel, dann ist wieder eine Lichtung dazwischen. Wenn man nur was sehen könnte.... Bereits zum Lunch sind wir in Ningsow (2860m). Kurz vor dem Lager war ein schöner Gumpen - zwar kalt, aber frisch gewaschen fühlt man sich gleich besser. Nachmittags gibt es Tee und ein Lagerfeuer, so bleibt man irgendwie warm. Wieder regnet es nachts.
Tag 5: Immer weiter auf und nieder durch den Dschungel im Nebel. Allmählich sinkt die Moral: Nur Dschungel und Nebel - die Ausblicke müssten großartig sein, tja müssten. Immerhin wird der Weg spannend, erst viel Matsche, später werden extrem steile Grashänge auf interessante Weise abgestiegen und ein Fluss mittels Baumstamm überquert. Das Lager beziehen wir im Dschungelcamp (Chetra Khola, 3100m). Nachmittags bleibt Zeit zum am Feuer sitzen und Roksi probieren. Abends ist alles nass.
Tag 6: Wir haben es nicht mehr für möglich gehalten: Die Sonne scheint, keine Wolke am Himmel. So sieht der Dschungel gleich ein wenig freundlicher aus. Allerdings wird uns beim Lunch in Taktho (3670m) eiskalt: Der Nebel hat wieder gewonnen und der Wind hat zugelegt. Nach Taktho geht es erst noch mal bergab, dadurch dauert es länger, bis uns warm wird, aber immerhin kommen wir bald runter zum Fluss (Inkbhu Khola), und damit lassen wir den Dschungel hinter uns. Meine Laune heitert sich dadurch sofort auf und ich genieße die Flusslandschaft in Ruhe, auch wenn das Wetter nicht zum Verweilen einlädt. In Kothe (3600m) trifft uns der Schlag: Bislang waren wir ganz alleine unterwegs gewesen, jetzt sind wir auf den Hauptweg gestoßen und es sind einige Leute unterwegs. Heute ist Lichterfest und wir feiern mit der ganzen Mannschaft. Chang schmeckt ranzig. Als ich in den Schlafsack krieche, ist es sternenklar.
Das Tal vor Kothe
Tag 7: Die Sonne scheint, die Luft ist klar, aber kalt. Zum ersten Mal war das Zelt gefroren. Wir gehen im Schneckentempo los - so werd ich nie warm, also laufe ich auf und ab. Endlich kommen wir in die Sonne und nach und nach fällt eine weitere Schicht. Wir folgen dem Flussbett, teilweise ist es steinschlägig. Bei Gondishung legen wir uns in die Sonne. Ach, ist das herrlich bei dem Panorama... Trotz der Trödeleien sind wir zum Lunch in Tanang (4300m). Hier werden wir einen Tag zum Akklimatisieren bleiben. Gegen 14:00 kommt der Nebel und damit die Kälte. Es wird richtig ungemütlich. Selbst der Tee und die Hütte helfen nicht mehr.
Tag 8: Ausschlafen ist angesagt. Schnell Klamotten auswaschen, heute könnte mal etwas trocknen. Gegen 9 Uhr brechen wir Richtung Khare auf, sobald wir in die Sonne kommen wird es angenehm. Wir verweilen auf 4600m im Schnee bevor wir gegen Mittag wieder zurück nach Tanang gehen. Die Landschaft ist hier schroff und eindrucksvoll. Nach dem Lunch üben wir noch das Gehen mit Steigklemme.
Westwand vom Mera Massiv
Tag 9: Aufstieg nach Khare (4900m). Hier bleiben wir noch mal einen Tag zur Akklimatisation. Nach dem Lunch laufen wir noch auf den Hausberg auf 5200m. Von hier hat man einen schönen Blick ringsum, der Mera Peak sieht so nah aus...
Tag 10: Nach Schüttelfrost in der Nacht bleibe ich im Schlafsack liegen und versuche mich ein wenig zu erholen - also ein richtiger Ruhetag.
