Montag, 28. April 2008

Der Tödi

Die Bedingungen waren optimal vorhergesagt. Da ließen wir uns nicht zwei Mal bitten. Anja, Ansgar, Erik und ich machten uns Freitagmorgen um 3 Uhr pünktlich in Karlsruhe auf den Weg Richtung Glarner Alpen. Um 7 Uhr waren wir am Urnerboden. Das Wetter war nass und wolkenverhangen, von der Sonne weit und breit nichts zu sehen. Nach einer kurzen Lagebesprechung entschieden wir uns trotzdem zum Fisetenpass (1938 m) aufzufahren und von dort weiter zu gehen, zwei weitere Skitourengeher am Parkplatz hatten sich ebenfalls dafür entschieden. Die Alternative wäre der normale Hüttenzustieg zur Fridolinshütte von Tierfehd aus gewesen. Am Gemsfairenstock
Oben war es sehr zugig. Wir waren in den Wolken. Zu Beginn war noch eine Spur von unseren Vorgängern sichtbar, die aber immer öfter bereits verweht war. Dazu kam noch Schneefall, der ins Gesicht peitschte. Die „Sandstrahlmaschine“ lief auf Hochtouren. Bald trafen wir vier Leute, die zwei vom Parkplatz und einen Vater mit seinem Sohn, die Probleme mit der Wegfindung hatten. Zwei entschieden abzufahren, Vater und Sohn schlossen sich uns an. Erik war überzeugt, dass wir den Weg finden würden. Und wirklich war der Aufstieg zum Gemsfairenstock relativ gut zu finden. Den Gipfel erkannte man lediglich am Kreuz, sonst sah man nicht viel. Bei der Abfahrt wollten wir den möglichst direkten Weg nehmen und nicht über die Claridenhütte fahren. Es wurden immer mal wieder ein paar Felsen sichtbar, so dass wir uns orientieren konnten. Wir fuhren immer ein Stück und begutachteten dann die Lage. So schlugen wir uns durch. Der Schnee war sehr schwer und feucht. Nur der letzte Abhang vor Ober Sand stellte uns vor größere Probleme. Hier mussten wir den Weg suchen, das ist mit Ski im tiefen Schnee ganz schön ermüdend. Glücklicherweise zogen die Wolken kurz raus, so dass Erik eine Abfahrtsmöglichkeit fand. Steil war auch diese, mit Felsen unter dem Schnee, aber immerhin besser als die Felsabbrüche links und rechts neben uns. Wir fuhren den Hang (60 hm) einzeln, da er von oben schwer einzuschätzen war. Von der Mulde (1937 m) mussten wir nun noch mal auf 2265 m aufsteigen, um dann zur Hütte abfahren zu können. Dabei fuhren wir am Hang entlang, um ohne Gegenanstieg zur Hütte zu kommen und querten mehrere Lawinenfelder. Es wurde einem wieder bewusst, wie schwer Lawinenschnee ist. Müde waren wir auf der Hütte, es war bereits 17.30 Uhr, die Wegfindung hatte uns sehr viel Zeit gekostet. Die Fridolinshütte ist sehr gemütlich, sie war auch nicht ganz voll. Nach dem Essen hatte es aufgeklart, die Wetterbesserung kam zwar viel später als angekündigt, versprach aber für den folgenden Tag einiges. Die Route auf den Tödi
Am TödiFrühstück gab es um 4:30 Uhr, der Himmel war sternenklar und der Hängegletscher oberhalb der Hütte vom Mond angestrahlt. Eine wunderschöne Stimmung. Wir machten uns um kurz nach 5 als erste auf den Weg. Zum Gletscher fuhren wir mit Stirnlampe ab, nach dem Anseilen war es hell genug. Zuerst mussten wir die zwei Gletscherbrüche überwinden, die aber beide gut zugeschneit waren und damit beste Bedingungen versprachen. Der erste ist relativ einfach durch die Mitte zu überwinden, beim zweiten mussten wir die beste Route suchen. Dabei gab es doch sehr interessante Aufstiegsstellen. Es waren einige Seilschaften unterwegs, so dass es immer mal wieder ein bisschen stockte. Wie wir hier abfahren wollten, war mir allerdings noch ein Rätsel. Nach den Gletscherbrüchen auf 2800 m kamen wir in die Sonne. Angenehm warm war es (für diese Höhe). Hier vesperten wir erst mal, nach 3 Stunden knurrte uns der Magen. Dabei überholten uns vier Leute, die aus dem Tal aufgestiegen waren. 2800 hm in fünf Stunden ist schon ganz schön krass. Nach der Pause verlief die Spur flacher, wir mussten etwas Strecke zurücklegen, trotzdem gingen wir angeseilt weiter. Wir waren relativ langsam unterwegs, trotzdem waren die letzten 200 hm für mich eine Qual. Nach fast sechs Stunden waren wir glücklich und zufrieden oben auf dem Tödi.
Auf dem Gipfel hatte man einen wunderschönen Blick in alle Richtungen. Es war relativ windstill, manche Berge waren jedoch wolkenverhangen. Der erste Teil der Abfahrt war herrlich. Obwohl der Pulver schon verspurt war, fand jeder noch eine schöne Linie. Je tiefer wir kamen, desto schwerer wurde der Schnee. Erstaunlicherweise war das Abfahren durch die Brüche kein Problem. Es war total beeindruckend neben diesen Eisriesen zu stehen und über sie einen Weg nach unten zu finden. Ansgar im GletscherbruchAnja und Ansa im Bruchim Tal
Nach den Brüchen folgte die lange Abfahrt durch ein tief eingeschnittenes Tal nach Tierfehd. Wir mussten uns beeilen, da die Gefahr von Nassschneelawinen am Nachmittag zunahm. Wir durchquerten noch mal einige Lawinenfelder. Spaß ist was anderes, vor allem Ansgar war ziemlich genervt und schnallte irgendwann die Ski ab. Ab dem Stausee in Hinter Sand folgt die Route dem Fahrweg. Allerdings war hier der Schnee schon eher Mangelware. So mussten wir häufig die Ski tragen. Trotzdem ist dies noch viel angenehmer als den Weg im Sommer zu Fuß rauszulaufen. Auf ca. 1000m blieb uns nichts mehr übrig als die Ski am Rucksack zu verstauen und zu gehen. So kamen wir müde und glücklich in Tierfehd an. Während Ansgar das Auto holte, lagen wir drei gemütlich in der Sonne. Es ist einfach herrlich, nach dem Winter oben in den Frühling unten zu kommen und die leuchtenden Gletscher zu betrachten.
  • Gemsfairenstock 2972 m
  • Stützpunkt: Fridolinshütte 2111 m
  • Tödi 3614 m, höchster Berg der Glarner Alpen, S
  • Karte: Skitourenkarte Klausenpass 246 S

