Donnerstag, 18. Juni 2009

Wer seine Ski liebt der trägt!

Wenn man auf eine Frühjahrsskitour geht, denn Sommer ist ja erst ab dem 21. Juni, muss man natürlich damit rechnen, dass man seine Ski von Zeit zu Zeit ein Stück tragen muss.
Los ging es am Freitagabend und einer kurzen Nacht unter Sternenhimmel auf der Fafleralp. Erik, Ansgar, Jochem und ich standen also um 3 Uhr auf, schulterten unsere Ski und machten uns auf den Weg Richtung Beichpass. Die erste Stunde trugen wir die Ski wobei uns Erik durch durchweichte Wiesen zur Schneerinne leitete. Dann durften wir endlich die Ski anschnallen. Aber nur für ein kurzes Stück, denn schon bald musste noch mal ein Schotterband überquert werden, bevor es dann erst einmal endgütig auf Ski weiter ging. Der Zustand des „Ski an den Füßen“ haben hielt aber nicht ewig an und so durften die letzten 200hm vor der Passhöhe wieder zu Fuß zurück gelegt werden. Hier oben hatte es relativ neuen Schnee und auf der anderen Seite hatte die Sonne die oberste Schicht auch schon gut aufgeweicht. Trotzdem konnten wir bei strahlendem Sonnenschein ein paar wirklich wunderbare Schwünge fahren. Bis wir vor einer Kante standen, auf der einen Seite Geröllfeld, auf der anderen Platten. Laut Karte sollte es an der Stelle des Geröllfelds runtergehen. Wenn noch genug Schnee liegt ist das bestimmt kein Problem, so mussten wir mal wieder die Ski auf den Rücken nehmen. Hier abzusteigen war doch ziemlich hässlich, als wir unten waren sahen wir dann, das weiter rechts doch ein Schneedurchschlupf gewesen wäre. Pech gehabt!
Nun ging es noch ein Stück über den relativ flachen Beichgletscher, wirklich schieben musste man aber nicht, bis dieser mit dem Oberaletschgletscher zusammenfließt. Hier hieß es dann endgültig Ski an den Rucksack. Der Oberaletschgletscher war in diesem Bereich schon mehr mit Schutt als mit Schnee bedeckt und so gingen wir eben auf die andere Seite. Es war wirklich warm und wir hatten alles sehr Durst, aber kein Trinken mehr. Weit war es nun aber wirklich nicht mehr. Wir mussten uns nur noch die 150hm Leiter zur Oberaletschhütte hinauf quälen und eine Qual wurde es wirklich. Beim Auspacken des Rucksacks fiel Erik dann später auf, dass er doch noch einen halben Liter Tee gehabt hätte.
Wir richteten uns in dem gemütlichen Winterraum ein und konnten es uns später sogar mit Rivella gut gehen lassen, da der Hüttenwirt zufällig für eine Nacht oben war.
Am nächsten morgen war Start für 3 Uhr, was wir auch brav einhielten um aufs Aletschhorn zu kommen. Mir ging es dabei aber irgendwie nicht wirklich gut und ich war extrem langsam, also drehte ich kurz darauf rum. Die anderen gingen weiter und hatten später ein wunderschönes Panorama bei traumhaftem Wetter. Zurück kamen sie aber alle kaputt und müde, während ich noch mal viel geschlafen und den Tag vor der Hütte vertrödelt hatte. War auch so ein schöner Tag!
Da wir jetzt doch nicht wie geplant am Mittelaletschbiwak waren sondern weiter auf der Oberaletschhütte mussten wir noch eine Tour für morgen raussuchen. Zurück gehen sollte es dabei wieder über den Beichpass. Die ganze Nacht regnete es aber und als um 2 Uhr der Wecker klingelte, drehten wir uns erst noch einmal rum. Morgens stand dann fest, dass die Option über den Beichpass zurück zu gehen raus war. Da noch relativ neuer Schnee dort lag, es oben ordentlich aufsteilte und die Schneedecke jetzt total durchweicht war, wäre es einfach zu gefährlich gewesen diese Route zu nehmen. Die einzige Option die blieb, war die Ski mal wieder an den Rucksack zu schnallen und zunächst über den Oberaletschgletscher abzulaufen um dann über saftig grüne Wiesen nach Belalp zu gelangen.
Mit Gondel, Bus und Bahn gelangten wir dann zurück zur Fafleralp.
Vielleicht ist ja doch schon Sommer!


