Dienstag, 14. Juli 2009

Endlich Eis!

Nachdem die Skitouren Saison jetzt wirklich vorüber ist, heißt es wieder Hochtouren gehen. Dabei hatten Ansgar und Martin die großartige Idee über den Nollen auf den Mönch zu steigen. Nachdem ich am Aletschhorn so schlapp gemacht hatte, war ich mir sehr unsicher ob ich mitgehen sollte. Aber es klang dann einfach zu verlockend und der Wetterbericht wurde, je näher das Wochenende rückte, auch immer besser.
Also sammelte Martin Ansgar und mich am Donnerstagabend in Karlsruhe ein und wir fuhren bis Interlaken. Dort wollten wir draußen auf einem Parkplatz übernachten um dann am nächsten Morgen gemütlich auf die Guggihütte aufzusteigen. Leider war mit draußen schlafen nicht viel, es goss so richtig. Also legten wir die Sitze um und schliefen im Auto.
Am nächsten Morgen regnete es dann zwar nicht mehr, aber so wirklich toll war das Wetter nicht. Nachdem wir mit der Bahn von Grindelwald zur Station Eigergletscher gefahren waren, ging es über Moränen und Schutt zur Guggihütte. Hier hatten wir die ganze Hütte für uns. Sie ist nur manchmal am Wochenende bewartet, aber wie in der Schweiz üblich perfekt ausgestattet.
Am Samstag gab es dann einen frühen Start, um zwei Uhr klingelte der Wecker. Abends hatte sich der Nebel noch verzogen und auch beim Aufstehen waren über uns keine Wolken zu sehen, nur unter uns. Zu Beginn ging es noch mal eine Stunde über Schotter und Felsstufen nach oben, bevor wir endlich die Steigeisen anlegen konnten. Zunächst noch gemütlich flach, wurde es immer steiler um so näher wir dem Nollen kamen. Martin, mit der meisten Erfahrung im Eis, durfte dann vorsteigen. Wobei vor allem eine Querung, mit ziemlich sprödem Eis ein wenig hässlich war. Aber insgesamt kamen wir super voran und hatten den eigentlichen Nollen nach 1,5 Stunden hinter uns.
Danach wird es zunächst noch einmal flacher bevor es zum Südwestgrat wieder steiler wird. Martin durfte also noch einmal ran und vorstiegen, während die Wolken immer weiter rein zogen. Nachdem wir den Bergschrund hinter uns hatten, war dies ein sehr nettes Stück. Die Waden machten sich trotzdem langsam bemerkbar und fingen an zu zwicken. Oben auf dem Grat angekommen, trafen wir noch vier weitere Bergsteiger die den Südwestgrat gingen, dafür sahen wir aber sonst, wirklich nichts mehr. Zunächst gingen wir unangeseilt weiter, bis nicht mehr so richtig klar war wo es lang ging, wo die Wechten sind und ob es nicht noch Spalten geben könnte. Bald standen wir aber auf dem Gipfel und wollten so schnell wie möglich wieder runter, es pfiff, war kalt und sehen konnte man ja sowieso nichts.
Also ging es über den Normalweg wieder bergab, wobei wir von dem Nichts was sich rechts und links, gut 300hm, neben unserer 50cm breiten Spur verbarg natürlich nichts sahen. So konnten wir ganz ohne Wackler über den Südostgrat stapfen, bevor es die Rippe, mal durch Fels, mal durch Schnee hinunter ging auf den Gletscher. Noch ein paar Meter zwischen Wanderern, die vom Jungfraujoch hinüber kamen und uns tatsächlich fast abhängten und wir waren an der Hütte. Leider mussten wir später beim Essen feststellen, das dies einfach keine SAC Hütte ist.
Für den nächsten Tag, gab es eine Reihe Ideen für Touren, die nach dem Wetterbericht schon stark wankten. Die Möglichkeit auf die Jungfrau zu gehen gab es noch, aber auch die verwarfen wie nachts um 3 bei starkem Wind.
Als ich um halb 6 aufstand hing die Jungfrau in dicken Wolken, dafür hatte ich die Chance einen traumhaften Sonnenaufgang zu erleben. Nachdem die beiden Herren sich auch irgendwann aus den Betten geschält hatten und das Frühstück in unserem Bauch war, schlappten wir hinüber zum Jungfraujoch und stürzten uns in die Massen von Japanern auf dem Weg zum „Top of Europe“. Für uns ging es wieder bis zur Station Eigergletscher. Um den Tag nicht ganz ungenutzt zu lassen, liefen wir noch über den Eiger-Trail nach Grindelwald. Etwas überequipt, aber dazu mussten wir wohl stehen. Trotzdem bewunderten wir natürlich „Die Wand“ und diskutierten darüber wo die Heckmair-Route nun wirklich lang ging. Wir waren zwar „nur“ auf dem Mönch gewesen aber trotzdem mächtig stolz auf unsere Tour. Denn bis auf die Sicht am Gipfel war es schließlich tipp topp gelaufen.