Dienstag, 15. April 2008

Die Sonnenanbeter

Nachdem ich meine erste Hauptdiplomsprüfung hinter mich gebracht hatte und Ansas erste Version der Diplomarbeit stand, brauchten wir dringend mal wieder eine Skitour.
Mit Ansgar zusammen wollten wir eigentlich auf den Gran Paradiso, aber das Wetter ließ wirklich kaum etwas zu. Auch die gesamte Schweiz versprach für dieses Wochenende kein skitourenfreundliches Wetter.
Wir entschieden uns schließlich zusammen mit Hansi, der sich uns tollerweise noch angeschlossen hatte, zur Vernagthütte zu gehen. Auch fürs Ötztal war der Wetterbericht, vor allem für den Samstag eher bescheiden, aber das nahmen wir in Kauf, um endlich mal wieder auf Tourenski zu stehen.
Wir hatten als Treffpunkt 3 Uhr am Freitagmorgen bei Hansi ausgemacht, um dann mit seinem Auto weiter fahren zu können. Leider verlor seins Kühlwasser, so dass wir uns zu viert mit kompletter Ausrüstung in mein Autochen quetschten. Es hätte nicht mehr Gepäck sein dürfen, aber es ging und somit wäre dann auch bewiesen, dass man zu viert in einem Focus (kein Kombi) auf Skitour fahren kann.
Um kurz nach neun erreichten wir Rofen und machten uns startklar. Zunächst musste noch geklärt werden, wer das Seil trägt. Die Herren hatten kein Erbarmen mit uns und so nahm ich das Seil zuerst, in der Hoffnung es dann möglichst bald wieder loszuwerden. Was auch gelang!
Wir folgten zunächst einem Forstweg über Wiesen. Der Weg selber hatte aber meist noch genug Schnee, so dass wir die Ski nicht tragen brauchten. Ab der Materialseilbahn ging es dann auf dem Sommerweg weiter. Dort kamen schone eine Menge Steine raus. Hoch konnte man da zwar noch gut mit Ski drüber kraxeln, aber es war sofort klar, dass das nichts werden würde beim abfahren.
Der Weg war schließlich mit Stangen markiert. Leider schafften wir es trotzdem, fälschlicherweise nach rechts abzubiegen, so dass wir uns 80 hm extra aufhalsten. Der eigentliche Weg ging nämlich an dieser Stelle noch einmal leicht herunter bevor er ins Tal hineinzog und zu einer kleinen Brücke führte.
Bevor wir dort hingelangten machten wir aber an einem kleinen, zerfallenen Hüttchen noch eine Pause. Sehr eilig hatten wir es eh nicht. Das Wetter war doch eher bescheiden und wir würden sowieso keinen Gipfel mehr angehen.
Von der Brücke aus war es dann nur noch eine kleine, etwas steilere Stufe bis zur Vernagthütte auf 2760 m. Die Hütte war ziemlich voll. Zwei große französische Gruppen waren dort. Trotzdem hatten wir Glück und wurden nicht wie angekündigt in den Winterraum gesteckt, sondern bekamen gemütliche Lagerbetten in relativ kleinen Lagern, die Ruhe für die Nacht versprachen. Allerdings in zwei unterschiedlichen Räumen. So machten wir für den nächsten Tag 7 Uhr als Frühstückszeit aus, um dann zu beschließen, was wir machen wollten.
Um 7.30 Uhr hatten sich die Herren immer noch nicht blicken lassen und Ansa und ich waren bereits mit dem Frühstück fertig. Das Wetter sah zwar wirklich nicht danach aus, als würden wir überhaupt die Nase aus dem Fenster strecken und zu dem war die Lawinenwarnstufe, wie vorhergesagt, auf eine drei gestiegen, aber trotzdem könnten die zwei sich schon blicken lassen. Als ich nach ihnen schauen ging, lagen sie noch im Bett. Die Erklärung: Der Hüttenwirt hatte gestern Abend noch gesagt gegen Mittag sollte das Wetter besser werden und sie wussten leider nicht wo wir schlafen, um es uns mitzuteilen. – Ahh ja ist klar!
Um 10 Uhr wurde das Wetter dann aber doch ein wenig besser. Also, es gab Moment wo man weiter als zum Fahnenmast sehen konnte der fünf Meter vor der Hütte stand und der Schneefall ließ nach. So machten wir uns dann auf den Weg Richtung Fluchtkogel und hatten sogar Glück, eine Spur war schon vorhanden. Trotzdem war es inzwischen wieder ziemlich zugezogen und bei 20 m Sichtweite wollten wir wahrlich nicht über den Gletscher. Aber in diesem Dampfkessel in dem wir uns befanden, es war relativ warm und der Nebel tat das seinige, ließ es sich doch ohne frieren eine Weile im Schnee aushalten.