Mittwoch, 10. Juni 2009

Klettern in den Tannheimern

Wir nutzten das für uns lange Wochenende und wollten das Alpinklettern etwas vertiefen. Andreas kam direkt von einem Aufbaukurs zurück und war nun mit allen Tipps und Tricks ausgestattet. Ich wollte einfach mal wieder ein Wochenende in den Bergen sein und wenn das Wetter schon keine Eistouren zuließ, so konnten wir wenigstens klettern gehen. Wir entscheiden uns fürs Tannheimer Tal. Nachdem wir ein paar Touren ausgesucht hatten, die für uns im Bereich des Machbaren waren, fuhren wir Freitag früh los. Durch eine nicht ausgeschilderte Umleitung und eine Panne beim Packen verloren wir einige Zeit und waren erst gegen 11 Uhr am Gimpelhaus.
Da wir noch keine eingespielte Seilschaft waren entschieden wir uns für den kurzen Hüttengrat am Hochwiesler Ostsporn. Den Einstieg hatten wir schnell gefunden und das Wetter war schön sonnig und warm. In unserem Topo waren keine Zwischenhaken eingezeichnet, so schleppten wir das gesamte Material mit. Zu unserer Freude war die Route dann aber eher sportklettermäßig abgesichert. Wir kletterten in Wechselführung, die Route ist mit 4+ bewertet. Nach anfänglichen Problemen im Vorstieg kam ich aber ganz gut zurecht und wir genossen beide die Aussicht, das Wetter, den Fels und die Ruhe. Die Abseilstelle führt durch eine „Schlucht“ (laut Kletterführer), es handelt sich dabei um eine steile Wiese auf der viel loses Gestein rumliegt, was jeder Abseilende ein bisschen dezimiert. (vlg. „Goldener Herbst“)
Nachdem wir wieder unten waren und unsere Sachen verpackt hatten traten wir den Rückweg zur Hütte an. Für Kuchen reichte es leider nicht mehr, wir warteten lieber gleich auf das Abendessen.
Das Wetter für Samstag war schlecht angekündigt. Umso erfreuter waren wir, als Samstag morgen um 7 Uhr beim Frühstück alles trocken war. Wir beeilten uns und stiegen zur Till Ann zu, diese Route liegt in der Zwerchwand und ist mit 5- bewertet. Mir ging es nicht sonderlich gut und so stieg diesmal Andreas alles vor. Die Seillängen kamen mir auch viel schwerer vor als am Vortrag, wobei ebenso viele Viererstellen überwunden werden mussten. Nach der 3. Seillänge zogen aber so tiefe Wolken rein, dass wir uns spontan entschieden wieder abzuseilen, als im Nebel weiterzuklettern. Im Nachhinein gesehen war das die richtige Entscheidung, kaum waren wir unten fing es an zu tröpfeln und kaum waren wir wieder an der Hütte fing es richtig an zu schütten. Das Wetter änderte sich leider den ganzen Nachmittag und Abend nicht mehr. Lange diskutieren wir über die Möglichkeiten am Sonntag. Freudig überrascht waren wir, als wir beim Aufstehen blauen Himmel und Sonnenstrahlen erblickten. Wir wollten es riskieren in die Westwandrampe der Roten Flüh einzusteigen. Diese ist mit 3 bewertet und hat nur 5 Seillängen. Als wir kurz vor dem Einstieg waren zogen aber sehr dunkle Wolken aus Westen auf und wir entscheiden uns gegen eine Klettertour in der großen Wand. Stattdessen stiegen wir ab und wollten zu dem Klettergarten an den Thomaswänden. Wo gerade noch die Sonne schien, waren jetzt dunkle Wolken aufgezogen. Trotzdem machten wir uns kletterfertig. Als wir jedoch gerade das Schneefeld das direkt am Fuße des Klettergartens liegt queren wollten, fing es an zu tröpfeln. Da wir keine Lust hatten, pitschnass zu werden, entschieden wir umzudrehen. Dieses Tröpfeln war allerdings nur von kurzer Dauer, denn als wir wieder auf dem Weg waren, hatte es bereits aufgehört. Mittlerweile war uns aber so kalt, dass wir entschieden nicht noch mal zurückzukehren. Stattdessen statteten wir noch der Tannheimer Hütte einen Besuch ab. Diese Hütte ist total urig im Vergleich zu dem protzigen und unpersönlichem Gimpelhaus. Es handelt sich um eine winzige Hütte mit gerade mal 18 Lagerplätzen. Nachdem wir uns in der Hütte aufgewärmt hatten, schien draußen schon wieder die Sonne. Wir machten uns dennoch auf den Rückweg und entschieden uns stattdessen auf dem Rückweg eine riesige Portion Eis in Füssen zu Essen :-)
Das Gebiet hat uns beiden sehr gut gefallen und nachdem unsere Ausbeute doch sehr gering war, müssen wir definitiv wieder kommen, schließlich wollten die Till Ann sowie die Rote Flüh noch begangen werden.
  • Führer: Panico Allgäu