Ein richtig guter Start in meine zweite wirkliche Hochtourensaison.

Sonntag, 21. Juni 2009

Nordwandersatz

Der Plan für die Nordwand verabschiedete sich spätestens mittwochs und damit Anja – das Wetter war viel zu unbeständig vorhergesagt – und das obwohl wir gerade einen richtigen Sommertag erlebten. So entschieden Franzi und ich ins Allgäu zu fahren. Der große Krottenkopf mit seiner Firnrinne war unser Ziel für Samstag, der als stabil bezeichnet wurde. Freitag morgen hatte sich der Wetterbericht jedoch noch mal entschieden verschlechtert und nach einem Anruf auf der Hermann-von-Barth-Hütte entschieden wir uns auch diese Tour zu verschieben. Wir suchten nach Alternativen und wurden mal wieder im Voralpenland fündig. Hier gilt nämlich der allgemeinhin bekannte Ausspruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Wir nahmen den ersten Zug nach Lenggries und wurden von Nieselregen begrüßt. Nachdem ich, als der Wecker um 5.40 klingelte, wirklich keine Lust hatte, in dieses Nass zu gehen, war ich nun froh, hier zu sein. Wir waren mit GoreTex-Jacke und Rucksackregenschutz ausgerüstet. Wie wollten aufs Brauneck und zur Benediktenwand und noch ein Stückchen weiter – wie weit wussten wir allerdings noch nicht. Auf dem Weg zum Brauneck find es dann richtig zu regnen an. Auf dem Fahrweg war dies kein Problem, erst auf dem Wanderweg wurde es nass, rutschig und dreckig. Trotzdem genoss ich es. Wir waren in 1,5 h oben, Sicht hatten wir keine, die Wolken hingen tief und wir waren nass, zwar nur äußerlich, aber der ganze Körper wird bei so einem Wetter klamm. Lange schon hatte ich so ein Gefühl nicht mehr gehabt, man will ja kein Weichei werden :-)
Nach einer ersten Jausen gingen wir weiter zum Gipfel und dann den Grat entlang Richtung Benediktenwand. Allmählich zogen die Wolken höher und erste Tagblicke wurden möglich. Schließlich hörte es auf zu Regnen. Der Weg war aber sehr nass und die Steine extrem glattpoliert und dementsprechend rutschig. Ich war ganz froh, meine Bergschuhe angehabt zu haben. Wir überholten eine Gruppe, bei der wir uns nicht ganz sicher waren, wie sie zusammengesetzt war. Diese Wanderung war für sie jedenfalls bei diesen Bedingungen vollkommen unpassend – wirklich Spaß schienen sie nicht zu haben. Kurz vor dem Ostaufschwung auf die Benediktenwand überholten wir noch eine Frauengruppe, die sich nicht sicher waren, ob die dort hinaufkämen – nachdem Weg über die Achselköpfe ist der Teil aber definitiv nicht schwerer. Wir rasteten am Gipfel, auch dort trafen wir wieder Leute, es war doch mehr los, als wir vermutet hatten. Mittlerweile war es Mittag geworden und wir freuten wir uns als pünktlich zur Pause die Sonne raus kam.
Gestärkt stiegen wir ab, hatten aber schon bald die Schnauze voll. Wir wählten den Weg Richtung Jachenau, dort waren wir vollkommen unter uns, der Weg aber durch die Wurzeln und das Laub sehr glitschig. An der Glaswandscharte hatten wir den Abstieg beinahte geschafft, nun ging es kurz auf einem Fahrweg, bevor ein wunderschöner Weg Richtung Rabenkopf abbog. Er führte durch saftige Almwiesen, leicht bewegt in idealer Zusammensetzung in vollkommener Einsamkeit. Leider verbummelten wir den Abzweig auf den Rabenkopf – der Weg am Fuß entlang war aber einfach weiterhin wunderschön. Neben der Benediktenwand doch eine unvermutete sanfte Schönheit, die sich hier uns bot. Nun wollten wir weiter Richtung Jochberg. Das hieß aber erst mal absteigen. Als wir dann aufsteigen wollten, schien noch die Sonne, aber sehr dunkle Wolken zogen auf. Da es so schnell warm und schwül geworden war, rechneten wir mit einem Gewitter und wir entschieden uns für einen schnellen Abstieg direkt nach Kochel. Kurz danach fing es auch Richtig an zu schütten – das Gewitter blieb aber aus. Nun folgten wir dem Fahrweg bergab und erfreuten und jedem Höhenmeter, den wir verloren und der uns dem Ziel näher brachte.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Wer seine Ski liebt der trägt!

