Dienstag, 14. August 2007

Der vierte Tag: Karwendelhaus - Hallerangerhaus

Endlich Berge! Zum Frühstück um 7:00 war die Gaststube ähnlich voll wie am Vorabend. Glücklicherweise bekamen wir unser Frühstück schnell und konnten um 7:30 starten. 900 hm Aufstieg zum Schlauchkarsattel standen uns bevor. Der Aufstieg begann sehr direkt und steil durch die Lawinenverbauungen. Danach wurde es etwas sanfter bevor es wieder mächtig anstieg. Typisch für das Karwendel ist die Schotterwüste. Das bedeutet, dass man leicht zurückrutscht. Auf halben Weg haben wir unsere Stöcke ausgepackt, die uns das Leben eindeutig leichter machten. Nur die letzten 200 hm mussten wir in der Sonne gehen. Gut, dass wir so früh unterwegs waren. Außerdem war vor uns fast keiner unterwegs. In der Scharte war es sehr kühl, aber ein wunderschöner Ausblick belohnte uns, solange wir auf die Jungs warteten. Das Wetter war genial. Der Weg zur Birkkarspitze war großteils drahtseilversichert. Dort oben bot sich uns geniales: Keine einzige Wolke am Himmel! Wir ließen den Blick schweifen, von den Hohen Tauern (sogar der Glockner leuchtete!) über die Tuxer und Ötztaler bis zum Arlberg. Auch die Zugspitze und die Bayerischen Voralpen waren wunderschön zu sehen. Alexis konnte sich kaum losreißen. Schlauchkar
der einzige Schnee
Hier hatten wir den ersten Blick auf den Tuxer Gletscher, in einigen Tagen wollten wir dort selber sein.
Was nun folgte war natürlich der Abstieg: 1500 hm hieß es, runter zu gehen. Der erste Teil war drahtseilversichert und ging steil bergab. Zwischendurch gab es ein schönes Geröllfeld in dem man abfahren konnte, doch blieb noch viel Weg vor uns. Mein Bein schmerzte. Auf halben Weg, kurz hinter dem Bach hatten uns die Wiesen wieder. Dort machten wir erst mal gemütlich Mittagspause. Auf dem restlichen Abstieg kam der Gedanke in mir auf, abbrechen zu müssen, ich hatte solche Schmerzen. Aber wie so häufig ist man irgendwann unten und dann wird alles besser. An der Kastenalm legten wir noch mal eine kurze Pause ein, die frische Buttermilch musste einfach probiert werden. Es war auch noch relativ früh am Tag und es warteten nur noch die 300 hm zum Hallerangerhaus auf uns, die wie so häufig, über einen Fahrweg führten.

  • Birkkarspitze: höchster Berg des Karwendels mit 2749 m
  • Höhenmeter: 1581
  • Entfernung: 14 km
  • Gehzeit: ca. 7 h

Der dritte Tag: Vorderriß - Karwendelhaus

Heute sollten wir endlich in die richtigen Berge kommen und damit die Etappen auch etwas anstrengender und länger werden. Bis es allerdings so weit war, mussten wir noch nach Hinterriß. Und da wir ja schließlich zu Fuß unterwegs waren, war die Möglichkeit mit dem Bus dorthin zu fahren natürlich keine Alternative. Trotz meiner Knochenhautentzündung, die sich am Vortag bemerkbar gemacht hatte, war also laufen angesagt. Der Weg nach Hinterriß war grausig beschrieben: Straße mit viel Verkehr. Zum Glück stellte sich das als halb so schlimm heraus. Einen Großteil der Straße konnte man über Forstwege umgehen, was zwar kein Hochgenuss war, aber auch keinen Unterschied zu den ersten beiden Tagen darstellte. Lediglich ein kleines Stück bei der Oswaldhütte bis zur Staatsgrenze mussten wir an der Straße laufen. Hierbei kam uns ein Kleintransporter mit Münchner Kennzeichen und der Aufschrift „Filmrequisiten“ entgegen, der die Straßenbegrenzungspfosten abmontierte. Trotz Alexis Gerechtigkeitssinn konnten wir nicht klären, ob das legal war, die Polizei wusste nichts. Die Straße
Nach Hinterriss ging es dann endlich bergauf: Zuerst führte uns ein weiterer Forstweg bergauf, der dann aber in einen wunderschönen Steig mündete und uns ins Johannestal brachte. Die Auswirkungen des Hochwassers von vor zwei Jahren waren im gesamten Rißtal gut sichtbar: Versandungen in der Ebene, weggerissene Wege und Erdrutsche in den Hängen.
Leider mündete dieser schöne Weg viel zu schnell auf den Forstweg, der die Almen im Johannestal mit der Außenwelt verbindet. Dieser Weg bot leider nicht viele schöne Stellen zum jausnen, so machten wir es uns in der Sonne neben dem Weg im Gras gemütlich. Viele Leute waren unterwegs, aber wir hatten bereits gehört, dass das Karwendelhaus voll sein sollte. Immerhin wurde das Panorama zusehends alpiner.
Der Blick zurück Es wird dunkel...
Doch leider wurde dem erst der Weg ab dem Hermann-von-Barth-Denkmal (Erstbesteiger vieler Karwendelgipfel) gerecht. Über schöne Almmatten schlängelte sich der Weg hinauf, der endlich das Prädikat „Wanderweg“ verdiente. Und das Karwendelhaus war voll: Ein volles Massenlager stand uns bevor, das Abendessen in der Gaststube war mehr als kuschelig. Es sollte nicht unsere Lieblingshütte werden, obwohl das Panorama von hier oben einfach herrlich ist.