Dienstag, 2. Juni 2009

Maiwanderungen

In den letzten Wochen habe ich mich mit Berichten ein wenig zurückgehalten. Hier ein kurzer Rückblick: Am 3. Mai war ich mit Franzi und Andreas auf der Brecherspitze. Dabei lag auf dem Weg nach der Ankelalm noch viel Schnee und ich war froh, diesmal die Bergschuhe angehabt zu haben. Das Wetter war mittelmäßig und trotzdem waren genug Leute auf dem Gipfel.
Den Sonntag drauf waren wir mit Erdme auf dem Wank. Welch andere Verhältnisse: Hitze und schönster Sonnenschein. Und ein herrliches Zugspitzpanorama entlohnte uns. Lediglich Schneereste trafen wir an, die die Wankbahnbenutzer zu erstaunten Äußerungen hinreißen ließen.
Am 17. Mai war ich in einer ganz anderen Gruppe, u.a. mit Tom und Felix, am Wendelstein. Ein herrlicher Alpenblick war uns vergönnt. Das Abfahren durch das letzte Schneefeld war bei der Hitze äußerst angenehm.
Danach stand eine kurze Woche an: Am Donnerstag waren wir direkt wieder unterwegs. Diesmal ging es zum Alpinklettern nach Mittenwald. Dort stiegen wir zur Mittenwalder Hütte auf und gingen weiter Richtung Lindlähnekopf. Dort stiegen wir in die Südwestverschneidung des Gerberkreuzes ein. Vom Lindlähnekopf ging es durch Schotter und Latschen zum Einstieg. Da wir zu dritt unterwegs waren, stieg Franzi alles vor. Leider entwickelte sich das Wetter nicht so wie gewünscht – so entschieden wir spontan nach der 3. Seillänge abzuseilen und den langen Abstieg anzutreten. Kaum waren wir unten, wurde das Wetter wieder besser, aber der Abstieg dauerte. An der Mittenwalder Hütte machten wir noch mal einen kurzen Zwischenstopp, mittlerweile war wieder schönster Sonnenschein und Hitze angesagt. Als wir kurz nach 5 den Abstieg fortsetzten sah der Himmel im Westen noch vertrauensvoll aus, allmählich zog es aber zu und zwar ziemlich schnell. Kaum waren wir unten, wurde es dunkel und es reichte noch genau zum Material tauschen bevor wir im Auto saßen und es anfing zu regnen und vor allem zu gewittern.
Es war eine sehr schöne Tour und auf jeden Fall sollten wir mal wieder Alpinklettern gehen!
Über Pfingsten wollten wir ja unsere erste Nordwand gehen, leider machte und das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Franzi und ich entschieden uns dann spontan nach Hollersbach zu fahren, dort konnten wir wenigstens ein wenig Rad fahren und wandern.

Montag, 1. Juni 2009

Creux du Van

Wenn die hohen Berge mal wieder nicht wollen, muss man halt die kleinen nehmen. Eigentlich wollten wir die Nordwand der Hinteren Schwärze gehen, aber der Wetterbericht sprach von ergiebigen Schauern. Also zogen Ansa und Franzi nach Hollersbach und ich fuhr mit Sara nach Neuchatel.
Dort wollten wir einmal um Creux du Van laufen. Dabei handelt es sich um einen großen Felszirkus, 500m tief mit 160m senkrecht abfallenden Wänden. Entstanden ist diese Formation wohl nach der letzten Eiszeit und heute der tiefste Punkt in der Schweiz an der Permafrost gefunden werden kann.
Also fuhren wir nach Noiraigue, parkten unser Auto am Bahnhof und machten uns auf den Weg. Die Sonne schien zwar wunderbar, aber warm war es wirklich nicht und der Wind blies ganz schön heftig.
Das war aber nicht so schlimm solange wir, geschützt im Wald, Richtung Le Soliat liefen. Schließlich erreichten wir die Krete und hier ging der Wind erst Richtig ab. Wir holten unsere Jacken raus, ich sogar die Mütze und genossen den Blick in die Tiefe. Von hier kann man dann direkt am Rand entlang laufen, bis zum anderen Ende. Zwischendurch machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem kleinen Restaurante. Eine kleine Hütte, ganz urig innen drin, wo es kuschelig warm war. Danach genossen wir den Weg der Krete entlang und versuchten noch einen Blick Richtung Alpen zu erhaschen. Schreckhorn und Eiger schauten uns gerade noch durch ein Wolkenloch entgegen, der Rest hielt sich gut verhüllt.
Der Weg bergab, ging dann flott durch den Wald zurück zum Auto. Eine kleine aber feine Runde und eine wirklich beeindruckende Umgebung.

Sonntag, 26. April 2009

Der Winter ist passé

Der Sonntag musste genutzt werden. Leider wollte niemand mit, deswegen zog ich alleine los. Von Lenggries wollte ich auf den Geierstein und dann weiter auf den Fockenstein. Der BOB war ziemlich gut besetzt, scheinbar hatten mehrere die gleiche Idee - ich konnte mich diesmal auch nicht dazu entschließen, schon den ersten Zug zu nehmen, so machte ich mich erst um 7.30 auf den Weg.
In Lenggries traf ich erst mal einen Opa, der mir unbedingt den Vortritt lassen wollte, dabei erzählte er mir, dass er seine Runde mindestens jeden zweiten Tag geht, von Lenggries über die Weiher und die Burg. Ich wurde ein wenig neidisch und setzte meinen Weg fort. Allein war ich unterwegs. Schnee war keiner mehr zu sehen, der Boden war allerdings teilweise noch etwas weich und der Weg mitgenommen. Am Markstein genoß ich die Aussicht, leider wollte sich heute die Sonne nicht zeigen, im Gegensatz zu den letzten Tagen, aber ich war mit Mütze und Handschuhen ausgerüstet und war ganz froh darüber. Die letzten Meter zum Gipfel wurden etwas felsiger, hier war der Schnee auch erst gerade weg. Schließlich traf ich zwei Pärchen oben am Gipfel.
Nach einer gemütlichen Pause (die Kälte war die Restriktion) stieg ich nach Osten ab. Nach der ersten Wegbiegung kam dann das, was ich nun wirklich nicht erwartet hatte: ein riesiges Schneefeld. Ich hatte nur meine kurzen Wanderschuhe an, so musste ich aufpassen, dass mir kein Schnee von oben reinfällt. Beim Abfahren war ich am Anfang ein wenig unsicher, mit einer harten Sohle geht das doch deutlich einfacher. Nach dem ersten Schneefeld folgten weitere und ich überholte mehrere Leute, es waren mehr unterwegs als ich erwartet hatte. An der Weggabelung entschied ich mich dann aber direkt in das Hirschtal abzusteigen, anstatt Richtung Fockenstein aufzusteigen: Auch auf dem Fahrweg lag Schnee und es waren keine Trittspuren vorhanden. Das wollte ich mit meinen dünnen Schuhen doch nicht riskieren. Der Schnee verfolgte mich noch ziemlich weit, selbst untem im Tal gab es bis ca. 1000m immer wieder Schneeflecken. Mittlerweile hatte ich mich aber auch aller überflüssigen Klamotten entledigt, hier unten war es warm und die Leute wurden zahlreicher. Froh war ich, als ich aus dem Tal draußen war, hier unten standen die Wiesen bereits im vollem Grün: Was für ein Kontrast auf kurzem Weg. Nebenbei erkannte ich noch, dass sich dieser Fahrweg als Trainingsgelände hervorragend eignet - ich werde es ausprobieren. Und wie immer, wenn ich alleine unterwegs bin, gibt es keine Fotos.