Wenn man auf eine Frühjahrsskitour geht, denn Sommer ist ja erst ab dem 21. Juni, muss man natürlich damit rechnen, dass man seine Ski von Zeit zu Zeit ein Stück tragen muss.
Los ging es am Freitagabend und einer kurzen Nacht unter Sternenhimmel auf der Fafleralp. Erik, Ansgar, Jochem und ich standen also um 3 Uhr auf, schulterten unsere Ski und machten uns auf den Weg Richtung Beichpass. Die erste Stunde trugen wir die Ski wobei uns Erik durch durchweichte Wiesen zur Schneerinne leitete. Dann durften wir endlich die Ski anschnallen. Aber nur für ein kurzes Stück, denn schon bald musste noch mal ein Schotterband überquert werden, bevor es dann erst einmal endgütig auf Ski weiter ging. Der Zustand des „Ski an den Füßen“ haben hielt aber nicht ewig an und so durften die letzten 200hm vor der Passhöhe wieder zu Fuß zurück gelegt werden. Hier oben hatte es relativ neuen Schnee und auf der anderen Seite hatte die Sonne die oberste Schicht auch schon gut aufgeweicht. Trotzdem konnten wir bei strahlendem Sonnenschein ein paar wirklich wunderbare Schwünge fahren. Bis wir vor einer Kante standen, auf der einen Seite Geröllfeld, auf der anderen Platten. Laut Karte sollte es an der Stelle des Geröllfelds runtergehen. Wenn noch genug Schnee liegt ist das bestimmt kein Problem, so mussten wir mal wieder die Ski auf den Rücken nehmen. Hier abzusteigen war doch ziemlich hässlich, als wir unten waren sahen wir dann, das weiter rechts doch ein Schneedurchschlupf gewesen wäre. Pech gehabt!
Nun ging es noch ein Stück über den relativ flachen Beichgletscher, wirklich schieben musste man aber nicht, bis dieser mit dem Oberaletschgletscher zusammenfließt. Hier hieß es dann endgültig Ski an den Rucksack. Der Oberaletschgletscher war in diesem Bereich schon mehr mit Schutt als mit Schnee bedeckt und so gingen wir eben auf die andere Seite. Es war wirklich warm und wir hatten alles sehr Durst, aber kein Trinken mehr. Weit war es nun aber wirklich nicht mehr. Wir mussten uns nur noch die 150hm Leiter zur Oberaletschhütte hinauf quälen und eine Qual wurde es wirklich. Beim Auspacken des Rucksacks fiel Erik dann später auf, dass er doch noch einen halben Liter Tee gehabt hätte.
Wir richteten uns in dem gemütlichen Winterraum ein und konnten es uns später sogar mit Rivella gut gehen lassen, da der Hüttenwirt zufällig für eine Nacht oben war.
Am nächsten morgen war Start für 3 Uhr, was wir auch brav einhielten um aufs Aletschhorn zu kommen. Mir ging es dabei aber irgendwie nicht wirklich gut und ich war extrem langsam, also drehte ich kurz darauf rum. Die anderen gingen weiter und hatten später ein wunderschönes Panorama bei traumhaftem Wetter. Zurück kamen sie aber alle kaputt und müde, während ich noch mal viel geschlafen und den Tag vor der Hütte vertrödelt hatte. War auch so ein schöner Tag!
Da wir jetzt doch nicht wie geplant am Mittelaletschbiwak waren sondern weiter auf der Oberaletschhütte mussten wir noch eine Tour für morgen raussuchen. Zurück gehen sollte es dabei wieder über den Beichpass. Die ganze Nacht regnete es aber und als um 2 Uhr der Wecker klingelte, drehten wir uns erst noch einmal rum. Morgens stand dann fest, dass die Option über den Beichpass zurück zu gehen raus war. Da noch relativ neuer Schnee dort lag, es oben ordentlich aufsteilte und die Schneedecke jetzt total durchweicht war, wäre es einfach zu gefährlich gewesen diese Route zu nehmen. Die einzige Option die blieb, war die Ski mal wieder an den Rucksack zu schnallen und zunächst über den Oberaletschgletscher abzulaufen um dann über saftig grüne Wiesen nach Belalp zu gelangen.
Mit Gondel, Bus und Bahn gelangten wir dann zurück zur Fafleralp.
Vielleicht ist ja doch schon Sommer!