Kyasar 6770m
Tag 11: Aufstieg zum Mera La (5400m). Mir geht es zwar wieder besser, aber ich bin ziemlich fertig, gestern hat mich doch mehr geschlaucht als ich dachte. Der Aufstieg strengt mich unglaublich an - an der Höhe liegt es diesmal nicht. Nach einer Nudelsuppe und Tee mache ich es mir im Schlafsack gemütlich, es ist ziemlich windig und Wolken ziehen auf, ob das morgen was wird? Abends gibt es Spaghetti - auf 5380m!!!!!! Sie schmecken super und Hunger habe ich, nur meinem Darm schmecken sie nicht :-(
Tag 12: Geweckt werden wir um 1:00 mit Tee. Mir geht es nicht besonders gut, mein Darm hat mich kaum schlafen lassen. Aber einfach liegen bleiben? Nee, das geht wirklich nicht. Es ist eisig kalt, bereits im Zelt hat es -10°C und es stürmt. Ich laufe neben mir los, aber merke bald, dass es keinen Sinn hat, ich habe geschwächt der Kälte einfach nichts entgegenzusetzen und Erfrierungen sind den Gipfel nicht Wert. Also drehe ich um und lege mich noch ein paar Stündchen in den Schlafsack bis es hell wird, werde kaum warm. Endlich kommt die Sonne und ich erhole mich. Mache mich auf den Weg Richtung High Camp, der stürmische Wind hat sich gelegt und es ist wolkenlos. Am Mera La kommen mir Carsten, Max und Marcus entgegen, sie sind umgedreht. Ich laufe alleine weiter und genieße jeden Schritt, der weiter nach oben führt. Feli und Sonam kommen mir auch entgegen: auch kein Gipfel. Auf 5700m setze ich mich hin und genieße die Landschaft bis mir kalt wird: Everst, Lhotse, Makalu, Baruntse, beim Rest fehlen mir die Panoramakenntnisse :)
Am Mera La warte ich mit Daua und dem Koch auf die Rückkehr der Gipfelstürmer, nach einer Nudelsuppe steigen wir nach Khare ab.
Mera Peak 6461m                                                          
Tag 13: Die heutige Nacht war die bislang kälteste, der Schlafsack ist richtig hart gefroren, alles andere sowieso. Aber jetzt geht es zurück nach unten: Kothe ist unser Ziel. Unterwegs tanke ich viel Sonne und mache es mir gemütlich, in Kothe ist es allerdings schon eisig, es liegt im Schatten. So wird mein Schlafsack leider nicht mehr trocken.... Egal, wir lassen uns den Inhalt von Tonne 9 schmecken: Schüttelbrot, Salami und Käse, dazu gibt es Cappucchino. Man könnte meinen, wir hätten seit Wochen nichts mehr zu Essen bekommen, aber es schmeckt so gut....
Tag 14: Ach wie schön ist das Tal hier bei Sonnenschein, plötzlich sieht alles ganz anders aus.... bis Taktho laufen wir auf bekannten Wegen. Lunch gibt es ein bisschen oberhalb in der Sonne. So machen die langen Lunchpausen Spaß, wenn man einfach in der Sonne rumflaken kann und das tun wir ausreichend.... Nach dem Lunch steigt es steil an. Der erste Anstieg auf dieser Tour, den ich laufen kann wie ich will und das nutze ich aus. Oben hat man einen herrlichen Blick, sowohl zurück zum Mera Peak als auch raus ins Unterland: Man sieht das, was man in den ersten Tagen hätte sehen können, wenn man was gesehen hätte. Über steiles Almgelände geht es bis zu unserem Camp Thuli Kharka (4200m). Landschaftlich war das heute das Highlight der Tour.
Tag 15: Die letzte Nacht im Zelt, ein wenig Wehmut kommt auf als wir unser Heim der letzten 2 Wochen verlassen. Martina, das Zelt Nummer 10 war das beste ;-). Die Träger haben es heute besonders eilig, der Zatrwa La ist nicht beliebt. Mal sehen was da kommt. Schnell sind wir oben und warten in der Sonne zusammen, aber wie wir dann feststellen, ist das noch nicht der Pass, sondern nur seine Vorhut. Wir queren über ein langes Schneefeld zum eigentlichen Pass. Dort wird es spassig: Wir steigen nordseitig ab - der Schnee ist vereist und wir haben keine Steigeisen im Rucksack. Auf den ersten 150 hm hat Pemba ein Fixseil gelegt, danach geht es so weiter. Zum Glück habe ich Stöcke, mit den weichen Schuhen habe ich keinen Halt im gefrorenen Schnee. Auch wenn es lange dauert, kommen alle sicher runter. Ab jetzt heißt es nur noch laufen lassen, bis Lukla sind es immer noch 1500 hm und so geben ich Gas. Zwischendurch gibt es noch mal Lunch, aber nachmittags sind wir in Lukla. Das soll das Ende sein? Ja, gut, die Dusche ist willkommen, aber....