Samstag, 18. April 2009

Immer anders als man denkt!

Der Plan war, fünf Tage durch die Bernina und so bekannte Gipfel wie den Piz Palü anzugehen. Damit wir nicht in den Ostertrubel kommen, wollten wir erst Dienstag los. Der Dienstag kam näher und damit auch die Wettervorhersage, Donnerstag und Freitag sollte es richtig bescheiden werden. Schweren Herzens mussten wir also die Bernina streichen.
Ansgar und Martin entschieden sich trotzdem am Montagabend zu mir zu kommen. Da wälzten wir dann bis Mitternacht Ideen. Eine war auf den Dammastock vom Furkapass aus, bis uns dann auf ging, das nichts daraus werden kann bis zum Furkapass hoch zu fahren. Die gleiche Ecke wurde es dann trotzdem.
Am Dienstagmorgen fuhren wir bis Realp. Von hier wollten wir zur Albert-Heim Hütte aufsteigen. Da dort nur der Winterraum auf sein sollte, mussten wir erst noch schnell in Andermatt einkaufen, Nudeln mit Pesto, mhhh. So war es dann schon 9 Uhr als wir in Realp los kamen. Und da war es schon unglaublich heiß. Nach dem ersten Stück anstieg, zogen wir dann also noch möglichst viel aus und schmierten uns mit einer extra Portion Sonnencreme ein. Überall konnte man die abgegangenen Nassschneerutsche sehen. Unsere Route war aber sicher und so ging es am Hotel Galenstock vorbei immer weiter in der Hitze. Ich glaub ich hab mich selten so quälen müssen zu einer Hütte und war wirklich froh als wir oben waren.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit rumgammeln, schlafen, essen.
Für den nächsten Tag ließ der Wetterbericht alles offen. Es gab 2 Möglichkeiten, Föhn oder dicke Wolken mit Schauern. Als wir um 5 Uhr aufstanden, hing das Rotondo-Gebiet schon in dicker Suppe. Aber über uns funkelten noch die Sterne. Wir waren die ersten auf den Beinen und so konnten wir ganz ungestört bei Mondlicht aufsteigen. Nach einer kurzen Abfahrt von der Hütte, geht es zunächst ein wenig flach weiter, bevor es dann ordentlich ansteigt. Dabei folgten wir nicht der in der Karte eingezeichneten Skiroute, sondern folgten dem Tipp der Hüttenwirtin und hielten uns links von den Eisbrüchen. Da der Gletscher so gut eingeschneit war, ging das ohne Probleme. Über uns zogen immer mehr die Wolken rein, der Gipfel war schon längst nicht mehr zu sehen und wir gingen davon aus, dass wir gleich in der Suppe stehen würden. Na ja noch 10 min weiter gehen. Meine Motivation war nicht mehr sehr groß und es wurden verdammt lange 10 Minuten. Immer wieder zog es auf und so gingen wir bis zum Bergschrund weiter. Jetzt wollten wir zumindest bis auf den Grat. Also Steigeisen anlegen und über ein Band mit Schnee und Fels weiter. So konnten wir einen Blick auf die andere Seite werfen. Auch hier dicke Wolken und ganz hinten lugten Finsteraarhorn und Schreckhorn heraus. Der Grat vor uns war auch in dichtem Nebel und so verzichteten wir auf den Gipfel und machten uns an die Abfahrt. Leider war diese Traumabfahrt wegen der fehlenden Sonne so gar nicht aufgefirnt und somit auch so gar nicht traumhaft. Vor allem die festgefrorenen Spuren von den Tagen zuvor schüttelten uns ordentlich durch. Weiter unten wurde es dann aber besser und nach dem kurzen Zwischenanstieg zur Hütte und dem daneben gelegenen Gipfelchen konnten wir immer mal wieder richtig schöne Schwünge ziehen.
Dabei mussten wir wieder einmal erkennen, dass es nicht immer schlau ist Spuren zu folgen, als wir plötzlich vor einem stark zerrissenen Hang standen, wo die eine oder andere Lawine abgegangen war. Wir rutschten einen 2 m breiten Streifen zwischen zwei Grasstücken ab. Danach wurde es dann zunehmend weicher und weicher und weicher, bevor wir das letzte Stück die Passstraße runterkurvten. Somit war es halb elf als wir wieder am Auto waren.
Nach dem Chaos am Montag haben wir eine wirklich schöne Tour gehabt, auch wenn der Gipfel leider nicht drin war.