  • Höhenmeter: 1195
  • Entfernung: 24 km
  • Gehzeit: ca. 6:15 h

Der zweite Tag: Tutzinger Hütte – Vorderriß

An unserem zweiten Morgen wurden wir von stetigem, starken Rauschen geweckt – es regnete. Und das mit der Sicht war auch nicht weit her. Der Nebel hing tief hinunter und von der Benediktenwand war nicht viel zu sehen.
Während des Frühstücks war die Entscheidung dann schnell getroffen, dass wir nicht auf die Benediktenwand gehen wollten. Der Umweg von einer halben Stunde lohnte einfach nicht, wenn man von der Umgebung nichts sehen konnte und so machten wir uns nach einem kurzen Aufstieg auch direkt auf den Weg nach Jachenau.
Dort ging es zunächst recht steil bergab, komische Geräusche kündigten uns auch schon Waldarbeiten an und so war es nicht verwunderlich, dass wir kurz darauf auf eine Umleitung geschickt wurden.
Wir hatten schon die Befürchtung, dass uns somit der landschaftliche schönere Abstieg in die Jachenau entgehen würde und wir mit der Forststraße vorlieb nehmen müssten. Aber wir hatten Glück und so führt uns der Weg bald darauf an einen wunderschönen Fluss mit kleinen und größeren Wasserfällen.
Wir durchquerten einige Zeit später Jachenau und machten es uns kurz darauf auf einer Bank gemütlich für die Mittagspause. Leider wurde diese von einem kurzen, übrigens dem ersten seit wir los gelaufen waren, Schauer unterbrochen.
Es blieb aber bei einem Schauer und bei dem darauf folgenden Anstieg zur Luipolder Alm wurde es uns dann doch so warm, dass wir jede Menge unserer Klamotten wieder ausziehen mussten.
Dort oben ging es über schöne, saftig grüne Wiesen, bevor es an den letzten steilen Abstieg nach Vorderriß ging.
Dort erreichten wir den Gasthof Post recht früh am Tag und nachdem wir in aller Länge die dortige Dusche genossen hatten, ließen wir den Tag mit einem ausgiebigen Sonnenbad (naja es gab da schon so ein paar Wolken) am Flussufer (um genau zu sein auf dem steinigen Flussbett) ausklingen (die Erinnerung verzerrt einfach ein wenig den Blickwinkel).