Am Abend gibt es noch mal ein Festessen von unserem Koch und eine ausgelassene Feier mit der ganzen Begleitmannschaft, es wird eine kurze Nacht, die letzte im Schlafsack, der diesmal dank Lodge trocken bleibt.
Das war es dann wohl, der erste Kaffee in Lukla schmeckt wunderbar, der Flug zurück nach Kathmandu ist genauso genial wie der Hinflug und da bin ich wieder - in Kathmandu.

Sonntag, 22. September 2013

Wegsuche im Gurgler Tal

Das Gurgler Tal bietet im Sommer mehr als es auf den ersten Blick auf die Karte verrät:
    Blick zurück nach Obergurgl
    Blick vom Schäferweg taileinwärts
    Als alternativen Hüttenaufstieg zur Langtalereckhütte empfiehlt sich bei gutem Wetter und genügend Zeit der sogenannte Schäferweg. Eigentlich ist es gar kein Weg, sondern man findet immer wieder Trittspuren und ein paar Markierungen. Über weite Strecken geht man über herrliche Almmatten und Blumenwiesen, man hört die vielen Bäche und Wasserfälle rauschen. Wir starten in Obergurgel und folgen dem Wegweiser Ramolhaus. Der Wanderweg schlängelt sich orographisch auf der linken Bachseite bergauf. An der Küppelehütte (2300m) zweigt der Schäferweg vom Zustieg Ramolhaus ab. Hier gibt es keinen Wegweiser, allerdings sind Trittspuren erkennbar und mit ein bisschen Orierntierungssinn ist der Weiterweg logisch vorgegeben. Hinter der Hütte gehen wir auf einer Höhe auf einem schönen Grasband an den Felsen entlang. Ab und zu wird es durch die Bäche etwas nass, daher bei viel Niederschlag nicht zu empfehlen, ansonsten genießen wir jeden Schritt und haben dabei einige Wasserfälle, die Langtalereckhütte und die schöne Bergwelt im Blick. Am Langtaleregg steigt man zur Gurgler Ache hinab und überquert diese auf der Brücke. Unterhalb der Gletscherschliffplatten führt der Weg auf den normalen Wanderweg vom Hochwildehaus und auf diesem geht es schließlich zur Langtalereckhütte (2450m). Der Schäferweg ist in der AV-Karte gestrichelt eingezeichnet.
    Der Übergang zum Ramolhaus ist aktuell wieder begehbar. Der ursprüngliche Übergang über den Gurgler Ferner ist gesperrt worden, aber ein Stückchen weiter taleinwärts ist ein Übergang angelegt worden. Der Weg ist ohne Gletscherausrüstung begehbar.
    Rückweg vom Langtalerjoch
    Am nächsten Morgen starten wir früh und wollen ins Langtalerjoch. Das Wetter ist leider nicht so gut wie vorhergesagt. Wir folgen den Schildern Langtalerferner. Die Stempelstelle ist noch weit vor dem Gletscher - wann der wohl mal soweit gereicht hat? Wir steigen über den Gletscher auf, die Sicht wird immer schlechter und es fängt an zu regnen. Unterhalb des Langtalerjochs steigen wir über einen Gletscherrest und Schutt nach oben. Die letzten Meter ins Joch hoch sind eine kurze Kletterrei (III?). Ohne Sicht machen wir uns auf den Rückweg oberhalb des Abfalls zum Gletscher. Hier sind wir auf weiten Böden im weglosen Gelände. Ab und zu finden wir ein Steinmännchen, aber hier scheint schon lange niemand mehr gegangen zu sein. Es ist eine herrliche Strecke, das schlechte wechselhafte Wetter macht es vielleicht noch etwas schöner. Über die Ackerlen kommen wir auf den Weg vom Eiskögele und somit zurück zur Langtalereckhütte.
    • AV-Karte 30/1: Ötztaler Alpen Gurgl