Also machten wir es uns am Fuße des Gletschers gemütlich und warteten – und warteten – und warteten, aber irgendwie wollte der Nebel nicht weg und die Sonne nicht her.
Hansi versuchte es schließlich mit Sonnenanbetung und kurz darauf begann Ansgar Stimmen zu hören. Alles insgesamt eher unheimlich, wenn man bedenkt das um uns rum nichts als weiß war.
Tatsächlich erschien aber kurz darauf, zwar nicht die Sonne, aber ein Engel in Form eines Bergführers mit Gruppe, die auf dem Rückweg vom Fluchtkogel waren. Etwa 200hm über uns sollte die Sicht viel besser sein, sie hatten keine Spalten gesehen und eine Spur lag ja jetzt auch schon.
Das war unser Startschuss und wir machten uns auf den Weg nach oben. Tatsächlich wurde die Sache mit der Sicht lange nicht besser, zwischendurch begann es sogar noch einmal zu schneien. Im Aufstieg gingen wir am Seil. Durch die unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze macht uns der Anstieg aber ziemlich zu schaffen und so erreichten wir erst um 15 Uhr, ohne irgendeinen Berg um uns herum zu sehen, den Gipfel auf 3500m.
Was allerdings jetzt auf uns wartete war eine wunderschöne Abfahrt, die wir ohne Seil in Angriff nahmen, mit wirklich traumhaftem Pulver. Eben so, wie man sich das mit dem Skitourengehen immer vorstellt und die Sicht war wenigstens so, dass man ohne größere Probleme abfahren konnte. Wenn das Hochlaufen bei diesem Dampfbad-Klima nicht so anstrengend gewesen wäre, man hätte es einfach noch mal machen müssen.
Aber auch so war der Tag noch viel besser geworden als erwartet und wir freuten uns schon alle auf den nächsten.
Zwar war beim Aufstehen noch kein strahlender Sonnenschein, aber eben doch Sicht und wir machten uns mit einer ziemlich großen Meute auf den Weg Richtung Hochvernagtspitze (3539m). Zu unserer großen Freude bogen alle anderen Richtung Wildspitze ab. Wir waren somit ganz allein und krochen allmählich dem Gipfel entgegen mit kurzen Fotografierpausen. Die Temperaturen waren heute deutlich tiefer als an den beiden Vortagen und mit einem gleichmäßigen Tempo von Anfang an ging es uns allen an diesem Tag richtig gut, so dass wir flott vorankamen. Eigentlich hatten wir uns eine schöne Gipfelrast mit toller Aussicht vorgestellt, oben pfiff es aber ganz gewaltig, so dass wir uns schnell an die Abfahrt machten. Und die war noch einmal einfach himmlisch. Kaum waren wir etwas tiefer war es nicht mehr so windig und die Sonne ließ sich auch immer mehr blicken.
Nach einer gemütlichen Pause unter Hansis Olympiahang, ein Traumhang auf dem man wirklich alles geben musste, machten wir uns auf den Heimweg zu Hütte. Leider verhinderte ein ziemlich steiler Hang, in den nun doch schon länger die Sonne reinknallte, kurz vor der Hütte, den direkten Weg zu eben dieser. Schließlich hatten wir immer noch einen dreier. So mussten wir einen Umweg in Kauf nehmen und noch einmal den letzten Hang zu Hütte aufsteigen um unsere restlichen Sachen dort abzuholen. Diesen Part übernahmen dann aber Hansi und Ansa, während Ansgar und ich einen Schneemann bauten.
Bei der Abfahrt zurück ins Tal wurde der Skifahrspass dann sichtlich geringer. Schwerer Schnee, zerfahren, gefolgt von immer weniger der weißen Pracht und somit einigen Steinen ließ uns wünschen, wir wären schon am Auto.
Aber insgesamt ging es noch recht gut und große Teile des Forstweges waren dann auch noch befahrbar. Am Auto angelangt mussten wir dann feststellen, dass nichts mehr ging. Wir hatten das Licht angelassen. In Rofen gibt es aber ein Gasthaus, zwar geschlossen, aber trotzdem gab uns der Besitzer netter Weise Starthilfe. Leider fiel mir beim aufschließen der Motorhaube noch der Schlüssel vorne ins Auto und landete auf einem Rost, mit den Fingern unerreichbar. Er musste erst einmal mit der Hilfe von Brillenbügeln geborgen werden, bevor wir das Auto endlich wieder zum laufen brachten.
So erreichten wir schließlich müde, aber glücklich und zufrieden um Mitternacht Karlsruhe.
Dafür, dass wir eine so schlechte Wettervorhersage hatten, verbrachten wir ein fantastisches Wochenende mit sehr schönen Touren auf tolle „Dreieinhalbtausender“ und wirklich wunderschönen Abfahrten.
  • Vernagthütte
  • Alpenvereins Skitourenkarte Blatt 30/6 Ötztaler Alpen, Wildspitze

Freitag, 21. März 2008

Sport bei Sturmwarnung

Aus der Skidurchquerung wurde dank Schneefällen und Lawinenwarnstufe 3 nichts. Also musste ein Alternativplan her. Und der hieß Kondition trainieren. So fiel uns auch nichts Besseres ein, als Karfreitag nach Baden-Baden zu fahren. Nein, nicht in die Therme, der Merkur war unser Ziel. Soweit der Plan. In der Nacht hatte es 40 cm an der Schwarzwaldhochstraße geschneit, wie gerne wären wir langlaufen gegangen. Doch die Loipen waren noch nicht präpariert, so folgten wir trotz kontinuierlichem Regen in Karlsruhe dem Plan. Auf der Fahrt dorthin kam uns der Regen noch viel stärker vor. Aber jetzt war es eh schon egal. Von Lichtental wollten wir zuerst zur Merkurbahntalstation und dann hinauf auf den Berg. Höhenunterschied 500m, Strecke knapp 7 km. Den Weg wollten wir möglichst schnell zurücklegen, also wenn es sehr steil wird gehen und sonst joggen. So kämpften wir und durch den Regen, die Waden streikten schnell und wir stiegen auf schnelles Gehen um, der Regen ging in Schnee über und erschwerte das Vorwärtskommen. An Laufen war nicht mehr zu denken. Hinter dem Binsenwasen peitschte uns der Schnee erbarmungslos ins Gesicht. So sehnten wir uns nach dem Gipfel. Nach ca. 50 Minuten waren wir oben. Natürlich waren wir ganz allein unterwegs. Umso erstaunter waren wir, als in der Bergstation der Bahn drei Leute standen, die uns ganz verwirrt fragten, ob wir hochgelaufen wären. Nein, natürlich nicht, wir haben uns nur einen Eimer Wasser über den Kopf geleert. Wir fragten uns allerdings warum man bei so einem Wetter auf den Merkur fährt, vielleicht weil man noch nie einen Schneesturm gesehen hat? Wir wissen es nicht. Runter ging es im Laufschritt. Wie seltsam war es, im Tal im Nieselregen vollkommen durchnässt anzukommen, da erschien der Schnee wie ein Traum. Und Bilder gibt es leider auch keine.

Mittwoch, 12. März 2008

Wie besticht man die Wetterfee???