Mittwoch, 10. Juni 2009

Klettern in den Tannheimern

Wir nutzten das für uns lange Wochenende und wollten das Alpinklettern etwas vertiefen. Andreas kam direkt von einem Aufbaukurs zurück und war nun mit allen Tipps und Tricks ausgestattet. Ich wollte einfach mal wieder ein Wochenende in den Bergen sein und wenn das Wetter schon keine Eistouren zuließ, so konnten wir wenigstens klettern gehen. Wir entscheiden uns fürs Tannheimer Tal. Nachdem wir ein paar Touren ausgesucht hatten, die für uns im Bereich des Machbaren waren, fuhren wir Freitag früh los. Durch eine nicht ausgeschilderte Umleitung und eine Panne beim Packen verloren wir einige Zeit und waren erst gegen 11 Uhr am Gimpelhaus.
Da wir noch keine eingespielte Seilschaft waren entschieden wir uns für den kurzen Hüttengrat am Hochwiesler Ostsporn. Den Einstieg hatten wir schnell gefunden und das Wetter war schön sonnig und warm. In unserem Topo waren keine Zwischenhaken eingezeichnet, so schleppten wir das gesamte Material mit. Zu unserer Freude war die Route dann aber eher sportklettermäßig abgesichert. Wir kletterten in Wechselführung, die Route ist mit 4+ bewertet. Nach anfänglichen Problemen im Vorstieg kam ich aber ganz gut zurecht und wir genossen beide die Aussicht, das Wetter, den Fels und die Ruhe. Die Abseilstelle führt durch eine „Schlucht“ (laut Kletterführer), es handelt sich dabei um eine steile Wiese auf der viel loses Gestein rumliegt, was jeder Abseilende ein bisschen dezimiert. (vlg. „Goldener Herbst“)
Nachdem wir wieder unten waren und unsere Sachen verpackt hatten traten wir den Rückweg zur Hütte an. Für Kuchen reichte es leider nicht mehr, wir warteten lieber gleich auf das Abendessen.
Das Wetter für Samstag war schlecht angekündigt. Umso erfreuter waren wir, als Samstag morgen um 7 Uhr beim Frühstück alles trocken war. Wir beeilten uns und stiegen zur Till Ann zu, diese Route liegt in der Zwerchwand und ist mit 5- bewertet. Mir ging es nicht sonderlich gut und so stieg diesmal Andreas alles vor. Die Seillängen kamen mir auch viel schwerer vor als am Vortrag, wobei ebenso viele Viererstellen überwunden werden mussten. Nach der 3. Seillänge zogen aber so tiefe Wolken rein, dass wir uns spontan entschieden wieder abzuseilen, als im Nebel weiterzuklettern. Im Nachhinein gesehen war das die richtige Entscheidung, kaum waren wir unten fing es an zu tröpfeln und kaum waren wir wieder an der Hütte fing es richtig an zu schütten. Das Wetter änderte sich leider den ganzen Nachmittag und Abend nicht mehr. Lange diskutieren wir über die Möglichkeiten am Sonntag. Freudig überrascht waren wir, als wir beim Aufstehen blauen Himmel und Sonnenstrahlen erblickten. Wir wollten es riskieren in die Westwandrampe der Roten Flüh einzusteigen. Diese ist mit 3 bewertet und hat nur 5 Seillängen. Als wir kurz vor dem Einstieg waren zogen aber sehr dunkle Wolken aus Westen auf und wir entscheiden uns gegen eine Klettertour in der großen Wand. Stattdessen stiegen wir ab und wollten zu dem Klettergarten an den Thomaswänden. Wo gerade noch die Sonne schien, waren jetzt dunkle Wolken aufgezogen. Trotzdem machten wir uns kletterfertig. Als wir jedoch gerade das Schneefeld das direkt am Fuße des Klettergartens liegt queren wollten, fing es an zu tröpfeln. Da wir keine Lust hatten, pitschnass zu werden, entschieden wir umzudrehen. Dieses Tröpfeln war allerdings nur von kurzer Dauer, denn als wir wieder auf dem Weg waren, hatte es bereits aufgehört. Mittlerweile war uns aber so kalt, dass wir entschieden nicht noch mal zurückzukehren. Stattdessen statteten wir noch der Tannheimer Hütte einen Besuch ab. Diese Hütte ist total urig im Vergleich zu dem protzigen und unpersönlichem Gimpelhaus. Es handelt sich um eine winzige Hütte mit gerade mal 18 Lagerplätzen. Nachdem wir uns in der Hütte aufgewärmt hatten, schien draußen schon wieder die Sonne. Wir machten uns dennoch auf den Rückweg und entschieden uns stattdessen auf dem Rückweg eine riesige Portion Eis in Füssen zu Essen :-)
Das Gebiet hat uns beiden sehr gut gefallen und nachdem unsere Ausbeute doch sehr gering war, müssen wir definitiv wieder kommen, schließlich wollten die Till Ann sowie die Rote Flüh noch begangen werden.
  • Führer: Panico Allgäu