  • Höhenmeter: 884
  • Entfernung: 22km

Der erste Tag: Bad Tölz - Tutzinger Hütte

Wir waren da und es sollte losgehen: Nach einem gemütlichen Abendessen beim Italiener, den uns unsere Wirtin (Gästehaus am Kurpark, kann ich nur weiterempfehlen) empfohlen hatte (und obwohl sie keine Provision bekommt, schickte sie alle ihre Gäste dorthin), blieb uns nichts anderes mehr übrig als loszugehen: Alexis, Anja, Ansa und Niko wollten also zu Fuß über die Alpen.
Eigentlich wollten wir ja früh los und nach dem Frühstück um 7:00 stand dem auch nichts mehr im Wege, dachten wir. Doch leider war Nikos Käppi gerissen und das Nähzeug fand sich nicht so schnell. So starteten wir erst um 8:45. Klein-Kairo
Der Weg führte bis Arzbach an der Isar entlang, eigentlich total langweilig, aber nicht unlustig: Hans und Klaus überholten uns hier mit dem Rad, ihr Ziel war Venedig, also sollten wir sie noch häufiger wieder sehen. Wir machten noch einen kleinen Abstecher zu „Klein-Kairo“, ein Meer aus Steinpyramiden an einem Isarstrand. Anja stellte ganz richtig fest, dass da wohl jemandem richtig langweilig gewesen sein musste, erst später entdeckten wir, dass der Erbauer persönlich in der Ecke saß *g*. Somit waren zumindest die Fettnäpfchen für diese Tour aus der Welt.
Nach Arzbach sollte es dann endlich mal bergauf gehen. Wir hatten uns für diese Variante entschieden, da das Wetter nicht übermäßig toll war, wir am nächsten Tag sowieso über den Sattel der Benediktenwand mussten und wir keine Lust hatten, der Isar weiter zu folgen. Leider war auch dieser Weg alles andere als toll: Zuerst mussten wir über eine kleine Straße, die zu einem Wanderparkplatz führte und leider relativ befahren war (es war Sonntag). Danach ging es immerhin auf einem Forstweg weiter, was für ein Fortschritt! In einem Talboden machten wir Mittag. Die Rucksäcke waren eh viel zu schwer und für die ersten Tage hatten wir Vesper dabei. Ich hatte 12 kg auf dem Rücken, Anja sogar noch 1 – 2 kg mehr, Alexis Rucksack war erstaunlicherweise der leichteste, obwohl der größte.
Nur auf den letzten 150 hm wurden wir den Forstweg los. Dort ging es steil über einen kleinen Steig auf einen Sattel, bevor es zur Tutzinger Hütte nur noch bergab ging. Anja und der Harry
Wir waren schon um 14:15 auf der Hütte, aber die Etappe war bewusst kurz gewählt, schließlich wollten wir uns erst einlaufen und nicht dieselben Fehler noch mal begehen. So hatten wir auch genug Zeit, uns anderen Dingen zu widmen: Alexis hatte den Harry Potter eingepackt. Und da wir alle an unterschiedlichen Stellen im Buch waren und es eigentlich keinen Sinn machte, den als ganzes Buch bis zum Ende mitzuschleppen, nahm Anja kurzerhand die Nagelschere zur Hand und teilte das Buch unter den verdutzten Blicken der anderen Wanderer.
Neben Hans und Klaus haben wir hier auch schon Manfred und Inge getroffen, die ebenfalls auf dem Weg nach Venedig waren und die wir noch desöfteren wieder sehen sollten.
Obwohl die Tutzinger Hütte eine leicht erreichbare Hütte ist, waren nicht so viele Gäste hier und es war eine sehr schöne Atmosphäre, was vor allem an den Wirten Hans und Toni lag.

  • Höhenmeter: 880
  • Entfernung: 18 km
  • Gehzeit: 4:45 h

Sonntag, 22. Juli 2007

Der Säntis

Zur Vorbereitung unserer Alpenüberquerung stand eine Testtour auf dem Programm. Vor allem unsere Mitstreiter sollten sehen, was sie sich vorgenommen haben. Nachdem Niko um halb fünf mit dem Nachtzug in Karlsruhe angekommen war, ging unsere Reise los. Wir kamen gut voran und konnten unsere Tour an der Schwägalp um viertel nach acht beginnen. Vorteil des Aufstiegs ist, dass die Wand bis zur Tierwieshütte im Schatten liegt. Der Weg geht sehr direkt bergauf, d.h. man nimmt bei wenigen Kilometern viele Höhenmeter mit. Los war einiges, jung und alt quälte sich hoch, doch viele blieben auf der Tierwieshütte. Nach den 700 Höhenmetern machten wir eine kleine Pause, wir kamen jetzt nicht nur in die Sonne, sondern auch der Wegverlauf änderte sich. Anstatt auf einem ausgetretenem Weg gingen wir teilweise über Schnee und Fels weiter: Der Schnee machte es angenehm kühl, denn die Sonne knallte ziemlich. Anja zog uns allen davon. Das letzte Stück vor dem Gipfel ist einfacher Klettersteig, bevor man üben einen Tunnel auf den Gipfel kommt. Der Gipfel ist leider total verbaut. Trotzdem genossen wir in relativ ruhiger Umgebung (eine Seilbahn bringt viele Leute auf den Gipfel) die Aussicht. Erstaunlicherweise war es nahezu windstill, so dass wir sogar eine Gipfelrast einlegten. Aufstieg
Der Säntis
Nach der Pause ging es wieder den Klettersteig bergab bevor wir dann den Grat am Säntismassiv entlang in Richtung Ebenalp wanderten. Hier ging es wieder erst durch Fels und ein Schneefeld, danach durch teils grüne Matten, teils Fels am Hang entlang. Der Schnee leuchtete, wir schwitzten. Am Schäfler wartete eine riesige Apfelschorle auf uns. Damit war unser Tagesziel fast geschafft: Die 20 min zur Ebenalp glichen eher einer Touristenwanderung auf breitem Kiesweg.
Nachdem wir den Abend und die untergehende Sonne auf der Terrasse genossen hatten, wartete ein Matratzenlager nur für uns. Am nächsten Tag mussten wir wieder zurück zur Schwägalp. Wir wählten den Talweg, angesichts der Hitze vielleicht nicht die beste Entscheidung. Die Berge und Bäume spendeten kaum Schatten und wir waren froh, als wir nach 3 Stunden wieder an der Schwägalp waren. Die Tour an einem wunderschönem Berg mit gigantischem Panorama, der leider sehr verbaut ist, ließen wir am Bodensee bei einem Eis ausklingen.
Tourverlauf:
  • Schwägalp (1352 m.ü.M) - Tierwieshütte - Säntis (2502 m.ü.M)
  • Säntis - Schäfler - Ebenalp (1644 m.ü.M)
  • Ebenalp - Potersalp - Schwägalp