Montag, 13. April 2009

Schnee im Sommer

Das lange Osterwochenende wollte ich mal zum Faulenzen nutzen, aber immerhin eine Skitour sollte schon noch draus werden. Auch wenn es bereits unglaublich warm war (>20°C), lag noch genügend Schnee für eine Tagestour im Münchner Einzugsgebiet. So machten sich am Karfreitag Franzi, Andreas und ich um 4 Uhr früh auf den Weg gen Lechtaler Alpen. Namlos war unser erstes Ziel. Am Ortseingang waren wir nicht die ersten, doch sonst blieb es relativ ruhig. Bis wir unsere Sachen zusammengepackt und aufgefellt hatten, war es sogar schon hell. Wir konnten die Ski direkt anschnallen, und machten uns gemütlich auf den Weg ins Tal. Nach der ersten Kurve querte erst mal direkt vor uns ein Reh den Weg, bevor noch eine ganze Herde folgte. Ein seltsames Schauspiel, wie so große Tiere vor Dir stehen und über den Weg und den Bach auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf kraxeln. Kurz danach war auch für uns kraxeln angesagt, der schmale Weg war von einer Lawine überschüttet. Mein Bauchgefühl war bei den steilen Talhängen nicht das Beste, auch wenn die meisten Lawinenstriche bereits entladen waren. Langsam schlurften wir am Brentersbach entlang, mussten noch über eine weitere große Lawine drüber und gewannen nur sehr langsam an Höhe. Nach der Gabelung der beiden Bäche ging es etwas steiler, meistens über Schneebrücken auf dem Bach entlang in einen weiten Talkessel. Wir waren vollkommen alleine unterwegs. Unterhalb der Heiterwand ging es kurz steil bergauf und durch den gefrorenen Schnee rutschte man leicht weg. Allmählich spitzte dann auch die Sonne ins Tal und weichte den Schnee ordentlich auf. Somit war uns die Frage gestellt, wie weit wir noch gehen wollten, die Zeit drängte ein wenig – ich traute dem nassen Schnee nicht. So entschieden wir kurz vor dem Kromsattel umzukehren und lieber sicher wieder ins Tal zu gelangen. Der zweite Hang lag nun schon gemütlich in der Sonne und so konnten wir immerhin eine schöne Firnabfahrt mitnehmen. Ab dem Zusammenfluss der beiden Bäche war dann hauptsächlich Schieben angesagt. Zurück in Namlos brach dann erst mal der Sommer aus: T-Shirt und kurze Hose waren sehr dienlich.
Die Tour, auch wenn ohne Gipfel, zeigte doch die schönen Seiten der Lechtaler auf, hier lohnt es sich mal wieder zu kommen. Und so ein Ausflug in den Schnee aus dem sommerlichen München ist ebenfalls ein lohnenswerter Ausflug.
  • AV-Karte 3/4: Lechtaler Alpen

Freitag, 10. April 2009

Mal wieder St Antönien

Es ist ja nicht so, als wäre ich noch nie in St Antönien gewesen, aber es bietet sich halt doch immer wieder an, wenn man gemütliche Skitouren gehen will. Da ich dieses mal mit Mama und Papa unterwegs war, waren gemütliche Skitouren genau das richtige.
Nachdem wir am Donnerstagmorgen gefrühstückt hatten, machten wir uns auf in Richtung Girenspitze. Das erste Wegstück geht dabei entlang der Straße. Eigentlich hatte ich in Erinnerung, dass dieses Tragestück gar nicht so weit sei. Allerdings war die Straße schon sehr schneefrei und so war es doch weiter als gedacht bis wir die Ski endlich anschnallen konnten
Am Anfang folgt man dann dem normalen Weg Richtung Partnun bevor es Richtung Untersääsalm und schließlich Obersääsalm weiter geht. Damit meine Mama es nicht so anstrengend hatte, folgte ich dem Forstweg zur Obersääsalm. Leider führte der irgendwann in steileres Gebiet. Es war nur ein kurzes Stück, aber über uns war natürlich eine aufgerissene Stelle im Schnee. Allerdings ging ich davon aus, dass es noch nicht so spät war, die Lawinenlage unterlag einem starken Tagesgang und ging gegen Mittag auf eine 3 hoch. Es hatte aber nachts nicht gefroren und 2 Minuten nachdem wir an der Stelle vorbei waren, kam ein kleiner Rutsch herunter. Dies reichte aber, um meine Mama gut zu verunsichern und so stiegen wir noch weiter bis zur Obersääsalm um von dort abzufahren. Der Schnee war sowieso furchtbar tief, nass und schwer.
So genossen wir die Sonne des Tages auf der Terrasse.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Fideris um von dort das Taxi zur Arflina zu nehmen. Wahre Massen (ungefähr 10-15 Leute) fuhren hier an den 3 Liften Ski. Wir stiegen die 450hm zum Mattjiesch Horn auf. Die Abfahrt hier herunter war dann auch ganz nett, bevor wir uns an der Arflina einen Apelstrudel reinstopfen konnten. Von der Arflina querten wir dann unterhalb des Glattwang durch, um von hier bis ins Tal nach Fideris abzufahren. Um die Uhrzeit war der Schnee natürlich schon kräftig nass und tief. Im oberen Bereich brach man immer wieder in richtige Löcher ein, wenn sich unter einem Gestrüpp befand, was jedes Mal zu einem unangenehm abrupten Anhalten führte. Weiter unten wurde es dann aber selbst bei diesen Verhältnissen zu einer richtig netten Abfahrt. Nachdem wir auf den letzten paar Metern noch einen Wanderweg genommen hatten, schafften wir es dann auch fast bis zum Auto (das heißt bis auf den Misthaufen auf der gegenüberliegenden Straßenseite).
Nach einem Tag alpin Skifahren, war der letzte Tag dann perfekt für den Chrüz. Damit die Mama es nicht so weit hatte, nahmen wir noch das Auto bis Sagen. Von dort folgten wir dann zunächst dem Winterwanderweg durch das Waldschutzgebiet, bevor es über weite Flächen zum Chli Chrüz ging. Von dort ging es dann ein kurzes Stück bergab, bevor man die letzten 80hm zum Gipfel aufstieg, über eine wunderschöne Flanke, die dann auch beim Abfahren, leicht aufgefirnt, riesigen Spaß machte. Ein netter Skitourengipfel.