Dienstag, 2. Juni 2009

Maiwanderungen

In den letzten Wochen habe ich mich mit Berichten ein wenig zurückgehalten. Hier ein kurzer Rückblick: Am 3. Mai war ich mit Franzi und Andreas auf der Brecherspitze. Dabei lag auf dem Weg nach der Ankelalm noch viel Schnee und ich war froh, diesmal die Bergschuhe angehabt zu haben. Das Wetter war mittelmäßig und trotzdem waren genug Leute auf dem Gipfel.
Den Sonntag drauf waren wir mit Erdme auf dem Wank. Welch andere Verhältnisse: Hitze und schönster Sonnenschein. Und ein herrliches Zugspitzpanorama entlohnte uns. Lediglich Schneereste trafen wir an, die die Wankbahnbenutzer zu erstaunten Äußerungen hinreißen ließen.
Am 17. Mai war ich in einer ganz anderen Gruppe, u.a. mit Tom und Felix, am Wendelstein. Ein herrlicher Alpenblick war uns vergönnt. Das Abfahren durch das letzte Schneefeld war bei der Hitze äußerst angenehm.
Danach stand eine kurze Woche an: Am Donnerstag waren wir direkt wieder unterwegs. Diesmal ging es zum Alpinklettern nach Mittenwald. Dort stiegen wir zur Mittenwalder Hütte auf und gingen weiter Richtung Lindlähnekopf. Dort stiegen wir in die Südwestverschneidung des Gerberkreuzes ein. Vom Lindlähnekopf ging es durch Schotter und Latschen zum Einstieg. Da wir zu dritt unterwegs waren, stieg Franzi alles vor. Leider entwickelte sich das Wetter nicht so wie gewünscht – so entschieden wir spontan nach der 3. Seillänge abzuseilen und den langen Abstieg anzutreten. Kaum waren wir unten, wurde das Wetter wieder besser, aber der Abstieg dauerte. An der Mittenwalder Hütte machten wir noch mal einen kurzen Zwischenstopp, mittlerweile war wieder schönster Sonnenschein und Hitze angesagt. Als wir kurz nach 5 den Abstieg fortsetzten sah der Himmel im Westen noch vertrauensvoll aus, allmählich zog es aber zu und zwar ziemlich schnell. Kaum waren wir unten, wurde es dunkel und es reichte noch genau zum Material tauschen bevor wir im Auto saßen und es anfing zu regnen und vor allem zu gewittern.
Es war eine sehr schöne Tour und auf jeden Fall sollten wir mal wieder Alpinklettern gehen!
Über Pfingsten wollten wir ja unsere erste Nordwand gehen, leider machte und das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Franzi und ich entschieden uns dann spontan nach Hollersbach zu fahren, dort konnten wir wenigstens ein wenig Rad fahren und wandern.

Montag, 1. Juni 2009

Creux du Van

Wenn die hohen Berge mal wieder nicht wollen, muss man halt die kleinen nehmen. Eigentlich wollten wir die Nordwand der Hinteren Schwärze gehen, aber der Wetterbericht sprach von ergiebigen Schauern. Also zogen Ansa und Franzi nach Hollersbach und ich fuhr mit Sara nach Neuchatel.
Dort wollten wir einmal um Creux du Van laufen. Dabei handelt es sich um einen großen Felszirkus, 500m tief mit 160m senkrecht abfallenden Wänden. Entstanden ist diese Formation wohl nach der letzten Eiszeit und heute der tiefste Punkt in der Schweiz an der Permafrost gefunden werden kann.
Also fuhren wir nach Noiraigue, parkten unser Auto am Bahnhof und machten uns auf den Weg. Die Sonne schien zwar wunderbar, aber warm war es wirklich nicht und der Wind blies ganz schön heftig.
Das war aber nicht so schlimm solange wir, geschützt im Wald, Richtung Le Soliat liefen. Schließlich erreichten wir die Krete und hier ging der Wind erst Richtig ab. Wir holten unsere Jacken raus, ich sogar die Mütze und genossen den Blick in die Tiefe. Von hier kann man dann direkt am Rand entlang laufen, bis zum anderen Ende. Zwischendurch machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem kleinen Restaurante. Eine kleine Hütte, ganz urig innen drin, wo es kuschelig warm war. Danach genossen wir den Weg der Krete entlang und versuchten noch einen Blick Richtung Alpen zu erhaschen. Schreckhorn und Eiger schauten uns gerade noch durch ein Wolkenloch entgegen, der Rest hielt sich gut verhüllt.
Der Weg bergab, ging dann flott durch den Wald zurück zum Auto. Eine kleine aber feine Runde und eine wirklich beeindruckende Umgebung.