Weitere Weginformationen gibt es hier

Mittwoch, 18. Juli 2007

Zwei Wochen durch Skandinavien

Zum Abschluss eines tollen Jahres stand noch eine ausgedehnte Reise auf dem Programm. Diesmal waren wir allerdings nicht zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, sondern mit dem Auto. Hat den Vorteil, dass man bei den weiten Entfernungen in Skandinavien trotzdem einiges zu sehen bekommt. Unsere Tour führte Stephan und mich direkt vom Stora Le weiter zum Laxsjön. Dort konnten wir bei Bombenwetter einen weiteren herrlichen Sonnenuntergang Schwedens genießen. Der zweite Tag führte uns über Karlstad nach Falun. Falun, eine alte Bergarbeitersiedlung, hat sich in den letzten Jahrzehnten herausgeputzt und bietet neben der Grube eine schöne Innenstadt. Am dritten Tag zogen wir weiter nach Mora an den schönen Siljansee. Dieser See gilt als einer der schönsten Seen Schwedens und so hat er sich uns auch gezeigt: In den Hügeln von Dalarna eingebettet, präsentieren sich die Dörfer in der typischsten Art Schwedens: Rote Häuschen wohin man blickte und so wohlklingende Namen wie Siljansnäs oder Leksand. Speicher in Trondheim
Nach einem Ruhetag in Mora ging es am fünften Tag, mit Eva im Gepäck, weiter nach Norden. Von den lieblichen Hügeln Dalarnas näherten wir uns nun der Fjällgegend vom Jämtland. Unser Ziel war Östersund. Herrlich am Storsjön gelegen, konnte man hier schon den Blick auf das noch schneebedeckte Fjäll genießen. Zu dieser Jahreszeit geht zwar die Sonne um kurz nach elf unter, dunkel wird es aber nicht mehr. Am sechsten Tag unserer Reise wollten wir endlich nach Norwegen: Von Östersund aus fuhren wir direkt nach Westen weiter, über Åre, das im Sommer nicht annähend so viel bietet wie im Winter (ok, es war Vorsaison), vorbei an den weißen leuchtenden Bergen, war Trondheim das Tagesziel. Nach einem ausgedehntem Stadtbummel, der uns die Schönheit der Stadt näher brachte, zogen wir am siebten Tag weiter nach Süden. Leider war uns der Wettergott nicht mehr ganz so wohl gesinnt, wobei uns die Abkühlung auch entgegen kam. Die Landschaft Norwegens präsentierte sich doch ganz anders als die Schwedens. Am Trollstigen entschieden wir uns, diesmal auf das Zelt zu verzichten und auf eine Hütte umzusteigen, da es doch sehr regnete und außerdem ziemlich kalt wurde. Trollstigen
Glück hatten wir am nächsten Tag, als wir den Trollstigen Richtung Süden fuhren und einen wunderbaren Blick, wenn auch wolkenverhangen, auf das Tal hatten. Eine viertel Stunde später sah man nicht mal mehr 10 Meter weit und es schneite wild. Zum Glück besserte sich das Wetter wieder und als wir am Geirangerfjord ankamen, sah man immerhin den Fjord mit dem berühmten Wasserfall. Danach fuhren wir noch bis Bergen weiter.
Den neunten Tag verbrachten wir komplett in Bergen. Wir hatten Glück und besuchten Bergen an einem der 90 Nicht-Regentage. Wenn die Sonne scheint, ist diese Stadt wunderschön. Zum Sonnenuntergang machten wir uns noch auf den Weg zum Ulriken, dem höchsten Berg um Bergen. Von dort aus hatte man einen herrlichen Blick über die Stadt und den Fjord, sogar auf das offene Meer. Vom Ulriken in Bergen
Der zehnte Tag führte uns, endlich wieder bei herrlichem, heißem Sommerwetter zum Hardangerfjord. Dieser ist sehr breit und lang, von oben leuchtete der Schnee. Kurz vor Eidfjord setzten wir über, dort genossen wir Sonne am Wasser mit Schnee im Hintergrund. Der Weg führte uns weiter zum Vöringfossen, einem wirklich beeindruckenden Wasserfall. Dort machten wir einen kleinen Ausflug ins Fjäll, bevor es über dieses im Schnee weiter Richtung Geilo, dem Tagesziel ging.
Am elften Tag erreichten wir Oslo und genossen den Sonnenuntergang am Fjord, direkt neben dem Campingplatz. Leider war dann der nächste Tag in Oslo regnerisch. Wir waren doch alle ein wenig von der Stadt enttäuscht, im Gegensatz zu Trondheim und Bergen hat Oslo wenig Charme, auch wenn es viel größer ist. Am zwölften Tag machten wir uns, schon wieder bei gutem Wetter, auf den Weg zurück nach Schweden. Kurz vor der Grenze besuchten wir Halden, eine norwegische Festung, die wirklich beeindruckend war: Auf dem Berg oben thronte sie und war sogar noch bis 1905, also bis zur Teilung Schwedens und Norwegens in Betrieb. Schön war es wieder, über die Grenze zu fahren: Die Schilder, die Schreibweise, die Aussprache, alles kam uns so vertraut vor. Der Bohuslän lud uns ein, an seiner wunderschöner Küste Pause zu machen.
Der 13. Tag war Göteborg gewidmet. Auch in Schweden gilt, dass die kleineren Städte mehr Charme haben. Wir genossen den Tag bei herrlichem Sonnenschein: Der Järntorget lud zum Frühstück ein, Haga zum Fika und Klippan zum Sonnenuntergang. Nach vierzehn Tagen war alles vorbei, der Weg führte uns über den Vänern zurück nach Stockholm.