Eine Woche Klosters, eigentlich dachte ich, nachdem die letzten drei Wochen die Sonne ununterbrochen geschienen hat, könnte ich ein paar schöne Skitouren gehen. Allerdings kam der Winter zurück. Gut! Noch ein wenig Schnee konnte nicht schaden, aber ich wollte doch Skitouren gehen. Nachdem wir am Mittwoch in einem halben Meter Neuschnee und bei Schneegestöber auf der Pischa Tiefschneefahren waren, ich kam kaum vom Fleck wegen dem vielen Schnee und konnte natürlich auch nichts sehen, folgt am nächsten Tag natürlich Lawinenwarnstufe 3. Also gingen wir erst noch ein wenig normal Skifahren um mittags noch eine kleine Tour auf der Pischa zu machen.
Die Pischa ist ein Skigebiet, das aus 3 Liften besteht, wobei die Abfahrten die zu einem der Schlepper gehören nicht einmal mehr präpariert werden. Zudem wird überlegt ob das Skigebiet nicht ganz geschlossen werden soll, dies würde eine Menge sehr schöner Tourenmöglichkeiten eröffnen.
Wir stiegen zunächst die ersten paar Meter die Talabfahrt hinauf um dann neben dem Lift durch den gestern frisch gefallenen Schnee hochzuspuren.
So war ich doch wirklich froh als wir auf dem Kamm ankamen auf dem schon eine Spur vorhanden war. Dort ging es Richtung Westen weiter Richtung Hüreli. Den Grat konnte man ganz lässig entlanglaufen. Bis auf eine kurze Stelle, an der es noch einmal ordentlich, aber nur ganz kurz bergauf ging. Hier trafen wir auf eine geführte Gruppe von Freeridern. Den zwei Frauen in der Gruppe wurde dann tatsächlich der Ski das kurze Stück von ihrem Guide hoch getragen. Ich wollte schon fragen ob er meinen auch haben will, da war er leider schon weg!
Eigentlich wollten wir bis zum Hüreli dem Kamm folgen, aber die Hänge ein wenig weiter vorne sahen einfach zu gut aus um noch bis dort rüber zu laufen. So machten wir uns an die Abfahrt. Leider war der Schnee durch die Sonne über den Tag recht nass, wir schon ein wenig müde und die Abfahrt somit nicht ganz so traumhaft wie sie ausgesehen hatte.
Laut Torenbeschreibung sollten uns die letzten 200hm eine schöne Waldabfahrt bescheren. Mhh na ja wie soll man sagen, seit dem der Tourenführer geschrieben wurde müssen eine Menge Bäume gewachsen sein. Und Spuren folgen ist auch nicht immer die beste Variante.
Irgendwann, nachdem wir schon zweimal abgeschnallt hatten um unsere Ski vor den größten Steinen zu schützen gelangten wir zu einem umgefallenen Baum Dort entschieden wir uns dann doch lieber den Spuren zu folgen, die ungefähr 10 m weiter oben in die andere Richtung abgingen. Dies stellte sich durchaus als klug heraus als wir kurz darauf eine kleine Lichtung erreichten. Die Straße, unser Ziel, war nun auch nicht mehr weit Das letzte Mal abschnallen mussten wir nun noch bei der Überquerung eines doch etwas größeren Baches. Eine ziemlich matschige Angelegenheit. Es folgten noch zwei Schwünge bevor wir die Straße erreichten um zurück zu unserem Auto laufen zu können.
Fazit: So ein Wald ist schön, aber eben nicht immer!!!

Dienstag, 19. Februar 2008

Ein Tag im Allgäu

Ja, es ist auch möglich von Karlsruhe aus Tagesskitouren zu gehen. Und genau das wollten wir testen. Nachdem all unsere Pläne fürs Wochenende nicht so wollten wie wir, entschieden wir uns also einen Tag ins Kleinwalsertal zu fahren.
Start war um 4:30 Uhr und nachdem ich Ansa und Ansgar eingesammelt hatte, kamen wir auch pünktlich los. Um diese Uhrzeit ist die Fahrt mit ihren etwas über 300km gar kein Problem, nicht wirklich viele Autos, die da am Sonntagmorgen mit uns unterwegs waren. So fuhren wir beim ersten Sonnenlicht ins Kleinwalsertal hinein und konnten unsere Tour um 8 Uhr starten. Unser Ziel war die Güntlespitze.
Zunächst ging es einige Meter über die Loipe am Fluss entlang. Bei der ersten Brücke entschieden wir, dass dies unmöglich unsere sein konnte. Wie sich herausstellte eine echte Fehlentscheidung. Die nächste Brücke kam, allerdings war dies schon oberhalb des Zuflusses von zwei kleinen Bächen. So überquerten wir den ersten mit Hilfe der Brücke. Für den zweiten gab es natürlich keine. Aber nette Menschen hatten schon vor uns diesen Fehler begangen und so mussten wir nur den Spuren folgen, um an einer dick verschneiten Stelle über den Fluss zukommen. Überhaupt sah es mit Schnee hier ganz wunderbar aus und auch schon in Baad, unserem Ausgangsort, war alles dick verschneit.
Nun schlappten wir zunächst gemütlich am südlichen Ufer des Derrenbachs auf einem Fahrweg ins Tal hinein. Dieser Fahrweg sollte sich irgendwann spalten, so dass man sich entscheiden konnte, ob man über den flacheren Normalweg aufsteigt oder die nördlichere Variante nimmt und über die steilern Hänge zum Gipfel der Güntlspitze gelangt. Da wir nie eine Abzweigung des Fahrweges erkennen konnten, war die Entscheidung sehr einfach und so stiegen wir, mit einer Menge anderer Leute, über die steileren Hänge an der Mittleren Spitzalp und der Derrenalp vorbei. Zunächst querten wir aber mal wieder einen Fluss und es ging einen stark vereisten, relativ steilen Hang hinauf. Bevor wir das erste Mal an diesem Tag in die Sonne kamen und etwas Auftauen konnten. Es war nämlich wirklich sau kalt gewesen bei unserem Start. In dem vereisten Hang, bekam Ansgar dann die ersten Probleme. Ansa und ich konnten ohne weiters Aufsteigen und die Felle hielten gut. Beim Ansgar rutschten die Felle aber immer wieder zurück und so kam er schon recht genervt und mit brennenden Oberschenkeln über die erste Kante. Später vermuteten wir, dass die Felle nicht ganz trocken waren und gefroren sind. Dies bedeutete aber, dass Ansgar mit Harscheisen gehen musste, auch in sehr flachem Gelände rutschte er ohne ständig zurück. Somit hatte er wirklich einen viel anstrengenderen Aufstieg zum Gipfel als wir.
Der Weg zog sich dann weiter die freien Hänge hinauf und wir genossen den strahlend blauen Himmel und die fantastische Sicht. Es ging dann über den letzten steilen Gipfel hang hinauf bevor man die Gratkante kurz unterhalb des Gipfels querte und die allerletzten Meter zu Fuß aufsteigen musste. Der zertrampelte Grat auf den Gipfel war teilweise ganz schön vereist, ein bissel unangenehm.
Bei diesem Traumwetter und mal so ganz ohne Wind mussten wir einfach die Chance zu einer ausgedehnten Gipfelrast nutzen und so saßen wir eine Stunde dort oben in der Sonne und versuchten, die umliegenden Gipfel zu schätzen, zu erraten und zu bestimmen. Es fehlte halt einfach Erik.
Irgendwann wurde es aber schließlich doch frisch und wir machten uns an die Abfahrt durch die schon stark befahren Hänge. Diesmal allerdings über die flacheren Hänge des Normalwegs. Der in der Sonne liegende Gipfelhang war kein so wirkliches Vergnügen, dafür gaben die folgenden Nordhänge noch jede Menge traumhaften Powder her und wir genossen die Abfahrt bis wir uns entlang des Flusses einen Weg bahnen mussten. Ansa machte noch einen kräftigen Köpper in den Schnee, so dass sie auch heute noch die Skitour in den Knochen spürt. Aber trotzdem hatten wir jede Menge Spaß und so erreichten wir gegen zwei Uhr glücklich und zufrieden wieder unser Auto.
Leider mussten wir uns dann noch eine ganze Weile durch einen Stau von Oberstdorf zur Autobahn quälen und waren schließlich um 20 Uhr wieder daheim.
Ein wirklich ausgefüllter Tag, anstrengend aber wunderschön!