Sonntag, 26. April 2009

Der Winter ist passé

Der Sonntag musste genutzt werden. Leider wollte niemand mit, deswegen zog ich alleine los. Von Lenggries wollte ich auf den Geierstein und dann weiter auf den Fockenstein. Der BOB war ziemlich gut besetzt, scheinbar hatten mehrere die gleiche Idee - ich konnte mich diesmal auch nicht dazu entschließen, schon den ersten Zug zu nehmen, so machte ich mich erst um 7.30 auf den Weg.
In Lenggries traf ich erst mal einen Opa, der mir unbedingt den Vortritt lassen wollte, dabei erzählte er mir, dass er seine Runde mindestens jeden zweiten Tag geht, von Lenggries über die Weiher und die Burg. Ich wurde ein wenig neidisch und setzte meinen Weg fort. Allein war ich unterwegs. Schnee war keiner mehr zu sehen, der Boden war allerdings teilweise noch etwas weich und der Weg mitgenommen. Am Markstein genoß ich die Aussicht, leider wollte sich heute die Sonne nicht zeigen, im Gegensatz zu den letzten Tagen, aber ich war mit Mütze und Handschuhen ausgerüstet und war ganz froh darüber. Die letzten Meter zum Gipfel wurden etwas felsiger, hier war der Schnee auch erst gerade weg. Schließlich traf ich zwei Pärchen oben am Gipfel.
Nach einer gemütlichen Pause (die Kälte war die Restriktion) stieg ich nach Osten ab. Nach der ersten Wegbiegung kam dann das, was ich nun wirklich nicht erwartet hatte: ein riesiges Schneefeld. Ich hatte nur meine kurzen Wanderschuhe an, so musste ich aufpassen, dass mir kein Schnee von oben reinfällt. Beim Abfahren war ich am Anfang ein wenig unsicher, mit einer harten Sohle geht das doch deutlich einfacher. Nach dem ersten Schneefeld folgten weitere und ich überholte mehrere Leute, es waren mehr unterwegs als ich erwartet hatte. An der Weggabelung entschied ich mich dann aber direkt in das Hirschtal abzusteigen, anstatt Richtung Fockenstein aufzusteigen: Auch auf dem Fahrweg lag Schnee und es waren keine Trittspuren vorhanden. Das wollte ich mit meinen dünnen Schuhen doch nicht riskieren. Der Schnee verfolgte mich noch ziemlich weit, selbst untem im Tal gab es bis ca. 1000m immer wieder Schneeflecken. Mittlerweile hatte ich mich aber auch aller überflüssigen Klamotten entledigt, hier unten war es warm und die Leute wurden zahlreicher. Froh war ich, als ich aus dem Tal draußen war, hier unten standen die Wiesen bereits im vollem Grün: Was für ein Kontrast auf kurzem Weg. Nebenbei erkannte ich noch, dass sich dieser Fahrweg als Trainingsgelände hervorragend eignet - ich werde es ausprobieren. Und wie immer, wenn ich alleine unterwegs bin, gibt es keine Fotos.

Samstag, 18. April 2009

Immer anders als man denkt!