Montag, 16. Juli 2007

Klettern – Schriesheim Steinbruch

Endlich mal wieder draußen klettern. Eigentlich wollten wir uns ja aufmachen zum Battert, aber da unsere Ausrüstung und auch unsere Kenntnisse nicht so wirklich viel in Richtung Friends und Klemmkeile hergeben, entschieden wir uns kurzer Hand für den Steinbruch in Schriesheim.
Und diese Entscheidung sollten wir nicht bereuen. Leider schafften wir es nach ausgiebiger Terassenparty am Vorabend nicht wirklich früh los zukommen und so war es bei Traumwetter doch schon fürchterlich heiß im Steinbruch.
Dieser erstreckt sich über 4 Stufen mit verschiedenen Bereichen. Wir stürzten uns auf die 3 Stufe, weil es dort recht viel im 5. Grad gab.
Leider waren wir auch nicht die einzigen dort und so brauchten wir eine ganze Weile, um eine freie Route zu finden. Schließlich entschieden wir uns für die Petra (5+), die direkt moralisch anspruchsvoll mit dem ersten Hacken nach ca. 8 m war. Zum Glück gab es noch einen Haken aus der Nachbarroute, wo man dann ein wenig zick-zack Seilverlauf legen konnte. Gerrit machte sich auch sofort mit Begeisterung an den Vorstieg.
Weiter ging es dann mit der Blutigen 4 die aber auch eine 5+ ist, eine wirklich sehr schöne Route mit herrlichem Ausblick ins Tal, zwischenzeitlich ein wenig arm an Griffen, dafür sehr schöne Tritte.
Es folgte der Hans-Nix-Gedächtnisweg mit einem wirklich interessanten Einstieg der von kleinen Leuten vollen Körpereinsatz fordert. Danach war Ansas Begeisterung und Kraft für den heutigen Tag am Ende, so dass wir ohne sie noch zwei schöne Routen im 5 Schwierigkeitsgrad machten, die Traumfrau und die Fledermaus.
Dann ging es an den Abstieg und wir saßen keine fünf Minuten im Auto als es anfing zu regnen. Ein wirklich wunderschöner Tag mit spitzen Routen.