Montag, 4. Februar 2008

Ein Wochenende im Allgäu

Eigentlich wollten wir ja zwei Tage Skitouren gehen und zwarWir
nicht wieder die Hörner, denn die kannten wir ja bereits, aber manchmal kommt eben alles anders. So quälten wir uns am Samstag um 5 Uhr aus dem Bett, um dann bei Regen und Schnee auf der Fahrt uns zu fragen, warum wir bloß so früh losgefahren sind. Denn bei dem Wetter im Nebel irgendwelche Berge zu besteigen löste bei uns keine große Begeisterung aus.
Immerhin umgingen wir so den Ferienbeginnstau – die Holländer waren unterwegs. In Sonthofen angekommen, suchten wir erstmal ein Café, das schon vor neun offen hat und wir wurden fündig: Bei dem Italiener, demselben bei dem wir schon mal vor zwei Jahren waren. Nach diesem Kaffee machten wir die Sportgeschäfte der Region unsicher, Ansa brauchte ja noch einen neuen Helm. Im fünften wurden wir dann sogar fündig, mittlerweile war es beinahe Mittag und so konnten wir noch einen Kaffee, diesmal mit Kuchen, trinken. Die angebliche Wetterbesserung am Nachmittag wollte sich nicht einstellen und so beschlossen wir stattdessen eine Runde langlaufen zu gehen. Insgesamt war das Allgäu nicht gerade mit Schnee überschüttet worden, aber im Rohrmoostal waren die Verhältnisse sehr gut. Die schmale Mautstraße auf der einiges an Schnee lag ließ sogar einige nicht vom Fleck kommen, so dass auch Anja irgendwann anhalten musste, was uns das Problem des Anfahrens bescherte, aber mit ein bisschen Schieben und Hilfe von netten Leuten, lässt sich viel erreichen.
Die Loipe war auf Grund des doch reichlichen Neuschnees, in diesem Tal war einiges schon da und noch viel mehr runtergekommen, nicht in optimalem Zustand. Anja musste erst noch mal nachwachsen und trotzdem stollte der Schnee. Ansa quälte sich auf der überhaupt nicht präparierten Skatingloipe durch den Tiefschnee. Dafür konnte sie Anja, die klassisch lief, auf den Abfahrten wieder einholen. Die 10-km-Loipe ist sehr bewegt und in einem schönen Hochtal gelegen. Aber bei diesen Verhältnissen reichte uns eine Runde. Auf der Fahrt zu unserer Unterkunft in Hinang hellte sich der Himmel auf und die angekündigte Sonnenstunde wurde sogar wirklich noch wahr. Das Zimmer in der Alten Mühle war so riesig, aber auch so eiskalt, selbst mit voll aufgedrehter Heizung und heißer Dusche wollte uns nicht so richtig warm werden. So verkrochen wir uns nach einem Abendessen in Sonthofen schnell in die Betten.

Blick ins Tannheimer TalDafür entschädigte der Sonntag für vieles. Zwar war der Lawinenlagebericht nicht mehr so schön wie am Donnerstag (da gab es eine 1), in Lagen ab 1500m herrschte wieder mal eine 3. So ließen wir unsere favorisierte Tour im Kleinwalstertal bleiben und setzten uns stattdessen das Wertacher Hörnle und den Spießer zum Ziel. Der Parkplatz in Obergschwend war schon gut besucht, als wir um 9.15 endlich loskamen. Anja legt ein ziemlich hohes Tempo vor, schließlich wollten wir ja die, die vor uns gestartet waren, einholen. So hatten wir nach 70 Minuten die 650hm hinter uns und nur wenige Spuren waren schon im Hang. Der Aufstieg führt über Wiesen an einer Alm vorbei und dann weiter im Wald zum Gipfel. Die Orientierung durch den Wald fiel uns zum Glück leicht, da wir der gelegten Spur folgen konnten. Die Abfahrt war sehr schön: Auf eine Eisschicht war Pulver gefallen und da der Hang recht flach war, bestand keine Gefahr des Abrutschens. Der Weg durch den Wald ist immer wieder eine spaßige bis unangenehme Angelegenheit. Der untere Teil es Hanges war schon ziemlich ausgeapert: Die Sonne scheint hier voll rein. Bis zur Alm kamen wir aber noch ganz gut. Dort tranken wir erst man einen halben Liter Cola und bekamen vom Wirt den Tipp, dem Fahrweg durch den Wald zu folgen, der sich auch als geniale Alternative herausstellte. Unten angekommen entledigten wir uns erst mal aller überflüssigen Klamotten und fellten wieder an, wir wollten ja noch auf den Spießer. Dazu mussten wir am Pistenrand aufsteigen, um dann in ein Hochtal, sehr schattseitig gelegen, abzubiegen. Der Schnee war hier locker und leicht, jedoch rutschte man leicht nach unten aus der Spur. Oben am Sattel angekommen entschieden wir uns nur den kleinen Vorgipfel anzusteuern, da man zum Spießer lediglich queren musste, d.h. keine richtige Abfahrt hatte und kaum noch Schnee in dem Hang lag. Die Abfahrt vom Spießer führte dann nach einem schönen Südhang durch ein schattiges Tal, wo der Schnee einfach herrlich war, leider standen zu viele Bäume im Weg. Das letzte Stück legten wir auf der Piste zurück. So hatten wir einen wunderschönen Tag mit ca. 1200 hm und zwei herrlichen Abfahrten.

Insgesamt ist es unter 1000m aber doch mehr als mau mit dem Schnee, sonnseitig sogar unter 1300m. Wir waren dankbar über das, was da am Samstag runtergekommen war, sonst wären die Touren so wirklich nicht möglich gewesen. Aber dank des Neuschnees und der strahlenden Sonne verbrachten wir einen wunderschönen Tag.