Der Plan war, fünf Tage durch die Bernina und so bekannte Gipfel wie den Piz Palü anzugehen. Damit wir nicht in den Ostertrubel kommen, wollten wir erst Dienstag los. Der Dienstag kam näher und damit auch die Wettervorhersage, Donnerstag und Freitag sollte es richtig bescheiden werden. Schweren Herzens mussten wir also die Bernina streichen.
Ansgar und Martin entschieden sich trotzdem am Montagabend zu mir zu kommen. Da wälzten wir dann bis Mitternacht Ideen. Eine war auf den Dammastock vom Furkapass aus, bis uns dann auf ging, das nichts daraus werden kann bis zum Furkapass hoch zu fahren. Die gleiche Ecke wurde es dann trotzdem.
Am Dienstagmorgen fuhren wir bis Realp. Von hier wollten wir zur Albert-Heim Hütte aufsteigen. Da dort nur der Winterraum auf sein sollte, mussten wir erst noch schnell in Andermatt einkaufen, Nudeln mit Pesto, mhhh. So war es dann schon 9 Uhr als wir in Realp los kamen. Und da war es schon unglaublich heiß. Nach dem ersten Stück anstieg, zogen wir dann also noch möglichst viel aus und schmierten uns mit einer extra Portion Sonnencreme ein. Überall konnte man die abgegangenen Nassschneerutsche sehen. Unsere Route war aber sicher und so ging es am Hotel Galenstock vorbei immer weiter in der Hitze. Ich glaub ich hab mich selten so quälen müssen zu einer Hütte und war wirklich froh als wir oben waren.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit rumgammeln, schlafen, essen.
Für den nächsten Tag ließ der Wetterbericht alles offen. Es gab 2 Möglichkeiten, Föhn oder dicke Wolken mit Schauern. Als wir um 5 Uhr aufstanden, hing das Rotondo-Gebiet schon in dicker Suppe. Aber über uns funkelten noch die Sterne. Wir waren die ersten auf den Beinen und so konnten wir ganz ungestört bei Mondlicht aufsteigen. Nach einer kurzen Abfahrt von der Hütte, geht es zunächst ein wenig flach weiter, bevor es dann ordentlich ansteigt. Dabei folgten wir nicht der in der Karte eingezeichneten Skiroute, sondern folgten dem Tipp der Hüttenwirtin und hielten uns links von den Eisbrüchen. Da der Gletscher so gut eingeschneit war, ging das ohne Probleme. Über uns zogen immer mehr die Wolken rein, der Gipfel war schon längst nicht mehr zu sehen und wir gingen davon aus, dass wir gleich in der Suppe stehen würden. Na ja noch 10 min weiter gehen. Meine Motivation war nicht mehr sehr groß und es wurden verdammt lange 10 Minuten. Immer wieder zog es auf und so gingen wir bis zum Bergschrund weiter. Jetzt wollten wir zumindest bis auf den Grat. Also Steigeisen anlegen und über ein Band mit Schnee und Fels weiter. So konnten wir einen Blick auf die andere Seite werfen. Auch hier dicke Wolken und ganz hinten lugten Finsteraarhorn und Schreckhorn heraus. Der Grat vor uns war auch in dichtem Nebel und so verzichteten wir auf den Gipfel und machten uns an die Abfahrt. Leider war diese Traumabfahrt wegen der fehlenden Sonne so gar nicht aufgefirnt und somit auch so gar nicht traumhaft. Vor allem die festgefrorenen Spuren von den Tagen zuvor schüttelten uns ordentlich durch. Weiter unten wurde es dann aber besser und nach dem kurzen Zwischenanstieg zur Hütte und dem daneben gelegenen Gipfelchen konnten wir immer mal wieder richtig schöne Schwünge ziehen.
Dabei mussten wir wieder einmal erkennen, dass es nicht immer schlau ist Spuren zu folgen, als wir plötzlich vor einem stark zerrissenen Hang standen, wo die eine oder andere Lawine abgegangen war. Wir rutschten einen 2 m breiten Streifen zwischen zwei Grasstücken ab. Danach wurde es dann zunehmend weicher und weicher und weicher, bevor wir das letzte Stück die Passstraße runterkurvten. Somit war es halb elf als wir wieder am Auto waren.
Nach dem Chaos am Montag haben wir eine wirklich schöne Tour gehabt, auch wenn der Gipfel leider nicht drin war.

Montag, 13. April 2009

Schnee im Sommer

Das lange Osterwochenende wollte ich mal zum Faulenzen nutzen, aber immerhin eine Skitour sollte schon noch draus werden. Auch wenn es bereits unglaublich warm war (>20°C), lag noch genügend Schnee für eine Tagestour im Münchner Einzugsgebiet. So machten sich am Karfreitag Franzi, Andreas und ich um 4 Uhr früh auf den Weg gen Lechtaler Alpen. Namlos war unser erstes Ziel. Am Ortseingang waren wir nicht die ersten, doch sonst blieb es relativ ruhig. Bis wir unsere Sachen zusammengepackt und aufgefellt hatten, war es sogar schon hell. Wir konnten die Ski direkt anschnallen, und machten uns gemütlich auf den Weg ins Tal. Nach der ersten Kurve querte erst mal direkt vor uns ein Reh den Weg, bevor noch eine ganze Herde folgte. Ein seltsames Schauspiel, wie so große Tiere vor Dir stehen und über den Weg und den Bach auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf kraxeln. Kurz danach war auch für uns kraxeln angesagt, der schmale Weg war von einer Lawine überschüttet. Mein Bauchgefühl war bei den steilen Talhängen nicht das Beste, auch wenn die meisten Lawinenstriche bereits entladen waren. Langsam schlurften wir am Brentersbach entlang, mussten noch über eine weitere große Lawine drüber und gewannen nur sehr langsam an Höhe. Nach der Gabelung der beiden Bäche ging es etwas steiler, meistens über Schneebrücken auf dem Bach entlang in einen weiten Talkessel. Wir waren vollkommen alleine unterwegs. Unterhalb der Heiterwand ging es kurz steil bergauf und durch den gefrorenen Schnee rutschte man leicht weg. Allmählich spitzte dann auch die Sonne ins Tal und weichte den Schnee ordentlich auf. Somit war uns die Frage gestellt, wie weit wir noch gehen wollten, die Zeit drängte ein wenig – ich traute dem nassen Schnee nicht. So entschieden wir kurz vor dem Kromsattel umzukehren und lieber sicher wieder ins Tal zu gelangen. Der zweite Hang lag nun schon gemütlich in der Sonne und so konnten wir immerhin eine schöne Firnabfahrt mitnehmen. Ab dem Zusammenfluss der beiden Bäche war dann hauptsächlich Schieben angesagt. Zurück in Namlos brach dann erst mal der Sommer aus: T-Shirt und kurze Hose waren sehr dienlich.
Die Tour, auch wenn ohne Gipfel, zeigte doch die schönen Seiten der Lechtaler auf, hier lohnt es sich mal wieder zu kommen. Und so ein Ausflug in den Schnee aus dem sommerlichen München ist ebenfalls ein lohnenswerter Ausflug.
  • AV-Karte 3/4: Lechtaler Alpen