Steinbruch Schriesheim
oder auch hier

Sonntag, 8. Juli 2007

Kanu fahren auf dem Stora Le

Stephan war zum Kanu fahren bei den Großeltern von seinem Mitbewohner eingeladen und ich konnte ihn dorthin begleiten. Der Stora Le liegt an der Westküste, in der Nähe der norwegischen Stadt Halden. Schon die Anfahrt war gigantisch: Wir hatten bestes Wetter und die Straßen oder vielmehr Wege führten uns direkt in die „Pampa“. Eine Sommerstuga, wie man es sich nur träumen lassen kann: Scheune, Stuga und Lilla Stuga, dazu ein riesiger Garten, eigene Quelle (fließend Wasser und Strom gibt es nicht).
Am nächsten Morgen zogen wir los: Nachdem das Kanu gepackt war, mussten wir erst noch die Höhenmeter zum Wasser überwinden. Von der Anlegestelle bei Stenvallen stachen wir in See, Richtung Norden nach Furustad. Die ca. 10 km legten wir ziemlich gemütlich zurück, trotzdem waren wir gegen Mittag dort. Möglichkeiten, unterwegs auszusteigen, fanden wir nicht wirklich, das Ufer ist sehr felsig und bewaldet. Die Ausstattung rund um den Stora Le ist aber ziemlich gut: Der Windschutz sah sehr stabil aus, den zogen wir auch gleich dem Zelt vor, und die Feuerstelle versprach Gutes für den Abend. Nach kurzen Erkundungen in der Umgebung paddelten wir noch zur anderen Seite des Sees. Der erste Urlaubstag war aber doch eher vom Ausspannen und Genießen geprägt. Abends bekamen wir noch Besuch von zwei weiteren Kanuwanderern. Das Wetter war schön und warm, aber das Wasser eiskalt. Baden war wirklich ausgeschlossen. Der Abend am Feuer war dagegen lau und wir genossen das unbeschreibliche Licht eines schwedischen Sonnenuntergangs. Furustad
Furustad
Das Licht...
Unser zweiter Tag führte uns wieder zurück nach Süden auf die Skotön. Unterwegs brannte die Sonne und Schatten sucht man auf dem Wasser vergebens. Wir trafen einige andere Boote, Kanus und Kajaks, die alle Richtung Norden unterwegs waren. Auf Skotön gab es ebenfalls einen Windschutz mit Feuerstelle. Diesmal blieben wir auch alleine und uns war ein wunderschöner Sonnenuntergang vergönnt. Was für ein Sonnenuntergang
Der dritte Tag sollte uns nur noch zurück nach Stenvallen führen, das war eine Tour von einer halben Stunde, einmal quer über den See. Dort wurden wir auch schon bei herrlichstem Sonnenschein von den Großeltern empfangen. Das bin ich ;-)Nachdem wir das Kanu auf dem Traktor verstaut hatten, fuhren wir diesmal etwas komfortabler auf der Pritsche mit nach oben. Da in Schweden Nationalfeiertag war, war bei allen Stugor geflaggt.
Dals-Ed

Samstag, 7. Juli 2007

Hochkalter und Watzmann

Da gab es doch tatsächlich noch ein unverplantes Wochenende und so entschieden Gerrit und ich uns dafür auf den Hochkalter zu steigen und die Watzmannüberschreitung zu machen.

Freitag
Nachdem ich meine Sonnenbrille in Karlsruhe vergessen hatte und noch mal 50km zurückgefahren war, schaffte ich es um halb drei endlich in München zu sein. Von da aus war der Weg ins Berchtesgadener Land dann nicht mehr weit, auch wenn wir noch einen kleinen Umweg fahren mussten, weil der normale Weg nach Ramsau gesperrt war.
Aber schließlich konnten wir uns an den Aufstieg machen und schafften die knappen 1000hm bis zur Blaueishütte in 1 ½ Stunden statt der angegebenen 2 ½.
Dort gab es dann auch schon das Abendessen. Essen ist auf der Blaueishütte sowieso ein absolutes Muss und vor allem an der wahnsinns Auswahl von Kuchen kann man einfach nicht vorbeigehen. Nach dem Essen entschieden wir uns noch eine Runde die Sportkletterrouten um die Blaueishütte zu erkunden. Es dauerte etwas bis wir die Route fanden, weil wir einfach keine Hacken entdecken konnten. Wie sich herausstellte, gab es auch einfach keine, stattdessen alte Seilstücke und Bandschlingen, die durch Löcher im Fels gezogen waren. Schon eher ein bisschen abenteuerlich, aber da die Route nicht so schwere war, entschied sich Gerrit das man da ruhig vorsteigen könnte.
Danach ging es dann auch ins Bett schließlich hatten wir am nächsten Tag noch einiges vor.