Samstag, 26. Januar 2008

Skitouren im Prättigau

Die erste große Skitour des Skitourentreffs für dieses Jahr stand vor der Tür. Das Ziel war der Berggasthof Alpenrösli bei St. Antönien im Prättigau. Insgesamt 27 Leute hatten sich angemeldet, so dass Erik und Thomas sich früh um die Unterkunft bemüht hatten.
Umso näher die Tour rückte, desto mehr wurden Wetter und Lawinenlagebericht studiert. Leider versprach beides nicht gerade Großtaten. Der Wetterbericht schwankte stark, kündigte aber schließlich für Freitagmorgen schlechtes Wetter an mit späteren Aufhellungen. Das Wochenende sollte ähnlich werden. Aber vor allem der Lawinenlagebericht bereitete, mit einem dreier und sämtlichen Expositionen als ungünstig, Unbehagen.
Am Mittwoch vor dem Wochenende überlegten wir uns auf dem Planungsabend im Kletterzentrum Tourmöglichkeiten, die der zu erwartenden Lawinengefahr gerecht wurden. Eggberg, Schafberg und Chrüz wurden als mögliche Gipfel für den ersten Tag erörtert und für sicher genug erachtet. Jede Gruppe plante für sich. Gipfelfoto Eggberg

Freitag
Die Hinfahrt erfolgte in sechs Autos, wobei die vier am Freitag früh in Karlsruhe startenden Wagen bei unserem Vortreffen schließlich alle entschieden zunächst den Eggberg anzugehen. Eigentlich wollte Auto 1 mit Erik, Ansgar, Thomas und Hansi schon um 4 Uhr 30 in Karlsruhe starten, verschob ihre Abfahrt aber ein wenig nach hinten, so dass sie gerade die Pieps-Kontrolle durchführten, als sowohl Gerd, Gerhild und Andre, wie auch das Auto mit Cecil, Ansa und Anja, die noch Birte in Zürich eingesammelt hatten, ankamen. Außerdem erwartet uns nach viel Regen auf der Fahrt blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.
Wir folgten dann eine halbe Stunde später, als große Gruppe von sieben Leuten den anderen auf den Eggberg. Der erste Teil der Tour bildete einen gemütlichen Einstieg auf einem flach ansteigenden Weg. Eine gute Möglichkeit um sich wieder ein bisschen an das Tourengehen zu gewöhnen, bevor der Weg dann Richtung Süden zur Säss-Alm abzweigte.
Dort wollten wir eine Mittagspause einlegen und trafen wieder auf Gruppe 1, die ihr Vesper gerade beendeten, um die letzten 300hm zum Gipfel anzugehen. Blick nach Partnun mit Sulzfluh
Als wir schließlich auch am Gipfel ankamen organisierte Erik sofort das erste Gruppenfoto.
Es folgte eine wunderschöne Abfahrt über unverspurte Hänge, auch wenn wir uns nicht über die Schneeverhältnisse einigen konnten. Die einen hielten es für schlichtweg traumhaft, die anderen waren der Meinung, der Schnee sei doch ein wenig nass und damit sehr schwer.
Gruppe 1 machte sich vom Fahrweg auf den Weg, um über die Hänge des Schollberges zum Alpenrösli zu gelangen, um so noch eine schöne Abfahrt zur Hütte zu haben. Wir anderen fuhren direkt zum Auto ab. Einige wollten noch Übernachtungsgepäck dazunehmen und Birtes Rucksäcke, die für ihre geplante Weiterreise etwas mehr Gepäck hatte, mussten noch aufgeteilt werden.
So gingen wir den doch sehr zähen Weg über die Fahrstraße zum Alpenrösli an.
Einige Zeit nach unserer Ankunft, bei der wir das Begrüßungsgetränk genossen und die Duschen gleich ausgetestet hatten, kam dann auch der siebener Bus mit Jochem, Armin, Benno, Harald, Stefan, Marco und Joachim an, die 2 Stunden nach uns in Karlsruhe gestartet waren. Auch diese Gruppe war noch auf dem Eggberg gewesen. Leider trafen wir sie bei unserer Abfahrt nicht, da sie der ersten Aufstiegsspur durch den Wald gefolgt waren.
Nun fehlte noch Gruppe 1. Die mussten sich leider nach 400hm Aufstieg am Schollberg und lauten Wumm-Geräuschen entscheiden umzukehren und auch dem Fahrweg zum Alpenrösli zu folgen. Wir waren halt doch bei erheblicher Lawinengefahr unterwegs – lieber ein langer Umweg als ein hohes Risiko bei schlechter Sicht. Um 19 Uhr trafen auch die 4 ein so dass wir nur noch Ulf suchen mussten der eigentlich schon vorher einen Tag vorher da sein wollte und dessen Absage aufgrund einer Kommunikationspanne nicht ankam.
Ganz zum Schluss dieses wunderschönen Tages fand sich auch die letzte Gruppe mit Uta S., Uwe und Stephan, die erst Freitag nachmittag loskommen konnte, ein und wir konnten den Abend mit dem Planen des nächsten Tages beschließen.

Samstag
Wir teilten uns in Gruppen von 4 bis 6 Leuten auf, die Lawinengefahr war unverändert erheblich. Das Wetter versprach aber Gutes. So gab es zwei Gruppen, die auf die Girenspitze (2369m) wollten, unter anderem die Leistungsgruppe Armin, Jochem, Joachim, Stefan, Walter und Marco, die den Gipfel sogar gleich zweimal bestiegen, und zwei, die den Schafberg (2456m) als Ziel hatten. Eine weitere Gruppe (Harald, Benno, Gerhild, Hansi, Thomas, Cecil) stieg Richtung Obersässalm auf und fuhr dann ins Tal ab wobei Hansi und Cecil sich dann noch der Leistungsgruppe anschlossen und die Girenspitze bestiegen. Clemens, Uta K., Martin und Eva reisten erst Samstag morgen an und bestiegen so das Chrüz.
Carschinahütte mit SchafbergWir (Erik, Ansgar, Andre, Birte, Anja und Ansa) wollten auf den Schafberg. Da es Abends ein wenig geschneit hatte, mussten wir spuren und stiegen so ganz gemütlich über Brunnenegg zur Carschina auf. Dort wollten wir uns entscheiden, ob wir über den Grat auf den Schafberg gehen oder ein Stückchen abfahren und dann über das Joch aufsteigen. An der Carschinafurgga machten wir eine kleine Pause in der Sonne und diskutieren die Lage, in der Zwischenzeit kam auch die nächste Gruppe hinzu (Uta S., Uwe, Stephan, Gerd). Der Grat war steil und sehr verweht, was uns dazu bewog, ein Stückchen abzufahren und zu queren. Nur Erik und Birte machten sich die Mühe, abzufellen und die drei schönen Schwünge zu genießen. Im Aufstieg übten wir fleißig die Suche nach der optimalen Spuranlage, um der Lawinengefahr gerecht zu werden. Oben am Gipfel rasteten wir dann noch mal gemütlich in der Sonne, warm war es und relativ windstill. Und so konnten wir uns auf die Abfahrt freuen, der Hang war noch unverspurt. In der Zwischenzeit war im Tal Nebel aufgezogen, aber der erste Teil der Abfahrt lag wunderschön in der Sonne. Diesmal war der Schnee auch viel leichter als am Vortag und so hatten wir alle unseren Spaß. Ganz oben krachte es bei Erik in der Abfahrt einmal – aber die Hangsteilheit war im Rahmen. Nach dem ersten schönen Hang folgte eine Querfahrt, rein in den Nebel. Der zweite Hang war nicht mehr so spaßig: Die Sicht war durch den Nebel beeinträchtigt, der Schnee durch die Wärme sehr pappig. So war es mehr ein Kampf nach unten, der viel Kraft kostete. Unten angekommen mussten wir noch mal anfellen und die letzten Meter über den Fahrweg zum Alpenrösli aufsteigen.