  • Skitoruenkarte 248S: Prättigau
  • Skitourenkarte 238S: Montafon (Sollte man nicht Zuhause liegen lassen!)
  • SAC-Führer Skitouren Nordbünden

Donnerstag, 26. März 2009

Vom Winde verweht

Im Vorhinein hatten wir Angst, dass aus unserer Tour ins Berner Oberland nichts werden könnte. Wochenlang vorher war entweder schlechtes Wetter oder die Lawinenlage furchtbar ungünstig. Aber wir schienen unendliches Glück zu haben und kurz vor unserer Tour wurde strahlender Sonnenschein angesagt und eine Lawinenlage zwei, also fast perfekte Bedingungen.
Ursprünglich war der Plan gewesen, über die Lötschenlücke zur Hollandiahütte aufzusteigen, aber da die Hütte noch nicht aufhatte, entschieden wir uns schließlich doch für die Touristenvariante und nahmen die Bahn aufs Jungfraujoch.
Am Dienstagabend sammelten Hansi und Ansgar, Ansa und mich in Olten auf und gemeinsam fuhren wir mit dem Auto nach Interlaken, wo Hansi ein nettes Backpacker kannte. Um 6 Uhr 35 am nächsten Morgen nahmen wir dann die Bahn zum Jungfraujoch. Bei traumhaftem Wetter konnten wir schon bei der Hinfahrt ganz viel sehen. Beim Anziehen am Jungfraujoch kam dann der erste Schreck. Hansi hatte sein LVS Gerät in der Reisetasche gelassen. Das Bangen war groß, aber es gab einen netten Menschen vom Technischen Dienst der Jungfraubahn der Hansi sein privates LVS-Gerät auslieh. So stand unsere Tour endlich nichts mehr im Wege.
Am Stollenloch kam uns die erste Windböe dieser Tour entgegen, da wussten wir aber noch nicht, dass es gewiss nicht die einzige sein würde. Die Ski schnell angeschnallt, fuhren wir ein paar hundert Meter den Aletschgletscher hinab, um dann zum Louwihorn aufzusteigen. Der Aufstieg in der Sonne bis zum Louwitor war schön warm, dort fing es dann ordentlich an zu blasen. Aber weit war es nicht mehr von dort zum Gipfel. Bei der Abfahrt auf dem Kranzbergfirn hatten wir es dann auch wieder schön warm und konnten gemütlich über den windverpressten Schnee abfahren, bis hinab zum Konkordiaplatz. Den mussten wir dann noch einmal komplett überqueren und der ist wirklich flach, aber wir schafften es hinüber zur Treppe.
Genau, zur Treppe. Für jeden der noch nicht an der Konkordiahütte war: Durch den Gletscherschwund liegt die Hütte heute auf einer Felsstufe 130m über dem Gletscher. 433 Stufen trennen einen also noch, wenn man auf dem Gletscher steht von einem kuschelig warmen Bett.
Auf der Hütte angekommen, ging es Hansi leider nicht so gut und er zweifelte daran am Donnerstag fit genug für eine Tour zu sein. Da der Freitag aber mit schlechtem Wetter angesagt war, wollten wir unbedingt am nächsten Tag übers Ewigschneefeld zum Fieschersattel aufsteigen und die Fiescherhörner machen. Wir beschlossen es zu versuchen und hofften, dass es Hansi am nächsten morgen wieder gut gehen würde. So war es dann auch und wir machten uns, glücklich alle zusammen zu sein, auf den Weg.
Zunächst ging es am Gletscherbruch vorbei durch einen Bereich sich schnell bewegenden Eises (50cm/Tag laut Hüttenwirt). Also war ein bisschen Aufpassen angesagt, bevor wir auf die weite, flache Fläche des Ewigschneefelds kamen. Schließlich wurde es wieder etwas steiler und wir stiegen Richtung Nordosten zum Fieschersattel auf. Über uns zog jetzt eine hohe Bewölkung, aber nichts um sich ernsthaft Sorgen zu machen. Vor allem war dahinter wieder blauer Himmel zu sehen. Wir waren zwar relativ langsam unterwegs, Hansi und Ansa waren ein bissel fertig, aber waren uns sicher, den Gipfel zu erreichen.
Ungefähr 150m unterhalb des Sattels ging es dann mit Ski nicht mehr weiter und sie kamen auf den Rücken. Dankbarerweise, hatten schon jemand schöne Stapfspuren hier hinterlassen. So konnten wir einigermaßen entspannt hinauf gehen. Als wir schließlich alle im Sattel versammelt waren, machten wir uns auf in Richtung Gipfel des Hinter Fiescherhorns. Fünf Minuten später war außer einer weißen Wand leider nichts mehr zu sehen und wir wussten, wir mussten noch durch den Gletscherbruch des Fiescherfirns. Nach ein wenig hin und her drehten wir ungefähr 20hm unterhalb des Gipfels herum und versuchten nach Kompass abzufahren. Wir hatten ziemlich Glück, vorauf wir gehofft hatten und kamen bald darauf wieder aus dem Nebel heraus, die Sicht blieb trotzdem schlecht und die Wolken schienen immer tiefer zu kommen. Wir seilten an, um durch den Bruch zu kommen, zunächst an der rechten Seite, wechselten dann herüber auf die linke, wobei wir ein paar Spalten überqueren mussten, konnten dann aber einigermaßen gut herab kommen. Zum Schluss mussten wir noch eine Eislawine queren, die vom Gletscher der Flanken des Alten Strahlegg stammte. Ich hatte mich als Seilerste so konzentriert, dass mir gar nicht aufgefallen war, dass die Wolken viel tiefer gekommen waren und so standen wir nun wieder in dichtem Nebel.