Samstag
Der erste Blick aus dem Fenster verhieß schon nichts Gutes. Vom Hochkalter war nichts zu sehen und der Nebel hing tief bis in den Blaueisgletscher. Wir genossen erstmal das tolle Frühstück und entschieden uns dann doch mal los zulaufen. Der Hüttenwirt hatte uns noch den Weg für das letzte Stück über den Grad zum Gipfel erklärt, nicht ganz so einfach zu finden.
Tja und bei 2170hm, gerade die Felsstufe im Gletscher überwunden, zog der Nebel von oben tiefer und vom Tal her zog es nun auch hinein. Wir hatten wirklich keine Lust uns beim Gipfelaufschwung im Nebel zu versteigen und entschieden uns schweren Herzens zum Abstieg.
So mussten wir uns in der Blaueishütte noch mit Kuchen voll stopfen, um unsere Laune ein bisschen zu bessern und stiegen dann ab ins Tal.

Aber damit sollt unser Tag noch nicht zu Ende sein, denn da fehlten noch die 1300hm Aufstieg zur Watzmannhütte. Eigentlich hatten wir uns nach dem flotten Aufstieg zur Blaueishütte entschieden, es etwas gemütlicher angehen zulassen. Aber man kann sich ja nun wirklich nicht von Mountainbikern abhängen lassen, es waren langsame Mountainbiker und schon gar nicht von anderen Wanderern überholen. Da war uns wohl doch ein wenig der Ehrgeiz im Weg und so schafften wir es in 2 ½ Stunden bis zur Hütte. Dort merkte man dann sofort, dass es hier doch ein wenig touristischer war, erst zahlen, dann wird einem das Lager gezeigt.
Der Abend verhieß dann schon Besseres für den nächsten Tag, denn der Nebel zog raus und es zeigte sich ein strahlender Abendhimmel.

Sonntag
Der Plan war eigentlich um 6 Uhr als erste beim Frühstück zu sitzen und dann schnell los, damit nicht so viele auf dem Grat vor uns wahren. Die Nacht war eher unruhig, da wir direkt neben der Tür schliefen und ständig jemand raus und rein kam. Ab halb fünf wurde es dann auch draußen ziemlich unruhig und die ersten brachen auf. Da hätten wir wohl doch früher aufstehen sollen. Nachdem wir gepackt hatten, entschieden wir uns, uns nicht in die Frühstücksschlange einzureihen sondern direkt aufzusteigen. Und es zeigte sich gleich, dass wir gestern was getan hatten und so ganz ohne Frühstück war das auch nicht so einfach mit dem schnell bergauf laufen. Da half auch der Müsliriegel nicht viel. Wir kamen uns zwar vor, als würden wir schleichen und rückwärts gehen, aber die Zeit zeigte, dass es gar nicht so schlimm war. So erreichten wir trotz Frühstückspause auf halbem Weg den Gipfel des Hocheck nach 2 Stunden. Der Weg dorthin war zeitweise trotz guter Markierung schwer zu finden und so fanden wir uns immer wieder abseits nach dem nächsten Zeichen suchend.
Schnell Klettersteigzeug an und Helm auf und weiter ging es. Vor uns betrat gerade eine größere Gruppe ohne Klettersteigset und vor allem ohne Helm den Grat. Beziehungsweise wir steckten zwischen ihnen. Deren Tempo war aber voll ok und so erreichten wir kurz darauf die Mittelspitze (mit 2713m). Von dort ging es dann weiter über den sehr schönen Grat, mit Blick auf die umliegenden Berge und den Königssee im Tal, zur Südspitze. Bis dahin eine wirklich schöne Tour. Nach Gipfelrast machten wir uns dann an den Abstieg ins Wimbachtal. Und da kamen dann so langsam die Zweifel an der Schönheit dieser Tour auf. Zwei Stunden Abstieg durch zum Großteil Schotter, meist eine dünne Auflage auf Fels und das ganze wirklich, wirklich Steil. Dafür war die Wegfindung nicht ganz so ein Problem wie befürchtet. Es war trotzdem ganz weit weg davon, ein Vergnügen zu sein. Wir waren furchtbar froh, als wir endlich das Tal erreichten und machten erst einmal eine Pause, auch wenn die Wimbachgrieshütte nicht mehr weit entfernt war. Dort stärkten wir uns dann später noch mit Apfelschorle und Kuchen bevor es das letzte Stück gemütlich aus dem Tal zum Auto ging.
Eine wirklich nette Tour, bis es zum Abstieg kommt. Das Klettersteigset haben wir nicht gebraucht, aber wie man bei dem ganzen Schotter und den losen Steinen auf einen Helm verzichten kann, war uns wirklich ein Rätsel.
Fazit des Wochenendes 3800hm, Blasen und müde Beine, aber der Watzmann ist mal bestiegen wenn auch noch die Ostwand wartet und zum Hochkalter und der Blaueishütte kommen wir gerne zurück und starten einen neuen Versuch.