Der MorgenSonntag
Am Sonntag war das Frühstück bereits für 6:30 angesetzt, aber wer verschlafen hatte, war der Generator (oder war’s doch Franziska, die Wirtin?). So gab es eben nur lauwarmen Tee und kleine Verzögerungen, was uns aber nicht daran hinderte, um 7:45 ein Gruppenfoto zu schießen. Der Morgen war mal wieder unglaublich schön, die Dämmerung hing noch in den Bergen. Für die meisten (außer Birte, Clemens, Uta K. und Jochem) war es der letzte Tag. Wieder einmal gab es kleine Gruppen, die das Hasenflüeli, den Schafberg oder die Girenspitze als Ziel hatten. Die Montagheimfahrer und die Gruppe um Marco wollten sogar auf den Schafberg und die Girenspitze.
Aufstieg zur GirenspitzeWir (Anja, Cecil, Andre, Gerhild, Benno, Harald, Gerd, Eva und Ansa) wollten auf die Girenspitze. Diesmal lag die Spur vom Vortag bereits und so konnten wir ihr ganz gemütlich folgen. Wir hatten ja schließlich Zeit. Nachdem wir bereits um kurz nach 10 auf dem Gipfel waren, rasteten wir unterhalb des Gipfels in einer windgeschützten Mulde. Es war so warm, dass wir sogar ohne Jacke gemütlich vesperten. Diesmal hatten wir zwar keine unverspurten Hänge und der Schnee war etwas schwerer als am Vortag, aber dennoch genossen wir die Abfahrt. Dort trafen wir auch noch die zwei anderen Gruppen, die vorher schon auf dem Schafberg gewesen waren. Der letzte Teil der Abfahrt, den wir gestern auch schon bewältigt hatten, war ein Leidensweg. Der schwere Schnee war noch pappiger und ließ jeden einzelnen Schwung unglaublich anstrengend werden. Am Fahrweg angekommen, durften wir noch unsere Gleitfähigkeit testen: Dieser führte uns zurück nach St. Antönien zu den Autos. So war es gerade mal 12:30 als wir uns für hoffentlich kurze Zeit von den Bergen und dem Schnee verabschiedeten und die Heimfahrt antraten. Benno und Harald mussten noch auf den Rest ihres Autos warten.
Ein Teil der Gruppe die zum Hasenflüeli aufgestiegen waren hatten noch nicht ganz genug und hängten auch noch das Jäggelische Horn an, um diesen noch einmal wunderschönen Tag voll auszukosten. Insgesamt genossen wir also drei wunderschöne Tage bei strahlendem Sonnenschein. Auch wenn die Lawinensituation nicht die Sulzfluh oder andere große Ziel zuließ, hatten wir doch einmal die Möglichkeit bei erheblicher Lawinengefahr einiges neues dazuzulernen. Ein schönes Tourengebiet, dass noch jede Menge Möglichkeiten bietet zum wiederkommen.
Weitere Informationen zur Hütte findet Ihr hier

Dienstag, 1. Januar 2008

Grundkurs Skibergsteigen am Dachstein

Nach zwei Skitagen aus dem Bilderbuch auf der Gerlosplatte mit Anja und ihrer Familie, an denen ich immerhin noch mal die Piste hochlaufen konnte, war es dann am 26.12 soweit: Ich sollte endlich mal wieder eine richtige Tour gehen. Wir waren um 10:30 am Krippenstein (Dachstein) verabredet. Nach ein wenig Warterei kamen dann alle auf einmal. Wir waren neun Leute: zwei Mädels, sechs Jungs und unser Leiter, der Peter und hatten super Wetter im Gepäck: Sonnenschein, leicht unter 0°C und Lawinenwarnstufe 2.
Nach einer kurzen Abfahrt zur Gjaidalm und dem ersten Kaffee begann der Aufstieg auf einer Pistenraupenspur zur Simonyhütte, die uns für die nächsten Tage beherbergen sollte. Wir waren die einzigen auf der Hütte und waren von dem leckeren Essen, dem schön warmen Trockenraum und dem genialen Ausblick begeistert. Außerdem hatten wir mit Indra und seinem österreichisch-nepalesischem Akzent jede Menge Spaß.
Die Leiter zum Edelgrieskaram DachsteinklettersteigSo schön kann's sein!!!
Tag 2 führte uns zum Hohen Trog, eine kurze Tour, die wir am Abend vorher gemeinsam geplant hatten. Der Anfang war relativ flach, ein kurzer Anstieg und eine nette Abfahrt, die leider sehr harschig war, was meiner Bindung nicht gefiel. Die verbleibende Sonne nutzten wir zum Piepssuchen, bevor wir uns auf dem Rückweg zur Hütte machten.
Der dritte Tag bescherte uns eine wundervolle Tour: Die Lawinenwarnstufe war nunmehr eins, das Wetter weiterhin fantastisch. So fuhren wir zuerst zum Oberen Eissee (2080m) ab und stiegen dann über den Hallstätter Gletscher zur Austriascharte (2704m) auf. Dort schnallten wir unsere Ski auf die Rucksäcke und hoch ging es die Leiter, durch den Stollen durch und schwups waren wir auf der anderen Seite des Bergmassivs. Die Überwindung über die Schneewechte in den doch sehr steilen (teilweise knapp 40°C) Hang reinzufahren war sehr groß. Vor allem hatte ich immer noch kein Vertrauen in meinen Ski und die Bindung. Es ist unglaublich wie Angst die Muskeln lähmen kann. Im Nachhinein war es aber natürlich genial! Am Ende des Tals, auf ca. 2000m fellten wir wieder an und stiegen den Hang wieder auf. Wir waren ziemlich flott unterwegs, wobei die Sonne so knallte, dass die Felsen nach zwei drittel der Strecke zum rasten einluden. Jetzt waren die Bedingungen genial zum Abfahren (leicht aufgefirnt), aber wir mussten ja zurück. Nach dem Ausflug ins Edlgrieskar wurden wir mit einer weiteren Abfahrt über den Hallstätter Gletscher zurück zur Hütte belohnt. Panorama nach Osten
Am Tag 4 wollten wir eigentlich auf den Hohen Dachstein und hatten extra Klettersteigset und Steigeisen im Gepäck. Der Weg führte an der Westflanke des Geltschers entlang. Das Wetter war immer noch genial, nur der Wind wurde eisig und stärker. So stiegen wir an der Nordwand in den Klettersteig ein. Leider war das Fixseil teilweise verschneit und obwohl Peter ein Seil dabei hatte, entschied er umzudrehen. So mussten wir uns damit begnügen, das Gipfelkreuz gesehen zu haben, aber nicht oben gewesen zu sein. Schade, aber so muss ich eben noch mal zurück. Nach einer fantastischen Abfahrt über den Gletscher zurück zum Eissee, übten wir noch mal die Piepssuche bzw. ließen die Jungs ein Biwak graben. So waren Jenny und ich schon früh auf der Hütte zurück und kamen dann in den überraschenden Genuss einer Massage mitten auf dem Tisch. Manchmal hat man eben Glück. Nach einem gemütlichen Abend, bei dem wir den Zirbenschnaps probieren mussten, war der Kurs schon fast zu Ende.
Der fünfte Tag brachte den angekündigten Wetterumschwung. Beim Start sah man nicht viel, so stiegen wir Richtung Hohen Trog auf, um dann zur Gjaidalm, hauptsächlich auf der Pistenraupenspur, abzufahren. Von dort wartete die Piste vom Krippenstein auf uns. Der Schock waren die vielen Leute, die dort unterwegs waren, aber die Abfahrt war einfach nur schön. Somit ging der Kurs etwas früher als erwartet zu Ende, aber mit unglaublich viel mehr Spaß als erwartet.
Über die Hütte und das Gebiet erfahrt ihr hier mehr.