Aber das meiste hatten wir ja nun hinter uns und mussten uns nur noch das flache Stück zur Finsteraarhornhütte hinab schieben. Zum Schluss muss man natürlich auch hier wieder zur Hütte aufsteigen. Inzwischen kam noch ein ziemlich hässlicher Wind dazu und es wurde ungemütlich kalt. Ich beeilte mich hinauf zu kommen, Ansgar wartete noch auf Hansi, in dessen Bart sich große Eisstücke gebildet hatten, und Ansa. Alle waren wir mächtig froh, als wir in der Hütte ankamen.
Da für Freitag starke Böen angesagt waren und somit das Finsteraarhorn sowieso raus viel, Ansa und Hansi den langen Tag auch spürten, beschlossen wir einen Ruhetag einzulegen und einfach nur von der Finsteraarhornhütte über die Grünhornlücke zur Konkordiahütte zurück zu gehen. So könnten wir am nächsten Tag auf die Äbeni Fluh gehen und unsere geliebte Treppe wieder sehen. Den Ansgar wurmte es wohl doch sehr, dass wir am Tag zuvor nicht auf den Gipfel gekommen waren und so machte er den Vorschlag, statt der Äbeni Fluh am nächsten Tag doch noch mal einen Versuch zu starten die Gipfel der Fiescherhörner zu erreichen.
Der Hüttenwirt bestätigte uns, dass die Wetterbedingungen wunderbar sein würden. Hansi wollte zwar nicht mit, schickt uns aber los und nachdem er sich in Ansgars Daunenjacke verliebt hatte, hoffte er auf einen schönen Tag auf der Sonnenterasse.
So starteten Ansa, Ansgar und ich am nächsten Morgen zu unseren zweiten Versuch auf die Fiescherhörner zu kommen. Es blies ein ganz kräftiger Wind und in Böen kamen immer wieder weiße Wände auf uns zu. Am Grat der Fiescherhörner war die ganze Zeit eine ordentliche Windfahne zu sehen. Aber Ansgar glaubte fest an den Wetterbericht und versicherte uns immer wieder: „Schaut nur, am Aletschhorn weht es gar nicht, wenn die Sonne rauskommt hört es bestimmt auf.“ Das hat er uns dann auch noch erzählt bis er den Kopf zum Sattel rausstreckte. Leider waren die Spuren vom letzten Mal völlig zu geweht und Ansgar durfte ein wenig spuren. Während des Aufstiegs rieselten durch den Wind immer wieder Schneeflüsse zu uns herunter und begruben die frisch gestapften Spuren gleich wieder. Das war aber alles noch ganz gemütlich, bis wir im Sattel waren und die Sturmböen
ungebremst auf uns zukamen. Später auf der Hütte erzählte uns der Hüttenwirt, dass sie dort unten Böen von 130km/h gemessen hatten. Wir waren aber noch mal 1300m höher in einem Sattel der wie ein Ventil wirkte. Wir schauten also, dass wir dort möglichst schnell wegkamen, aber selbst so blieb einem manchmal nichts übrig als rumdrehen und warten das der schlimmste Teil der Böe vorbei ging. Da wir bei dem Wind keine sonderlich große Lust verspürten den Grat zum Groß Fiescherhorn zu gehen, machten wir uns stattdessen auf zum Hinter Fiescherhorn. Das änderte nichts daran, dass es furchtbar kalt war und wir schauten, dass wir Ansas Wange ganz schnell zugedeckt bekamen als sie richtig weiß wurde. Aber wir schafften es zum Gipfel und der einzige Wunsch der blieb, war so schnell wie möglich irgendwohin zu kommen wo es schön warm und windstill war. Also verzichteten wir aufs Groß Fiescherhorn, man kann ja mal wieder kommen und machten uns an die Abfahrt von vor zwei Tagen, diesmal mit Sicht, aber alles andere als wärmer. Da wir zu Hansi, der Treppe und der Konkordiahütte zurück mussten, stiegen wir wiederum zur Grünhornlücke auf, nahmen die schön zu fahrende Abfahrt zurück zum Konkordiaplatz und quälten uns zum Schluss die 433 Stufen hinauf. Eine wirklich wunderschöne, abwechslungsreiche Skitour, die es sich bestimmt irgendwann lohnt noch ein drittes mal zu gehen, um aufs Groß Fiescherhorn zu kommen, dann aber bitte ohne Wind!
Nach einer letzten gemütlichen Nacht in der Hütte, machten wir uns dann am nächsten morgen gemeinsam auf in die Lötschenlücke. Und wir liefen, und wir liefen und wir liefen… und die Lücke kam nur ganz, ganz langsam näher. Dankbarerweis sind auch Dinge die nur ganz langsam näher kommen, irgendwann doch da. In der Lücke, man kann es sich fast denken, pfiff mal wieder ein kräftiger Wind, also schnell runter mit den Fellen und ab ging es über die pistenähnlichen Hänge, ein letztes mal mit diesem traumhaften Panorama was wir nun fünf Tage lang hatten bewundern dürfen.
Zurück in der Zivilisation, stinkend und schmutzig und nachdem wir uns noch kräftig den Bauch mit Pizza voll geschlagen hatten, ging es dann zurück für Ansa nach München, Hansi und Ansgar nach Karlsruhe und mich nach Zürich. Eine wunderschöne Tour bei der wir, auch wenn vom Winde doch sehr verweht unglaublich Glück hatten, was das Wetter anging. Motivation zum studieren gibt so eine Tour bestimmt nicht. Aber es gibt ja noch viele Ziele, die wir im Berner Oberland verwirklichen können!