Mittwoch, 20. Juni 2007

Grundkurs Gletscher auf der Simonyhütte

Endlich wieder Berge, und auch richtige. Schließlich sollte es auf den Gletscher gehen, damit die Spaltenbergung erlernt, geübt, verinnerlicht wird.
Mein Start war um 4Uhr am Samstagmorgen in Karlsruhe und so konnte ich den Rest meiner Gruppe um 7 Uhr in München an der S-Bahn treffen.
Außer mir war noch unser Leiter Michael dabei, sowie Gerrit, Nadja und Bernd und nicht zu vergessen und ganz wichtig Zorro.


Leider sollte sich während der Tour zeigen, dass Zorro nicht zum Helden der Berge werden konnte. Dies ist wohl und bleibt ganz unumstritten Strudel.

Um kurz nach zehn Uhr hatten wir es an die alte Militärbahn geschafft, die uns der Simonyhütte am Dachstein ein ganzes Stück näher bringen sollte. Trotzdem waren es von der Bergstation laut Führer noch drei Stunden zur Hütte und ich war schon da froh, dem Minimalismus gefolgt zu sein um meinen Rucksack so leicht wie möglich zu bekommen. Ein wirklich schöner Aufstieg führte uns über vom Gletscher flach geschliffene Steine zur Hütte. Und wir waren froh, als wir diese erreichten denn um uns herum türmten sich schon bedrohliche Gewitterwolken auf.
Deswegen war der Nachmittag mit Materialkunde dann wirklich gut genutzt.
Schnell stellte sich heraus, dass unser Highlight auf der Hütte Patricia werden sollte, die dort ihre Lehre absolviert. Da hatte wirklich niemand eine Chance gegen ihre kessen Sprüche anzukommen.
Nach einer erholsamen Nacht und einem gemütlichen Start ging es endlich auf den Weg zum Gletscher. Rutschübungen waren angesagt. Für jeden der es noch nicht gemacht hat. Man sucht sich das steilste Schneestück, stürzt sich mit soviel Schwung wie möglich, am besten Kopfüber, den Hang hinunter und versucht sich dann wieder zu fange. Abgesehen von dem Riesen Spaß, den diese „Rodelpartie“ mit sich bringt, auch wirklich wichtig zu lernen.
Nachdem wir dann alle mehr als genug Schnee im Rücken hatten, ging es zurück zur Hütte um ein bisschen Tourenplanung zu üben, schließlich wollten wir am nächsten Tag über den Westgrad auf den Hohen Dachstein.


Den Abend ließen wir mit gemütlichem prusiken in der überdachten Doline ausklingen. Und so ein Ding hätte glaube ich jeder begeisterte Kletterer gerne in seinem Garten. Eine eigene Naturfelskletterhalle hat halt schon was.
Am Montag morgen hieß es dann um 5.30Uhr aufstehe. Während des Frühstücks wurde aus unserem schönen Gletscherkessel jedoch ein großes Nebelloch und es fing auch noch an zu regnen. Na ja bisher hatten wir ja auch wirklich Glück gehabt mit dem Wetter. Also zogen wir uns wieder in unsere Doline zurück um das prusiken ein wenig zu intensivieren und auch direkt die Selbstrettung aus der Spalte mittels Flaschenzug zu üben.
Den Nachmittag nutzten wir dann endlich für die Spaltenbergung. Spaltenbergung ist gut gesagt, leider war die empfohlene Spalte eher suboptimal zum üben und so wurde unsere Spalte kurzerhand auf die Oberfläche verlegt. Dies bedeutete immerhin, dass der „Abgestürzte“ dumme Sprüche über das Bemühen seiner Retter abgeben konnte, während er gemütlich in der Sonne lag, die hatte sich nämlich inzwischen wieder blicken lassen.
Begleitet wurden wir von Strudel, einem Weimaraner. Der schafft die 600hm von der Hütte über den Gletscher zur Skiseilbahn in 17min. Kein Witz, wir müssen wirklich noch
viel trainieren.
Abends hatten wir dann noch das vergnügeneines Traumpanoramas mit Regenbogen. Da weiß man halt warum man sich manchmal in den Bergen quält.
Dienstag unseren letzten Tag nutzten wir noch einmal bei Traumwetter für ein bisschen Frontalzackentraining und dann hieß es auch schon zurück nach Hause in die Hitze.
Wunderschöne 4 Tage in denen wir jede Menge gelernt haben, auch wieviel wir noch lernen müssen. Leider haben wir den Gipfel nicht mehr geschafft, es war halt einfach ein wenig zu kurz. Aber der Hohe Dachstein steht definitiv auf der to-do-Liste.