Freitag, 16. November 2007

Links, die sich lohnen

Ihr wisst nicht, wo Ihr hinwollt?
Tourentipps:
Klettertopos:
Was man sonst noch brauchen kann:
Wissenswertes zu Lawinen:
Wetter:
Alpinve Vereine:
Sonstiges:
Falls Ihr noch Seiten kennt, die einem das Planen erleichtern, freuen wir uns über Post!

Montag, 15. Oktober 2007

Goldener Herbst

Montags versprach der Wetterbericht noch ein traumhaftes Wochenende. Um so näher dieses allerdings rückte um so mehr Wolken wurden vorhergesagt und so entschieden wir uns erst am Samstag ins Tannheimer Tal zu fahren um am Gimpel und der Roten Flüh klettern zu gehen.
Als wir also am Samstag morgen um 6 Uhr in München aufbrachen zeigt der Himmel zwar Wolken, aber der Mond war doch zu sehen und so waren wir guten Mutes auf ein wunderschönes Kletterwochenende. Um so mehr wir uns allerdings unserem Ziel näherten um so hässlicher wurde das Wetter, Nebel und Regen ließen unsere Stimmung immer mehr sinken.
Am Parkplatz hatte sich an dem Wetter rein gar nichts geändert. Wir entschlossen uns trotzdem zum Gimpelhaus aufzusteigen. Dort harten wir dann noch 2 Stunden aus und entschieden uns schließlich auf alle Fälle mal zur Wand aufzubrechen, vielleicht würde es ja wie vom Wetterbericht angesagt doch endlich aufreißen.
Wir erreichten schließlich eine Wand, ja eine Wand, denn in dichtem Nebel direkt vor der Wand zu stehen macht es wirklich schwierig herauszufinden wo um alles in der Welt man sich befand. Aber manchmal hat man halt auch ein bisschen Glück und als es für zwei Minuten aufriss konnten wir endlich feststellen wo wir uns befanden und uns etwas zielgerichteter auf die Suche nach unserer Route der Westwandrampe an der Roten Flüh zu machen.
Dort saßen wir dann noch ein halbes Stündchen herum in der Hoffnung auf Wetterbesserung und nachdem es immer wieder kurz aufzog entschieden wir uns zum Einstieg.
Eine leichte aber sehr nette Route, die keine wirklichen Schwierigkeiten barg, bis es hieß mit Rucksack in einem Kamin unter einem Stein hindurchzuschlüpfen. Da waren wir dann doch einfach zu dick!
Am Gipfel bot sich uns dann leider wirklich gar kein Ausblick. Um uns herum grau in grau. Ein bisschen Zeit blieb aber noch bis es dunkel wurde und so machten wir uns auf zur Zeit zum Klicken, zwei Seillängen im 5 Schwierigkeitsgrad. Der erste Stand war zwar leider nicht zu finden und so bedeutet es für Basti den Vorsteiger ordentlichen Seilzug nach 50m, ansonsten bot die Route aber wunderschöne Kletterei perfekt abgesichert. Und als der Nebel kurz herauszog konnten wir einen traumhaften Augenblick über den Wolken erleben und endlich erkennen wo wir uns befanden.
Am nächsten Tag waren wir die ersten die um sieben Uhr die Hütte verließen und hatten so die Möglichkeit einen absolut einzigartigen Morgen zu erleben, über den Wolken ging langsam die Sonne auf – nur warm war es wirklich nicht. Wir stiegen in den Westgrat am Gimpel ein und konnten die Erfahrung machen wie es war wenn Füße und Finger innerhalb der ersten 5 Klettermeter völlig taub frieren. Man sollte im Oktober so früh morgens wirklich nicht in eine Westwand einsteigen. Zum Glück waren wir auf dem Grat unterwegs und hatten so immer wieder die Möglichkeit die Nase in die Südwand und damit in die Sonne zu strecken. Anfangs boten sich kleine Standfindungsprobleme aber ansonsten war es schöne leichte Kletterei.
Schließlich erreichten wir dann auch „Nur Mut Johann“ eine 6 Stelle oder eben in technischer Kletterei A1. Also wurden Trittschlingen eingehängt. Man merkte schnell, dass an der Stelle schon viele Leute viel Zeit verbracht hatten. Kein anderer Teil der Route war so abgespeckt, wie der Stein von dem man in die Schlinge trat. es kostet mich schon einige Mühe meine Füße dort oben hineinzubekommen, aber im Nachstieg ist die psychische Belastung ja nie so schlimm.
Auf dem Gipfel genossen wir noch den Ausblick bevor es zu einem eher unspassigen Abstieg ging.
Es war erst zwei Uhr und so wollten wir noch den Hüttengrat gehen, 5 kurze Seillängen.
das Klettern war wirklichen wunderschön, und ein echter Genuss. So waren wir recht flott unterwegs und erreichten auch bald die Abseilstelle. Leider ging das Abseilen in einer Rinne über relativ flache Wiesen und so war nicht viel mit Sielrunterschmeißen. Es wurde auch ernsthaft kalt dort im Schatten und bis wir alle drei uns Abgeseilt hatten dauerte einfach eine Ewigkeit, wobei wir trotz aufpassen Unmengen des losen Gesteins hinunterschmissen.
Irgendwann waren wir endlich unten, machten uns auf um noch schnell ein Radler zu trinken und erreichten schließlich schon im Dämmerlicht das Auto.
Nach einem schlechten Stadt hatte der Sonntag uns doch noch etwas vom goldenen Herbst gebracht.