Freitag, 10. April 2009

Mal wieder St Antönien

Es ist ja nicht so, als wäre ich noch nie in St Antönien gewesen, aber es bietet sich halt doch immer wieder an, wenn man gemütliche Skitouren gehen will. Da ich dieses mal mit Mama und Papa unterwegs war, waren gemütliche Skitouren genau das richtige.
Nachdem wir am Donnerstagmorgen gefrühstückt hatten, machten wir uns auf in Richtung Girenspitze. Das erste Wegstück geht dabei entlang der Straße. Eigentlich hatte ich in Erinnerung, dass dieses Tragestück gar nicht so weit sei. Allerdings war die Straße schon sehr schneefrei und so war es doch weiter als gedacht bis wir die Ski endlich anschnallen konnten
Am Anfang folgt man dann dem normalen Weg Richtung Partnun bevor es Richtung Untersääsalm und schließlich Obersääsalm weiter geht. Damit meine Mama es nicht so anstrengend hatte, folgte ich dem Forstweg zur Obersääsalm. Leider führte der irgendwann in steileres Gebiet. Es war nur ein kurzes Stück, aber über uns war natürlich eine aufgerissene Stelle im Schnee. Allerdings ging ich davon aus, dass es noch nicht so spät war, die Lawinenlage unterlag einem starken Tagesgang und ging gegen Mittag auf eine 3 hoch. Es hatte aber nachts nicht gefroren und 2 Minuten nachdem wir an der Stelle vorbei waren, kam ein kleiner Rutsch herunter. Dies reichte aber, um meine Mama gut zu verunsichern und so stiegen wir noch weiter bis zur Obersääsalm um von dort abzufahren. Der Schnee war sowieso furchtbar tief, nass und schwer.
So genossen wir die Sonne des Tages auf der Terrasse.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Fideris um von dort das Taxi zur Arflina zu nehmen. Wahre Massen (ungefähr 10-15 Leute) fuhren hier an den 3 Liften Ski. Wir stiegen die 450hm zum Mattjiesch Horn auf. Die Abfahrt hier herunter war dann auch ganz nett, bevor wir uns an der Arflina einen Apelstrudel reinstopfen konnten. Von der Arflina querten wir dann unterhalb des Glattwang durch, um von hier bis ins Tal nach Fideris abzufahren. Um die Uhrzeit war der Schnee natürlich schon kräftig nass und tief. Im oberen Bereich brach man immer wieder in richtige Löcher ein, wenn sich unter einem Gestrüpp befand, was jedes Mal zu einem unangenehm abrupten Anhalten führte. Weiter unten wurde es dann aber selbst bei diesen Verhältnissen zu einer richtig netten Abfahrt. Nachdem wir auf den letzten paar Metern noch einen Wanderweg genommen hatten, schafften wir es dann auch fast bis zum Auto (das heißt bis auf den Misthaufen auf der gegenüberliegenden Straßenseite).
Nach einem Tag alpin Skifahren, war der letzte Tag dann perfekt für den Chrüz. Damit die Mama es nicht so weit hatte, nahmen wir noch das Auto bis Sagen. Von dort folgten wir dann zunächst dem Winterwanderweg durch das Waldschutzgebiet, bevor es über weite Flächen zum Chli Chrüz ging. Von dort ging es dann ein kurzes Stück bergab, bevor man die letzten 80hm zum Gipfel aufstieg, über eine wunderschöne Flanke, die dann auch beim Abfahren, leicht aufgefirnt, riesigen Spaß machte. Ein netter Skitourengipfel.

  • Skitoruenkarte 248S: Prättigau
  • Skitourenkarte 238S: Montafon (Sollte man nicht Zuhause liegen lassen!)
  • SAC-Führer Skitouren Nordbünden