Montag, 23. März 2009

Nach langer Zeit

Lang, lang ist es her. Das lag aber gewiss nicht immer an uns, sondern auch an dem Wetter und der Lawinenlage, die uns zum Wochenende nie wirklich wohl gestimmt waren. Dieses Wochenende wollten wir aber auf alle Fälle noch einmal was gehen, damit wir vor Mittwoch, wenn es ins Berner Oberland geht, nicht ganz eingerostet sind. Also wollten Ansgar, Ansa und ich auf den Piz Kesch. Netterweise schloss sich Erik uns noch kurzfristig an und so kamen Ansgar und Erik am Freitagabend zu mir, um die Vorzüge eines Starts aus Zürich zu genießen. Ansa trafen wir dann direkt am Samstagmorgen in Bergün bei strahlendem Sonnenschein.
Da natürlich noch jede Menge Schnee liegt, konnten wir nicht mit dem Postauto nach Chants fahren, sondern mussten die acht Kilometer eben laufen. Dabei wurde es mit jedem Schritt ein bisschen wärmer und unsere Klamottenschichten mit jedem Schritt ein bisschen weniger. Nachdem wir es bis Chants geschafft hatten, stiegen wir zunächst durch schönen schattigen Wald hinauf. Langsam kamen wir höher und da dort aber noch kein Wind wehte, die Bäume aber schnell weniger wurden, wurde es auch wieder unglaublich heiß. Irgendwann kam dann aber ein leichter Wind auf und wir schafften die letzten Höhenmeter zur Hütte. Eine wunderschöne Hütte mit geräumigen Lagern und furchtbar viel Rivella!
Langsam zogen Wolken auf und als wir am nächsten morgen aufwachten, war vom Gipfel nicht mehr viel zu sehen. Aber wir sahen das ganz positiv und glaubten noch fest daran, es könnte sich ändern. Also stapften wir fröhlich weiter und es wurde diesmal leider nicht wärmer, ganz im Gegenteil. Der Wind schien immer mehr zu werden, die Wolken zogen immer weiter rein und es begann zu schneien. Aber wir stapften mutig weiter den Gletscher hinauf bis wir zum Skidepot kamen. Am Wetter hatte sich leider nichts geändert. Also ließen wir unsere Ski stehen und gingen das Schneefeld weiter hinauf. Ansa ging es nicht mehr so gut, aber sie quälte sich noch ein Stück weiter. Schließlich blieb Erik bei ihr und Ansgar und ich stiegen zum Gipfel, also der Punkt wo im Schnee eine Stange steckte. Vor uns weiß, hinter uns weiß, neben und weiß, aber wir waren oben.
Indem Moment als wir mit Ansa und Erik zusammen wieder am Skidepot waren riss es natürlich auf. Also boten wir Erik an, auf ihn zu warten die Sonne zu genießen, so dass er auch noch auf den Gipfel konnte. Natürlich war es nicht sooo sonnig und der Wind pfiff weiter ordentlich, so dass wir froh waren als Erik zurück war und wir abfahren konnten.
Das erste Stück über den richtig weggeblasenen Schnee war richtig gut zu fahren, danach kam ein flacheres Stück mit windverpresstem Schnee, bevor es durchs Tal zurück nach Chants ging. Erik folgte ein paar Spuren am Bach entlang und so umgingen wir ein großes Stück des Waldes. Nur das Stück von Chants zurück zum Auto war etwas nervig. Es war nämlich weite Stücke so flach, dass bei dem Sulz der sich unter unseren Ski festsaugte außer schieben nicht mehr viel lief.
Trotzdem eine sehr schöne Skihochtour, mit jeder Menge Hänge rechts und links, die sehr interessant aussahen, aber leider auf Grund der hohen Lawinenlage nicht befahren werden konnten.